Zitat:

Es setzt sich nur so viel Wahrheit durch, als wir durchsetzen; der Sieg der Vernunft kann nur der Sieg der Vernünftigen sein. - Bertold Brecht, „Leben des Galilei“

Zitat:

Bedrohlich ist das Volk für die Herrschenden, wenn es ohne Furcht ist.“ -Tacitus (römischer Historiker)

Zitat:

Die Furcht vor Übervölkerung tritt stets in Perioden auf, in denen der bestehende Sozialzustand im Zerfall begriffen ist. August Bebel

Samstag, 19. Januar 2013

Die Anwendung antiker Mythologie ...

Zu diesem Beitrag an anderer Stelle erhielt ich einen Kommentar, auf welchem ich wie folgt antwortete:
Die Anwendung antiker Mythologie auf gegenwärtige Verhältnisse, in ihrer verklärten Form, möge zwar lustig sein, aber nicht konstruktiv!
Und wieder einmal kommt Zappelhustra daher und verkündet die Weisheiten der „Rettungsökonomie“ eines Gesell! Was soll es, eine jede Religion ist Mittel zum Zweck und so kann diese zweckentsprechend eingesetzt und angewendet werden. Historische Entwicklung wird dabei bewusst auf vermeidliche Geldentwicklung, oder die Entwicklung und Veränderung der Rolle des Geldes im Laufe der Zeit beschränkt. Wobei diese als Ursache und nicht als Folge gesellschaftlicher Entwicklung gesehen wird. Dass aber auch Geld in erster Linie Mittel zum Zweck ist wird gern vergessen. Lieber werden das alte und neue Testament genommen und Ereignisse aus diesen „kapitalisiert“. Dabei konnte zur Zeit der Entstehung besagter Testamente von einem kapitalistischen System noch keine Rede sein. Aber gut, so wie der Mensch mit dem Geld umgegangen, was fälschlicherweise mit Kapital gleichgesetzt wird, so hat er sich entwickelt, der Umgang ist eine Folge der Entwicklung.
Flucht aus der Sklaverei als die Aufgabe der Planwirtschaft? Wobei der ägyptische Pharao sicher mit den Sklaven geplant hat, ob die Sklaven die Wirtschaft geplant haben ist fraglich. In jedem Fall soll mit der Sklaverei auch die Planwirtschaft verlassen worden sein, um sich der Marktwirtschaft zuzuwenden. Das ist schlichtweg falsch und Unfug! Das Ziel einer solchen Aussage, die Verneinung von Planwirtschaft als Alternative zur Anarchie kapitalistischen Wirtschaftens, hingegen durchaus erkennbar.
Ohne hier nun die Frage aufzuwerfen woher die Menschen kamen, bevor sie Sklaven wurden, gingen sie nach ihrer Flucht erst einmal auf die Wanderschaft und zogen, wie zu dieser Zeit durchaus noch üblich, in Stammesverbänden umher. Sie waren auf der Suche nach dem gelobten Land, welches der Herr, ihr Gott, ihnen versprochen hatte. Dieses Land Unvermeidlicherweise gefunden, die dort lebenden verdrängt oder assimiliert, wurde das Volk sesshaft und begann neben der Viehzucht auch Ackerbau zu betreiben. Dass damit der Handel ebenfalls eine neue Qualität bekam, muss sicher nicht gesondert erwähnt werden, kapitalistisch war dieses System deshalb lange noch nicht. Zeit verging, die Entwicklung ging weiter, Höhen und Tiefen sind auch für diese Geschichte kennzeichnend. Irgendwann kamen die Römer und besetzten das ganze Land. Für das Volk bedeutete dieses neue Lasten zu den alten dazuzubekommen, da ihre alten Herren nicht unbedingt geneigt waren auf ihre Forderungen zu verzichten. Wem wundert es da, dass die Sehnsucht nach einem Messias an Bedeutung gewann. Und wo nach Lösungen gesucht wird, werden solche auch gefunden und da alles was die Menschen in Bewegung setzt, durch ihren Kopf hindurch muss, Propheten aus der Mode gekommen waren und Reformatoren noch nicht erfunden, gab es Menschen wie Christus, welche durchs Land zogen, bestrebt ihren Glauben an die neuen Verhältnisse anzupassen. Das diese Herren (gedacht sei an die Rolle der Frau zu jener Zeit) Erfolge verzeichnen konnten, kann an den folgenden Entwicklungen abgelesen werden. Mit Kapitalismus allerdings hatte das nichts zu tun. Eher war es der Versuch eine Religion, welche ihre Wurzeln in der nomadisierenden Stammeskultur hat, an die sich veränderten Verhältnisse anzupassen. Dazu wurde die Religion nach außen geöffnet, in dem nicht mehr die Geburt, sondern die Taufe zum Maßstab für die Zugehörigkeit zur Religionsgemeinschaft erhoben wurde. Dass dieses nicht gerade auf Gegenliebe bei der Priesterschaft gestoßen ist, verwundert eigentlich nicht, wurde die Religion doch ihrer Meinung nach in ihren Grundfesten (Fundament) erschüttert.
Und auch wenn Geld oder mit Geld verbundene Eigenschaften, Ereignisse etc. personifiziert werden, so möge dieses auf unsere Zeit vielleicht anwendbar sein, wenn die Neigung besteht sich erkenntnistheoretisch auf dieses Niveau zu begeben, bitte, aber nicht für die Zeit der Entstehung dieser Religion. Dort waren die sozialökonomischen Grundlagen der Gesellschaft andere als heute. Sie drückten sich nicht durch das Verhältnis von Lohnarbeit und Kapital aus, sondern im Stammesverhältnis, später im Verhältnis von Sklavenhalter und Sklave, aber auch schon vom Feudalherren und Fronarbeiter. Usw. usf.

Kommentare:

  1. Der Mensch und das Geld

    Wer das menschliche Zusammenleben verstehen will, muss zuerst das Geld verstehen:

    Geldtheorie

    Weil am Anfang der Geldwirtschaft noch niemand wusste, wie die Marktwirtschaft vom parasitären Gegenprinzip des Privatkapitalismus befreit werden kann, musste die halbwegs zivilisierte Menschheit durch eine künstliche Programmierung des kollektiv Unbewussten "wahnsinnig genug" für die Benutzung von Zinsgeld (Edelmetallgeld ist immer Zinsgeld) gemacht werden, damit das, was wir heute "moderne Zivilisation" nennen, überhaupt entstehen konnte. Das war (und ist noch) der einzige Zweck der Religion, die vom Wahnsinn mit Methode zum Wahnsinn ohne Methode (Cargo-Kult um die Heilige Schrift) mutierte und uns alle zu Untertanen machte, die ihr eigenes Programm nicht kennen – und die darum bis heute unfähig geblieben sind, die grundlegendste zwischenmenschliche Beziehung, das Geld, zu verstehen. Die Bewusstwerdung der Programmierung nennt sich "Auferstehung":

    Die Rückkehr ins Paradies

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    1. Nun ja, alle Theorie ist grau, das Leben hingegen praktisch! Da gelegentlich der Schein von der Praxis trügt, was unter Umständen vom Blickwinkel des Betrachters abhängt, werden dem Schein entsprechende Theorien entwickelt, wie oben erwähnte Geldtheorie. Immerhin gilt es auch eine Schuldfrage zu klären und das ohne den eigentlich Schuldigen zu benennen! So wird ein Teil des Ganzen genommen, herausgelöst und in seiner Bedeutung überhöht. Das (neue) Ganze muss dann nur noch in ein entsprechendes Paket geschnürt werden und dann ab zu den Lösungssuchenden.
      Nun soll die Bedeutung des Geldes nicht unterschätzt werden, aber ebenso nicht überschätzt und auch wenn Geld eine besondere Ware ist, so ist es nicht der Nabel der Welt, sondern Mittel zum Zweck. Mystifizierung hilft sicher nicht weiter, auch in diesem Fall sollte nicht der Wunsch der Vater des Gedanken sein, sondern die objektive Realität. In diesem Zusammenhang verschiedene Begriffe zu klären, macht Sinn, darunter auch die Klärung der Rolle des Zinses. Auch dieser ist Mittel zum Zweck, nicht Ursache sondern Gestaltungsinstrument. ...

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