Zitat:

Es setzt sich nur so viel Wahrheit durch, als wir durchsetzen; der Sieg der Vernunft kann nur der Sieg der Vernünftigen sein. - Bertold Brecht, „Leben des Galilei“

Zitat:

Bedrohlich ist das Volk für die Herrschenden, wenn es ohne Furcht ist.“ -Tacitus (römischer Historiker)

Zitat:

Die Furcht vor Übervölkerung tritt stets in Perioden auf, in denen der bestehende Sozialzustand im Zerfall begriffen ist. August Bebel

Montag, 23. September 2013

Selber Denken tut gut!

Eine Halbwahrheit ist noch lange keine Wahrheit, sie hat nicht einmal das Zeug eine zu werden!

Erklären soll ich mich und verpflichten!
Und so hatte der Rechtsanwalt der CDU in Quedlinburg eine solche Erklärung beigefügt, welche ich unterschrieben, mit Frist zurücksenden sollte. Die Frist selbst war mit einem Tag sehr knapp bemessen, was darauf schließen lässt, dass es eigentlich nicht gewollt ist dieser nachzukommen. Zudem liest sich die ganze Angelegenheit so, als wenn der „große Vater“ ein Machtwort spricht und der „kleine Bube“ in Form des für „unmündig erklärten“ Bürgers dieses einsehen soll und die Einsicht mittels Unterschrift bestätigen. Nun hatte ich den Vorgang veröffentlicht, darauf anderweitig verwiesen und einer Reaktion war zu entnehmen, dass ich wohl ins „Schwarze“ getroffen hätte.    
Aber einmal zur Unterlassungserklärung selbst:

„U n t e r l a s s u n g s e r k l ä r u n g
I.
Hiermit verpflichte ich, Herr ............. , -----------, 06484 Quedlinburg, mich gegenüber dem CDU Stadtverband Quedlinburg, vertreten durch den Vorsitzenden Frank Ruch, Breite Straße 37, 06484 Quedlinburg, noch Dritten gegenüber zu behaupten,
1. „dass er dabei in der Auseinandersetzung mit dem Betreiber des Kulturzentrums in der Reichenstaße auf diverse Lügen zurückgreift",“
was schon allein aus dem Grund nicht geht, weil die Tatsachen verdreht sind. Meine Auseinandersetzung galt einem Text im Stadtboten der CDU, welcher sich sehr einseitig mit Jugendarbeit in Quedlinburg auseinandersetzt. Überschrieben ist dieser Text mit, „Bedenkliche Entwicklung der Jugendarbeit in Quedlinburg“, wird aber diesen allgemeinen Anspruch nicht gerecht, sondern beschäftigt sich ausschließlich mit der Kündigung des Pächters* der Kneipe* im Kulturzentrum Reichenstraße und dass ohne die Komplexität der Arbeit im Kulturzentrum zu berücksichtigen. Dieser Text, des stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden der CDU im Stadtrat Quedlinburg Hardy Seidel*, war Gegenstand meiner Betrachtung und so sind zitierte Aussagen auch auf diesen Text zu beziehen. Aber um gegen mich vorgehen zu können, sieht sich der Rechtsanwalt genötigt, die Ebene zu wechseln, um so seine Forderung wenigstens im Ansatz plausibel erscheinen zu lassen. Wie schon geschrieben, inhaltlich wird sich mit meinem Beitrag nicht auseinandergesetzt. Warum wohl? 
2. „wie der Blinde von der Farbe, schreibt dieser CDU-Politiker",“
ja, der Bilde von der Farbe, den zweiten Teil dieses Satzes verschluckt der Herr Anwalt ganz gern, macht es doch Sinn sich mangels plausibler Argumente auf Reitzwörter zu stürzen und diese zum Gegenstand des Klagens zu machen. Des Interesses wegen wird der eigentliche Inhalt geopfert und die Form zum Inhalt erhoben. So impliziert verkürzt der Blinde von der Farbe, das aus Unwissenheit heraus geschrieben wird und so der Vollständigkeit halber das Zitat im Gesamtzusammenhang: „Wie der Blinde von der Farbe, schreibt dieser CDU Politiker über das Kulturzentrum, nur dass er dabei die Augen schließt und tatsächliche Zusammenhänge ignoriert.“ Der Unterschied dürfte eigentlich auffällig genug sein. Aber wie schon geschrieben, galt diese Aussage nicht der CDU Quedlinburg, sondern dem Schreiber des Textes.       
Und „3. „im Gegensatz zum Orakeln von CDU-Politikern zur Durchsetzung diverser asozialer Kürzungsprogramme im sozialen und kulturellen Bereichen".“
Auch in diesem Fall sieht sich der Anwalt genötigt, nur auf einen Teil meiner Aussage zurück zu greifen. Komplett laute diese: „Im Gegensatz zum Orakeln von CDU Politikern zur Durchsetzung diverser asozialer Kürzungsprogramme in sozialen und kulturellen Bereichen, sind die Folgen der Politik dieser Partei nicht nur sichtbar, sonder für viele Menschen, welche z. B. gezwungen werden ihre Arbeitskraft unter Wert zu verkaufen, auch spürbar.“
Und sicher hätte ich Formulierungen anders wählen können, so ist zum Beispiel im dritten Punkt, anstelle des Begriffes „Orakeln“ auch „Spekulieren“ möglich. Auch der „Blinde von der Farbe“ wäre im Gesamtzusammenhang durch die Formulierung „wieder besseren Wissens“ zu ersetzen gewesen. Nur warum?    
„II.
Ferner werde ich es unterlassen, zukünftig Auszüge dem Quedlinburger Stadtboten oder Auszüge hiervon ohne Genehmigung des CDU Stadtverbandes Quedlinburg zu veröffentlichen.“
Dieser Punkt hat durchaus eine gewisse Brisanz, kommt er doch einem Verbot, sich mit den Aussagen, mit der Politik der CDU auseinanderzusetzen, gleich. Die Quintessenz daraus, wenn sich schon mit der Politik der CDU in Quedlinburg auseinandergesetzt wird, dann nur so, wie es der CDU genehm ist, dazu ist der CDU Stadtverband dann wahrscheinlich als Zensor anzurufen!
„III.

Sonntag Abend nach der Wahl


Heute erhielt ich einen Text von Rainer Thiel, welchen ich hier gern veröffentliche:
Sonntag Abend nach der Wahl
Wenn ich einen Parteiapparat gehabt und meine Ansichten über solidarische, friedliche Gesellschaft hätte erläutern können, dann hätte ich 99 Prozent der Stimmen erhalten. Ich wäre im Konsens mit Occupy: Diese Freunde haben gesagt: „Wir sind 99 Prozent!“ Für das Amt der Regierungschefin hätte ich Sahra Wagenknecht in Erwägung gezogen.
Was veranlasst mich zu dieser Frechheit? Ich habe allerhand erlebt: 1. Meine Eltern haben mir das Rückgrat nicht verbogen, sie haben mir die Neugier nicht geraubt. 2. Im Spiel mit anderen Kindern habe ich Freundschaft erfahren. 3. Als Helfer meines Vaters habe ich organisieren gelernt. 4. Im Krieg habe ich Nazis und Bomben erlebt. 5. Im Gymnasium erfuhr ich von Mathematik und Geschichte, vor allem von deutscher und europäischer Kultur. 6. Durch Rausschmisse aus der SED begünstigt habe ich mit Händen zu produzieren gelernt.
Alles zusammen reichte mir, politisch aktiv zu werden.
Es kam dazu: Die Werktätigen der Deutschen Demokratischen Republik, ihre Arbeiter, ihre Bauern und ihre Mittelständler hatten mir ein langes Studium ermöglicht. Ich achte alle, die anpacken können. Von ihnen habe ich gelernt.
Nur für Regierungsposten bin ich zu bescheiden. Schon eine Krawatte wäre mir zu viel.
Liebe Freunde, Spaß muss sein, und wenn es nach der Wahl ist. Schon der Wahlkampf war ja Kabarett. Keine einzige Partei hat die Bürger orientiert, eine solidarische, friedliche Welt einzurichten. Aber die Kabaretts haben funktioniert. Sie  haben viele Bürger an die Wahlurne gelockt.
Und im Osten Deutschlands, wo die Linkspartei verwurzelt und pragmatisch ist, haben mehr Leute die „Alternative für Deutschland“ gewählt als im Westen.

Samstag, 21. September 2013

(Keine) Wahlempfehlung


Parteien verdienen es an ihren Taten in Vergangenheit und Gegenwart gemessen zu werden und nicht an ihren Versprechungen für die Zukunft!
Morgen ist Bundestagswahl und mittels Wahlen sind die gesellschaftlichen Verhältnisse nicht zu ändern, eher finden diese Bestätigung. Aber auch am Tag vor der Wahl, sind die Wahlkämpfer noch fleißig unterwegs und verweisen auf die Bedeutung der Stimmabgabe, wobei sie ihre jeweilige Partei als den Retter aus der Not verkaufen, selbst wenn diese Partei mittels ihrer Politik selbige Not zu verantworten hat.
Wie dem auch sei, ich empfehle keine Partei zur Wahl, sondern es sollte darüber nachgedacht werden, die eigenen Interessen berücksichtigend, was man nicht möchte! So empfehle ich keine Partei zu wählen, welche mit ihrer Politik nicht Frieden fördernd ist und das im inneren wie im äußeren.
- Es sollte keine Partei gewählt werden, welche sich für Bundeswehreinsätze ausspricht, sowohl gegen fremde Völker, wie auch gegen das eigene.
- Es sollte keine Partei gewählt werden, welche unter dem Deckmantel Wirtschaftsförderung zu betreiben, für sozialen und kulturellen Kahlschlag sorgt.
- Es sollte keine Partei gewählt werden, welche sich nicht gegen die Hartz – Gesetzgebung ausspricht und Leiharbeit, sowie prekäre Beschäftigung fördert.
Dieses berücksichtigend, bleiben nur wenige Parteien übrig, welche ein Kreuz auf dem Wahlzettel verdienen.

Donnerstag, 19. September 2013

CDU Stadtverband ./. Loch, eine Forderung, eine Auseinandersetzung!

 Wer in einer Situation, in einer politischen Auseinandersetzung einen Rechtsanwalt bemüht, propagiert damit eigentlich nur seine Unfähigkeit eine solche Auseinandersetzung selbst zu führen und/oder bestätigt die Richtigkeit der kritisierten Aussagen!

Heute erhielt ich ein Schreiben vom Rechtsanwalt der CDU Quedlinburg im Zusammenhang mit einem Beitrag in diesem Blog. Der Beitrag wurde bis 20.09.2013 um 15:30Uhr insgesamt 38 x gelesen. Also nicht all zu oft. Ohnehin wird nicht all zu oft auf diesen Blog zugegriffen, im Gegensatz zu meinem ursprünglichen Blog, welcher schon mal auf 700 – 1000 Zugriffe am Tag verweisen konnte, hat es dieser bis jetzt gerade einmal auf 30 – 100 Zugriffe pro Tag gebracht.
Also vom Rechtsanwalt der CDU erhielt ich ein Schreiben mit Anlagen, in den Anlagen fand sich eine Vollmacht, eine Kostennote und eine Unterlassungserklärung, Beweise für die Falschheit meiner Aussagen hingegen nicht.
So heißt es im Schreiben:

„CDU Stadtverband ./. Loch

Sehr geehrter Herr Loch,
in obiger Angelegenheit zeigen wir mittels der im Original anliegenden Vollmacht, die Vertretung des CDU Stadtverbandes Quedlinburg, vertreten durch den Vorstand, dieser vertreten durch den Vorsitzenden Frank Ruch, Breite Straße 37, 06484 Quedlinburg, an.
Unser Mandant hat uns beauftragt, seine Ansprüche Ihnen gegenüber im Zusammenhang mit dem von Ihnen betriebenen Blog kucaf.blogspot.de „Was so bewegt II!" wahrzunehmen.
Unter dem genannten Blog „Was so bewegt II!" haben Sie einen Eintrag unter dem 27.08.2013 unter der Überschrift (Wahl-) Kampfblatt der CDU einen Passus verfasst, der geeignet ist, unserem Mandanten ganz im allgemeinen verächtlich zu machen.“
Dem Mandanten, also die CDU „ganz im allgemeinen verächtlich zu machen“, wird mir vorgeworfen, dabei habe ich mich nur mit einen Text auseinandergesetzt und das auf Grund eigener Erfahrungen und eigenen Wissens. (Wobei das „verächtlich zu machen“ schafft die CDU mittels ihrer Politik und deren Folgen allein und viel besser, als es außen stehende könnten, ich habe maximal den Spiegel vorgehalten, was erschreckend genug sein kann.) Aber weiter im Text: 
„Sie haben ferner Auszüge aus der von unserem Mandanten herausgegebenen Zeitung „Stadtbote der CDU" abgebildet, wozu Sie keinerlei Genehmigung des Rechteinhabers, sprich unseres Mandanten hatten.“
Ja ich habe etwas aus dem „Stadtboten der CDU“ abgebildet, dieses aber nur, um dem Leser aus Verständigungsgründen den gegenständlichen Text zugänglich zu machen. Außerdem hatte die CDU von mir auch keine Genehmigung ihren Stadtboten in meinen Briefkasten zu deponieren. In diesem Zusammenhang sollte sich nicht nur der Herr Rechtsanwalt fragen, warum Werbung für Parteien verteilt wird und um etwas anderes als eine Werbeschrift für die Ansichten der CDU handelt es sich bei besagten Stadtboten nicht! Des weiteren kann ins Bewusstsein gerückt werden, das es auch Reaktionen auf diese Werbung geben kann. Als etwas anderes ist mein Beitrag nicht gedacht und auch nicht zu sehen.“    
„Wir haben Sie daher aufzufordern,“ heißt es dann weiter, „die Abbildung des Stadtbotens einschließlich der Innenseiten zu entfernen.“
Das ist doch mal was, die CDU verbreitet mittels ihres Stadtboten ihre Standpunkte, verteilt diesen in der Stadt und jammert wenn es Reaktionen darauf gibt, welche nicht ihren Vorstellungen entsprechen. Wie schon geschrieben, den Gegenstand meiner Betrachtung wollte ich nicht schuldig bleiben. Die Veröffentlichung ihrer Texte hingegen hat die CDU selbst zu verantworten und somit auch die Reaktionen. Und wie ist es eigentlich um die Meinungs- und Pressfreiheit in der CDU bestellt?
Das eine Frist gesetzt wird, entspricht für solcher Art der Auseinandersetzung durchaus den  Geflogenheiten und so ist weiter zu lesen:
„Frist hierfür
Freitag, den 20.09.2013, 12.00 Uhr.“
Aber nicht nur dass sich darüber hinaus für den Leser auf Grund der Abbildung ein komplexes Bild ergibt, werden im Schreiben des Rechtsanwaltes nun von mir kommentierte Auszüge, aus dem Zusammenhang gerissen und  wiedergegeben. Zu lesen ist:
„Darüber hinaus greifen Sie Auszüge auf, kommentieren diese in einer Form, die dazu geeignet ist, unsere Mandantin verächtlich zu machen.
Sie führen aus
„Dass er dabei in der Auseinandersetzung mit dem Betreiber des Kulturzentrums in der Reichenstraße auf diverse Lügen zurückgreift..."“
Nun habe ich durchaus Lügen und Halbwahrheiten benannt, der Herr Rechtsanwalt hingegen konstatiert, aus dem Zusammenhang herausgerissen, bleibt aber den Beweiß für die Falschheit der Aussage schuldig.
Aber weiter im Text:
„Und weiter,
„Wie der Blinde von der Farbe, schreibt dieser CDU-Politiker ..."“ und auch hier wird die Fortführung verschluckt, denn fortführend schrieb ich: … über das Kulturzentrum, nur dass er dabei die Augen schließt und tatsächliche Zusammenhänge ignoriert.
Da nun alle guten oder weniger guten Dinge drei sind heißt es weiter:
„Und,

Arbeit:

Arbeit: zweckmäßige, bewusste Tätigkeit des Menschen, in der er mit Hilfe von Arbeitsmitteln Arbeitsgegenstände verändert und sie seinen Zwecken nutzbar macht. Die Arbeit ist in allen Gesellschaftsformation unerlässliche Existenzbedingung des Menschen. „Sie ist die erste Grundbedingung alles menschlichen Lebens, und zwar in einem solchen Grade, dass wir in gewissem Sinn sagen müssen: Sie hat den Menschen selbst geschaffen.“ (Engels, MEW, Bd. 20, S. 444) Marx und Engels haben mit der Erkenntnis der bestimmenden Rolle der Arbeit, der materiellen Produktion und ihrer Entwicklung erstmals den Schlüssel zum Verständnis des Geschichtsverlaufs, der gesellschaftlichen Gesamtentwicklung gefunden. Auf der Erkenntnis von der bestimmenden Rolle der Produktion beruht zugleich die marxistische Lehre von der Rolle der Produzenten, der Volksmassen, als wahre Schöpfer der Geschichte.

Sonntag, 15. September 2013

Bücherflohmarkt

Heute hatte ich etwas zu tun, war fertig und fuhr mit dem Fahrrad dem Berg hinunter, in die Altstadt hinein, tangierte den Markt und sah in der Marktstraße vor dem Quartier 7 einige Bahnahnencatons mit Büchern stehen. So unterbrach ich meine Fahr, stelle das Fahrrad ab und begann die Kisten zu sichten. Kiste nach Kiste durchstöbernd, gelangte ich durch die Thordurchfahrt in den Hof, wo noch wesentlich mehr Kisten mit Bücher warteten. Zwei Bücher hatte ich da schon in der Hand, welche ich erstmal bezahlte und in meinen Rucksack steckte. Dann setzte ich die Suche fort.
45 Minuten später war ich Besitzer von sechs weiteren Büchern und verließ den Hof, mit einem Zettel in der Tasche, welcher auf eine Veranstaltung heute Abend verweißt. Diese Veranstaltung steht unter dem Titel, „WAS HABEN SIE AUFGEGEBEN?“ Untertitel „Wir als Teil des Ganzen, ein theatraler Fragebogen“. Beginn ist 19:30Uhr und ich am überlegen ob ich hingehe. Sicher interessant, als interaktives Theater, wie ich erfahren habe.    

Samstag, 14. September 2013

Mangold


Heute bin ich über den Markt gegangen, habe etwas Zigen und Frischkäse gekauft und bin an einem Stand vorbeigekommen, an welchem frischer Mangold angeboten wurde. Sowohl Stiel- als auch Blattmangold waren zu haben und da ich dieses Gemüse schon lange nicht mehr verzehrt habe, kaufte ich ein Bund.
Mangold, eigentlich ein bisschen in Vergessenheit geraten, war um die Jahrhundertwende (19./20. Jahrhundert) in Deutschland noch bekannter als Spinat.
Aber erst einmal ein par allgemeine Informationen:
- Mangold ist ein europäisches Gemüse, das mit Spinat und Roter Bete verwand ist. Seit Urzeiten wird dieses Gemüse an allen Mittelmeerküsten angebaut.
- Man unterscheidet zwischen Blatt- oder Stielmangold, wobei Blattmanngold in der Küche wie Spinat zubereitet wird (und auch so ähnlich schmeckt); Stielmangold wie Spargel oder Schwarzwurzeln. Die Stiele des Stielmangolds sind je nach Sorte rot, weiß, gelbgrün oder cremfarbig. Die Pflanzen von Blattmangold sind kleiner, mit schmäleren Stielen und kleineren Blättern.
Inhaltsstoffe:
- Mangold enthält viel Eiweiß, darunter die wichtigen Aminosäure Betain, die das Immunsystem stärkt, antibakteriell wirkt und die Fettverdauung von Leber und Galle unterstützt. Diese Funktion wird noch durch einen weiteren Inhaltsstoff unterstützt, dem Raphanol, das darüber hinaus antibiotisch und schleimlösend wirkt.
- Asparagin, auch im Mangold enthalten, wirkt harntreibend und löst Harnsäurekristalle.
- Das Vitamin A des Mangolds wirkt zusammen mit Vitamin C antioxydativ und schützt die Schleimheute.
- Mangold ist eines der Gemüse, die sehr nitratreich sein können, deshalb sollte man das Gemüse aus ökologischer Produktion bevorzugen.
Gesundheitstipp:
- Bei Problemen mit Nierensteinen sollte man Mangold meiden, die Blätter enthalten viel Oxalsäure, die sich mit Kalzium unlöslich verbindet und Kristalle bildet.
- Reichen Sie zu Mangold Vitamin C reiche Kost (z.B. Paprika). Die Ascorbinsäure (Vitamin C) macht evt. Enthaltene Nitrate zu einem Großteil unschädlich.
Kauf- und Küchentipps:
- Frischer Mangold hat kräftige, knackige Blätter. Bei Stielmangold isst man die Stiele mit. Die faserige Haut muss dann, wie beim Spargel, abgeschält werden.
- Mangold wird so zubereitet wie Spinat, schmeckt aber kräftiger und würziger.
- Als Blattgemüse oder Püree eignet er sich zu vielen Fleisch- oder Fischgerichten als Beilage.
- Folgende Kräuter und Gewürze passen zu Mangold: Muskatnuss, Basilikum, Kerbel, Liebstöckel, Knoblauch, Sesam.

Rezepte:

Demographie:


Heute wird oft der demographische Wandel, der demographische Faktor und ähnlich demographisches bemüht um eine Begründung für bestimmte gesellschaftliche Entwicklungen zu haben. So soll zum Beispiel der Fachkräftemangel dem demographischen Wandel geschuldet sein, auch das die Bevölkerung schwindet und überaltert, liegt daran … oder auch nicht? Und wird nicht mit solchen Behauptungen versucht die eigentlichen Ursachen beklagter Entwicklungen zu verschleiern, da allgemein und wenig konkret? Wird nicht mit dieser all zu gefälligen Lösung die Frage nach dem warum, wieso und weshalb in eine völlig falsche Richtung gelenkt, um sie dann mit Schlagworten wie dem demographischen Wandeln zu beantworten? Die Ursachen für Bevölkerungsentwicklung bleiben dabei oft im Dunkel oder werden irgendwo verortet, nur nicht dort wo sie hingehören, bei den jeweiligen gesellschaftlichen Verhältnissen selbst.  
Aber was ist eigentlich Demographie und was ist ihr Gegenstand?
Demographie:

Freitag, 13. September 2013

U18 Wahl, früh übt sich, ...


U 18 Wahl, früh übt sich, wer ein richtiger Wähler oder eine richtige Wählerin werden möchte, dazu gab es nun auch in Quedlinburg die Möglichkeit. Wird aber nach praktischer Bedeutung von Wahlen gefragt, so ist zuerkennen, dass mittels Wahlen keine Veränderungen generiert werden, letztlich kann auch nur gewählt werden, was einen vorgesetzt wird. Die praktische politische Tat der Menschen, soll so auf den Walakt beschränkt werden. Wichtig ist das Ritual, welches in seiner Bedeutung überhöht und die Möglichkeit der Einflussname mittels Wahlen auf das politische Geschehen suggeriert. Letztlich dienen Wahlen nur dem Zweck, wie jedes andere Ritual auch, die bestehenden Verhältnisse zu bestätigen und zu legitimieren. Die Teilnahme an politischen Wahlen entpuppt sich somit als ein Glaubensbekenntnis zu den bestehenden politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse. Menschen welche sich entschlossen haben nicht wählen zu gehen und auf ein entsprechendes Glaubensbekenntnis verzichten oder es sogar verweigern, sind eigentlich nur vom Glauben an das Wahlsystem und dessen illusorischen Wirkung abgefallen. Sie haben den Glauben an den Wirkmechanismus durch das Wissen von der eigentlichen Funktionalität der Wahlen ersetzt, selbst wenn diese Erkenntnis durch die Erfahrung der Wirkungslosigkeit des Kreuzens eines Wahlscheines für zukünftige Entwicklungen bestimmt wird.
Trotzdem macht es Sinn wählen zu gehen, dabei sollte sich aber ein jeder Wähler, eine jede Wählerin bewusst sein, dass sich an den grundsätzlichen Widersprüchen in der Gesellschaft durch Stimmabgabe nichts ändern wird. Letztlich ist es aber Möglich, innerhalb des Systems mittels Wahlen marginalen Einfluss zu nehmen und zumindest das Wahlsystem selbst zu entzaubern, ihm seinem Mythos als Veränderungen generierendes Mittel allgemeiner Einflussnahme zu nehmen. Sinn macht es in jedem Fall, seine eigenen grundsätzlichen und objektiven Interessen in den Mittelpunkt zu stellen und aus der Vergangenheit zu lernen. Letzteres bezieht sich im Zusammenhang mit Wahlen insbesondere auf die Versprechungen und Vorankündigungen während des Wahlkampfes und deren Umsetzung nach der Wahl. Das elementare Bedürfnis nach Leben, sollte auch im Falle von Wahlen ausschlaggebend sein, so sind für mich zum Beispiel Parteien, welche Auslandseinsätze der Bundeswehr und Kriege gegen andere Länder und Völker befürworten, nicht wählbar. Unter diesem Gesichtspunkt ist von den heute im Bundestag vertretenen Parteien eigentlich nur die Partei Die Linke wählbar. Auch ist die Stellung der Parteien zur Arbeit allgemein und der Verwertung der Arbeitskraft durch das Kapital im Besonderen wichtig. Hierbei sind Kriterien zu berücksichtigen, welche den Verkauf der Arbeitskraft regeln, wie z. B. der Zwang zu prekärer Beschäftigung, die Stellung zum Handel mit der Arbeitskraft durch dritte, also zur Leiharbeit und nicht zu vergessen wie sich zu einem Mindestlohn, in Existenz sichernder Höhe bekannt wird.
Ja es macht Sinn wählen zu gehen, nur sollten sich keine Illusionen über die Wirksamkeit von Ritualen gemacht werden, außer das sie taugen Menschen gegen ihre eigenen Interessen einzunehmen, der Wahlaktes ist ein bestätigender und kein verändernder Vorgang, wobei die Freiheit des Menschen nicht in der Möglichkeit der Wahl besteht, sondern in der bewussten, sich den Konsequenzen bewussten Tat! 


Mittwoch, 11. September 2013

Ein Aufkleber wird zum Stein des Anstoßes, ...


Ein Aufkleber wird zum Stein des Anstoßes, zeugt von praktiziertem Politikverständnis der Landesregierung und ruft das Innenministerium auf den Plan, so einem Beitrag auf der Internetseite der MZ zu entnehmen. Kommentare gibt es einige, wobei festgestellt wird, dass dieser Aufkleber nicht neu ist und eigentlich nur weiterverbreitet wurde.
Dabei trifft der Aufkleber den Kern der Sache durchaus und zeigt wofür sachsen-anhaltinische Landespolitik steht.
„Ob es nun die Kulturlandschaft mit ihren Theatern, die Kinder- und Jugendarbeit oder das Bildungswesen betrifft, die jetzige Landesregierung steht für kulturellen Kahlschlag und wirtschaftliche Entwicklung vorschiedender Einfältigkeit. Jüngste Erwägungen bestimmte Sektionen an den Universitäten zu schließen, unterstreichen dieses nur! Ach ja und wie war das noch mit der ´Freiheit der Meinung, Kunst und Wissenschaft`? (Artikel 5, des Grundgesetzes)“*
Letztlich handelt es sich mit Weiterverbreitung des Aufklebers auch um eine Form des Widerstandes gegen die Politik der Landesregierung. Zu Fragen bleibt auch und nicht nur in diesem Zusammenhang, was das ansonsten allgemeine Gejammer über Fachkräftemangel soll, wenn Voraussetzungen für diese in sozialen und kulturellen Bereichen immer weiter zerstört werden. Jüngstes Beispiel sind die an die Öffentlichkeit geratenen Sparambitionen der Landesregierung im Falle der Universitäten.
Sind sich die Akteure nicht bewusst, dass gerade mit solchen Maßnahmen das Bildungsniveau im Land erheblich nach unten gedrückt, der Anreiz sich in Sachsen-Anhalt niederzulassen minimiert wird?      
Das die Kürzungen die Humanwissenschaften, wie vermeldet, betreffen sollen, zeugt durchaus von Kontinuität in der Politik der Landesregierung. Gegen dieses Vorhaben gibt es dann auch eine Stellungnahme vom Studierendenrat der Otto-von-Guericke-Universität.

Montag, 9. September 2013

Das Studiokino im Kulturzentrum Reichenstraße braucht Hilfe!

„Studiokinos sind ein wichtiger Bestandteil der Kinolandschaft, in welchen viele Filme gezeigt werden, die in den großen Kinopalästen keine oder nur gelegentliche Beachtung finden. Auf Grund ihrer Größe sind Studiokinos oft nur ehrenamtlich und/oder mittels Förderung zu betreiben. Die allgemeine Kinodigitalisierung stellt diese Kinos vor neue Herausforderungen, welche es zu bewältigen gilt, wenn auch in Zukunft neue, aktuelle Filme gezeigt werden sollen. Vor dieser Herausforderung steht auch das Studiokino Eisenstein und zur Bewältigung benötigt es Hilfe. Heute ist es schon so, dass viele Filme nicht mehr auf 35mm kopiert werden und es von diesen keine digitalen Alternativen zum neuen Kinoformat gibt.“
Und so findet sich hier ein entsprechender Aufruf.

Freitag, 6. September 2013

Der anständige Bürger – eine Sichtweise –

Nun gab es im Mittelalter eine Ständeordnung und ein Stand waren die Bürger. Bürger wiederum waren Menschen, welche über Handels- oder Produktionskapital verfügten, also anfänglich Handwerker und Kaufleute. Diese bildeten in den Städten zwar eine Minderheit, hatten aber das Sagen, wobei verschiedene Abhängigkeiten zum Adelsstand gegeben waren. Mittels bürgerlicher Revolutionen emanzipierte sich das Bürgertum nach und nach, bis es letztlich seine ökonomische Macht durch die Übernahme der politischen Macht ergänzte.
Die größte, erfolgreichste und konsequenteste bürgerliche Revolution war die französische, welche nicht mit einem Kompromiss endete, sondern mit der radikalen Machtübernahme des Bürgertums. Mit der französischen Revolution wurde zwar die alte Ständeordnung aufgehoben, aber die eigentlichen Machtverhältnisse verklärt und verschleiert. Dieses geschah vor allem dadurch, dass die meisten Menschen auf Grund formaler Bürgerrechte nun als Bürger bezeichnet wurden.
In Folge weiterer gesellschaftlicher Umbrüche, traten die eigentlichen Gegensätze in der Gesellschaft klarer hervor und entpuppten sich als Klassengegensätze. Zum Ende des neunzehnten, Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts standen sich in den Metropolen der Welt eigentlich nur noch zwei, sich gegenseitig bedingende Klassen gegenüber, die Bourgeoisie (Bürgertum) und das Proletariat (die Landlosen, Freien und damit Lohnabhängigen). Und wenn dieses heute oft anders dargestellt wird, das Proletariat negiert und die Bevölkerung das bürgerliche Attribut angeheftet bekommt, hat sich daran nichts geändert. Die Herrschenden herrschen weiter und die Beherrschten lassen sich all zu bereitwillig einreden, dass sie ebenfalls herrschen, sei es nur mittels eines ausgeklügelten und die eigentlichen Herrschaftsverhältnisse nicht bedrohenden, Wahlzirkus. Damit das alles funktioniert, die herrschende Klasse weiter herrschen kann und das möglichst ungestört, braucht es den anständigen Bürger, selbst wenn dieser eigentlich Prolet ist. Gebraucht wird der funktionierende Mensch, nicht der opponierende, infrage stellende.    

Der anständige Bürger – eine Sichtweise –

Der Bürger,
anständig er ist,
wenn Folgsamkeit wird nicht vermisst,
wenn er marschiert,
wie es gewünscht,
und kapiert,
das wie es ist,
es ist,
weil es nicht anders ist,
und nicht sein kann!

Mittwoch, 4. September 2013

Saudis und Rebellen tragen die Verantwortung für Giftgaseinsatz in Syrien

Nun wurden die Kriegstrommeln kräftig geschlagen, einen Inversion sollte es sein, gegen einen souveränen Staat, in welchen die Kriegstreiber seit Jahren Freischärler einschleusen, welche von den Meinungsmachemedien als Rebellen bezeichnet werden. Einen Grund für die Inversion wurde auch gefunden, der Einsatz von Giftgas gegen die syrische Bevölkerung sorgte für Aufregung und Schwung beim schlagen der Kriegstrommeln. Und obwohl Syrien von feindlichen Truppen umzingelt ist und USA und NATO an den Grenzen zum Einmarsch bereit stehen, dauerten die Vorbereitungen dann doch zu lange, um die anfänglich verbreitet Hysterie ausnutzen zu können. Dazu kam noch, dass ein Hauptverbündeter der USA, die Kriegstreiber in Großbritannien, kein grünes Licht vom Unterhaus bekamen und so die Schar der Kämpfer schwand. Letztlich blieb es bei den USA und nun schwindet selbst der Kriegsgrund, denn wie zu erfahren, bekennen sich syrische Rebellen zum Giftgaseinsatz.
Letzteres scheint die zum Krieg treibenden Kräfte in den USA aber nicht davon abzuhalten, weiter gegen Syrien aufzumarschieren und die Führung eines Krieges weiterhin anzustreben.  

Montag, 2. September 2013

69,7% lehnen alle Kandidaten zur Landratswahl ab, oder sehen für sich keinen Sinn in dieser Wahl!


30,3 % der Wahlberechtigten im Harzkreis haben ihre Stimme abgegeben und wie üblich können die Konservativen am ehesten von einer niedrigen Wahlbeteiligung profitieren. Der Kandidat der CDU hat die Nase vorn, gefolgt vom Kandidaten der SPD, beides Verwaltungsmenschen, welche im besonderem auch für das Hartz – Elend im Harzkreis mitverantwortlich sind. Letztlich wurden aber auch diese Kandidaten von der Mehrheit der Wähler abgelehnt. Von einem Sieg kann nicht geredet werden, auch wenn eine Stichwahl noch ins Haus steht. Unter Umständen wird bei dieser die Wahlbeteiligung sogar höher liegen, da am selben Tag auch der Bundestag zu wählen ist und zu dieser Wahl im allgemeinem mehr Wähler gehen.
Jeder andere Zirkus wäre mit einer solchen Resonanz schon Pleite, der Wahlzirkus scheint hingegen erst so richtig aufzuleben!
Ach ja und da gab es ja gestern Abend noch ein TV-Duell, welches den Berichten nach zwar keinen Sieger hatte, dafür wohl genügend Sprechblasen aufeinander platzen ließ. Nun kann über das Duelle und ähnlichen Formen politischer Auseinandersetzung diskutiert werden, nur sollte dieses nicht dazu verleiten, sich durch publizierte Oberflächlichkeit von den eigentlichen Problemen ablenken zu lassen. Letztlich ist es die Frage, für was beide Politiker stehen, bei allen zur Schau gestellten Unterschieden, sind sie politisch doch ein Herz und eine Seele! Anders ausgedrückt, sie haben demselben Interessen zu dienen! Grundsätzlich wird sich durch einen Wechseln von Merkel zu Steinbrück im Bundeskanzleramt nicht viel ändern, da beide, trotz bekundeter und konstruierter Unterschiede, für dieselbe Politik stehen. Ohnehin gilt es nicht eine Bundeskanzlerin oder einen Bundeskanzler zu wählen, sondern den Bundestag.

Sonntag, 1. September 2013

Sprechende Häuser in Quedlinburg, die Aegidiikirche


„Wenn die Häuser sprechen lernen“ ist es Menschen Werk, wie die Häuser selbst ein Produkt menschlicher Tat sind, gelegentlich mit Spuren vieler Generationen, welche Häuser immer ihren Bedürfnissen angepasst haben. Die MZ berichtet über ein solches Vorhaben in Quedlinburg, die ersten Texte sind gesprochen zu finden, allein ich suchte im Internet, mein Handy taugt „nur“ zum telefonieren.
Warum suchte ich im Internet, weil darüber berichtet wurde? Nein, sondern weil ich hören wollte, was aus einem Text geworden ist, welchen ich zur Aegidiikirche in Quedlinburg geschrieben hatte. Ich wurde fündig und musste feststellen, dass der gesprochene Text nicht in jedem Punkt dem Original entsprach. Am Ende endet der Text abrupt, war wahrscheinlich für den zur Verfügung stehenden Speicherplatz etwas zu lang. Sicher hätte er auch besser gelesen werden können. Schade auch, dass es nur ein allgemeines Bild von Quedlinburg hinter dem Text gibt. Dem Zweck, sich mittels moderner Technik mit Gebäuden in Quedlinburg zu beschäftigen, wäre mit einer Bilderfolge vom Objekt sicher besser gedient. Eine qualifizierte Führung sollten solche Aktionen allerdings nicht ersetzen. Übrigens wäre ich auch bereit gewesen, den Text noch einmal zu überarbeiten und auf eine entsprechende Länge zu „stutzen“. Hier nun der ursprüngliche Text:  
„Sprechende Häuser

Hallo und danke, für das Interesse an meinem Sein.

Ich bin die Aegidiikirche, die nördlichste der Quedlinburger Stadtkirchen und blicke auf eine lange Geschichte zurück.
Wie alt ich genau bin, … kann ich nicht sagen, ich erinnere mich nicht und wie es der Menschen Art ist, glauben sie dem geschrieben Wort mehr, als dem gesprochenen. Und so wurde ich im Jahre 1179 erstmalig in einer Urkunde erwähnt. Nichts desto trotz gab es mich zu diesem Zeitpunkt schon und das Gebiet, in welchem ich mich befinde, ist eines der ältesten Siedlungsgebiete auf dem Gebiet der heutigen Altstadt. Hier lebten schon Menschen, als Heinrich I. oft in Quedlinburg weilte und wahrscheinlich schon wesentlich früher.
Wie viele Kirchen meines Alters, habe auch ich klein angefangen. Genau erinnern kann ich mich daran allerdings nicht mehr, es ist einfach zu lange her und wer hat schon genaue Erinnerungen aus seiner frühen Kindheit, wenn diese nicht jemand anders bewahrt hat? So war ich vielleicht einmal eine kleine Kapelle, welche sich zu einem Dorfkirchlein mauserte, aber lange noch nicht über die heutige Größe verfügte.
Heute bin ich eine spätgotische Hallenkirche mit frühgotischem Chor, einem frühgotischem südlichem Querhaus, frühgotischem Westwerk, barocken Rundbögen, sowie einem barocken Tonnengewölbe. Die Grundlage meiner Dachkonstruktion ist übrigens einer der größten Ständerbauten Quedlinburgs, aus der Zeit um 1467.
Eine dreischiffige Basilika war ich, als ich im dreizehnten Jahrhundert ein sehr mächtiges Westwerk erhielt, welches heute weitestgehend noch erhalten ist. Dieses Westwerk war für mich damals viel zu groß, ähnlich wie bei meiner Schwester der Marktkirche.
Und doch unterscheidet uns einiges, nicht nur dass ich bis Ende des 13 Jahrhunderts noch vor den Toren der Stadt Quedlinburg stand.
Mein Westwerk bot den Menschen der hiesigen Siedlung auch Schutz vor Übergriffen. Das kann heute noch gut erkannt werden, wenn mein Westwerk von außen und innen in Augenschein genommen wird. Der Grundriss meiner Türme ist übrigens größer als der der Türme der Marktkirche, aber auch die Turmwände sind dicker. Die Obergeschosse des Westwerkes konnten einst gut gesichert werden. So führt von der zweiten in die dritte Etage nur eine Wendeltreppe, welche sich komplett in der südlichen Außenwand befindet. Wie in der ersten Turmetage, finden sich auch in der zweiten Turmetage frühgotische Kreuzgewölbe.
Ja, ich bin eine interessante Kirche, in welcher viele Generationen über Jahrhunderte ihre Spuren hinterlassen haben. Wobei nicht nur meine bauliche Hülle von so manchem Wandel im praktischen und geistigen Leben der Menschen in den verschiedensten Zeiten zeugt, sondern auch die Einrichtung.
So findet sich seit 1700 in mir der älteste Flügelaltar der Stadt Quedlinburg, er wurde um 1430/40 für die Marktkirche geschaffen und kam hierher als diese einen neuen barocken Hochaltar erhielt. Das Viertel, in dem ich zu finden bin und welches nicht unbedingt auf den üblichen Touristenwegen liegt, war früher ein armes Viertel. Dieses führte dazu, dass die Menschen sorgsam mit meiner Einrichtung umgingen, diese pflegten und erhielten. So finden sich neben einer reichgeschnitzten, von einer Moses-Figur getragenen, Barockkanzel aus der Zeit um 1600, ein Kirchengestühl, welches von den verschiedensten Besuchern bestaunt, im Jahre 1632 schon stand und 1712 durch Priechen ergänzt wurde.