Zitat:

Es setzt sich nur so viel Wahrheit durch, als wir durchsetzen; der Sieg der Vernunft kann nur der Sieg der Vernünftigen sein. - Bertold Brecht, „Leben des Galilei“

Zitat:

Bedrohlich ist das Volk für die Herrschenden, wenn es ohne Furcht ist.“ -Tacitus (römischer Historiker)

Zitat:

Die Furcht vor Übervölkerung tritt stets in Perioden auf, in denen der bestehende Sozialzustand im Zerfall begriffen ist. August Bebel

Dienstag, 27. September 2016

Johannishain in Quedlinburg - Beispiel für privatwirtschaftliche Verantwortlichkeit ...

Ein gutes Beispiel für privatwirtschaftliche Verantwortlichkeit findet sich heute in der MZ! Vor Jahren wurde ein Park verkauft und der neue Eigentümer lässt diesen verwahrlosen, die Schuld allerdings bekommen andere zugesprochen, seiner Verantworten wird der Eigentümer so allerdings nicht gerecht. Einen Zaun könnte er bauen, ist zu lesen, damit die Verursacher von Schutz und Dreck den Park nicht mehr nutzen können, aber Gutmensch wie er ist, möchte er das nicht und so hofft er das Stadt und Anwohner Verantwortung übernehmen. Dabei hat es sicher einen Grund gehabt, warum das Grundstück erworben wurde, sicher nicht aus Spaß an der Freude, das Gutmenschentum pflegend, sondern aus wirtschaftlichen Interesse wird die Entscheidung gefallen sein. Die Lage ist nicht schlecht, das Areal sicherlich verschieden nutzbar und Quedlinburg nach wie vor Welterbestadt. Im angrenzende Wohngebiet gibt es seit einiger Zeit wieder eine Einkaufsmöglichkeit, im Park, oder am Rande des Parks findet sich eine Kegelbahn und einige historische Sehenswürdigkeiten gibt es außerdem. Im Dreißigjährigen Krieg soll es in dieser Gegend, welche allerdings zu dieser Zeit noch einige Kilometer vor den Toren der Stadt lag, sogar ein Gefecht zwischen Kaiserlichen und Schwedischen Truppen gegeben haben.
Nun soll es aber im Park etwas gruselig sein, so das manch Zeitgenosse von vornherein eine Bogen drum macht. Vielleicht ändert sich das ja, wenn im Park kulturelle Veranstaltungen stattfinden, wie im Beitrag avisiert.

Samstag, 24. September 2016

Freibad in Quedlinburg ...?

Freibad in Quedlinburg, es gibt einen erneuten Ansatz! Wahl-politisch spielte das Thema des öfteren eine Rolle, insbesondere von der CDU strapaziert, soll es nun an die Umsetzung gehen. Die MZ berichtet darüber, ein Lageplan sowie Zeichnungen von verschiedenen Objekten im Projekt sind in der Zeitung zu sehen. Das ein solches Objekt auch Geld kostet, kann sich sicher jeder vorstellen und so werden Investitionssummen genannt, verschiedene Möglichkeiten und Ausbaustufen sind denkbar und Fördermittel sollen möglich sein. Auf Facebook wurde der Beitrag verlinkt und geteilt, es gibt nicht wenige Kommentare und da das Thema unter verschiedenen Gesichtspunkten interessant, habe ich folgende Gedanken niedergeschrieben:
Ähnlich wie das Plansche-Bad in Thale, die Investitionen werden der Öffentlichkeit überlassen, dabei ist es egal, ob diese von der Kommune, dem Land, dem Bund, der EU, oder andere Träger gezahlt werden. Denn es heißt: „Förderprogramme seien vorhanden, Baukosten für ähnliche Vorhaben in der Region mit 60 bis 70 Prozent unterstützt worden.“ Der Pferdefuß der Investition ist allerdings bei der Betreibergesellschaft zu finden, denn „„das Projekt ist umsetzbar“, sagte Ruch. Er machte aber deutlich, dass beim Betrieb der Anlage ein Zuschussbedarf bleiben werde - je nach Konstruktion der Betreibergesellschaft zwischen 150.000 und 300.000 Euro.“ Nicht gerade wenig und da von Betreibergesellschaft geschrieben wird, werden dieses wohl kaum die städtischen Unternehmen WOWI oder Stadtwerke sein, welche zum Vorteil der Stadt und ihrer Bürger nur besagte Gelder von einer Tasche in die andere verlagern würden. Somit kann mit Spannung auf ein entsprechendes Konstrukt gewartet werden, wenn es ähnlich wie in Thale wird, …wird es aber in einem Punkt nicht, da der Zuschussbedarf für die Anlage in Quedlinburg, im Verhältnis zur Investitionssumme (6,7Millionen) gesetzt, höher ist als der Zuschussbedarf welchen die Stadt Thale für ihr Plansche-Bad jährlich an den dortigen „Investor“ abzudrücken hat! In diesem Zusammenhang sei darauf verwiesen, dass das in Quedlinburg geplante Bad, mit Nebenanlagen, „nur“ ein Saisonbetrieb ist!
Nicht das ich gegen ein Freibad in Quedlinburg wäre, allerdings sollte dieses ausschließlich als kommunales Unternehmen geführt werden, als Betriebsteil der Stadtwerke oder der WOWI zum Beispiel. Mit einem solchen Konstrukt bleibt der Einfluss der Stadt auf das Unternehmen gewahrt, die Kommune kann davon Partizipieren und ist nicht nur Zahlmeister für privatwirtschaftliche Interessen!

Sonntag, 18. September 2016

Kunden müssen warten und die Meister sterben aus!

Kunden müssen warten und die Meister sterben aus! Oder sterben nur die Handwerksmeister aus …? Hat das Handwerk seinen goldenen Boden verloren, ist uninteressant für junge Menschen geworden?
Viel kann spekuliert werden, allerdings was im Beitrag in der MZ zum „Meistersterben“ an Gründen angeführt wird, ist zum Teil haarsträubend. So findet es der Sprecher der Handwerkskammer Halle Herr Schumann nicht gut, dass „wir … in Deutschland einen Abiturwahn“ haben, obwohl an anderer Stelle schon oft beklagt wurde, dass Schülern welche dem „Abiturwahn“ nicht verfallen sind, gelegentlich elementare Grundkenntnisse fehlen, um eine qualifizierte Ausbildung aufzunehmen. Das spricht zwar nicht unbedingt fürs Handwerk, ist aber Ausdruck für die Qualität des Bildungssystems hierzulande.
Dann wird noch etwas von „idealen Karriere(n)“ geschrieben, welche vermeidlicherweise mit einem Studium verbunden sein sollen und assoziiert, dass der Abschluss einer Meisterausbildung diverse Möglichkeiten offeriert. In diesem Zusammenhang wird oben erwähnter Herr Schumann mit der Aussage, „egal ob sie es können oder nicht“, nochmals zitiert. Und einmal davon abgesehen, dass die selbe Aussage auf eine Meisterausbildung angewendet werden könnte, stellt sich der Herr damit allerdings nur ein intellektuelles Armutszeugnis aus. Auch ist es nicht der Schmutz bei der Arbeit, welche Menschen davon abhält eine Meisterausbildung zu absolvieren, es gibt durchaus andere Tätigkeiten, bei welchen „man auch mal schmutzig wird“, sondern eher die Verdienstmöglichkeiten und wirtschaftlichen Perspektiven. Als qualifizierte Fachkraft kann in der Industrie unter Umständen mehr verdient werden, auch wenn manche Tätigkeit von dieser ausgelagert wurde, ... an Handwerksmeister, wie im weiterführenden Beitrag das Beispiel des Industriemechanikers zeigt, welcher Großtechnik im Tagebau wartet. Eine Aufgabe welche nicht ohne Grund von Unternehmen ausgelagert wurde, in der Regel um Kosten zu sparen. Der Handwerksmeister sozusagen als Billigarbeitskraft! Dabei befindet sich das Handwerk ohnehin auf einen absteigenden Ast, kann sich in Nischen unter Umständen noch gut entfalten, wo es allerdings mit der Industrie in Berührung kommt, hat es schlechte Karten, dient es entweder als billige Arbeitskraft, oder wird nieder-konkurriert! Keine guten Aussichten!

Dienstag, 6. September 2016

Letzten Sonntag wurde gewählt und ...

Letzten Sonntag wurde gewählt und es gilt nach wie vor, dass Wahlen verboten wären, wenn mittels ihrer gesellschaftliche Verhältnisse verändert werden könnten. Allerdings hindert dieses nicht daran, dass kräftig orakelt, der Untergang des Abendlandes prognostiziert und der Niedergang demokratischen Seins in diesem Land propagiert werden kann. Es wurde gewählt und das Ergebnis dieser Wahl ist so ungewöhnlich nicht, ein allgemeiner Rechtsruck in der Gesellschaft nicht mehr zu leugnen, setzt das große Gejammer über sich verändernde politische Verhältnisse ein. Dabei wurde dieses Jahr nicht erstmals gewählt, auch in Sachsen-Anhalt erhielt die neue Schwesterpartei neoliberaler Politik eine nicht geringe Zahl der Stimmen, prozentual sogar mehr als jetzt in Mecklenburg-Vorpommern. In absoluten Zahlen hatte diese Partei allerdings in Baden-Württemberg die meisten Wähler, auch wenn der Anteil „nur“ bei ca. 15% lag!
Nur was ist anders und was wird sich verändern? Anders ist, dass in Mecklenburg-Vorpommern die CDU ins Hintertreffen geraten ist und nicht die SPD, wie in Sachsen-Anhalt, da gilt es kräftig zu jammern, auch wenn es letztlich egal ist, wer eine Regierung führt, ob SPD, CDU, Die Linke, die Grünen oder eine andere Partei, es ändert sich an der Politik nur relativ wenig, meistens kosmetischer Art. Dabei ist die CDU, der AFD noch am nächsten, in ihrem neoliberalen Politikverständnis, allerdings wird als Grund entäußerten Wählerwillens die sogenannte Flüchtlingskrise ins Feld geführt, zugegebener Maßen ein Hauptaufhänger, wenn nicht gar der einzige, welchen die AFD ins Feld führt. Allerdings kann das Verhalten vieler Wähler darauf zurück geführt werden, oder sind es doch eher andere Gründe welche die Entscheidung manchen Wählers beeinflussten? Vielleicht das mit Hartz-IV verbundene Elend, fortgesetzte und beschleunigte Rüstungs- und Kriegspolitik, Kriegshetze in den Medien, Schaffung immer mehr prekärer Beschäftigungsverhältnisse, die Vertiefung von Zukunftsängsten in allen Schichten der Bevölkerung, soziale Sicherheit das war einmal, sozialer Kahlschlag ist!

Freitag, 12. August 2016

... mal wieder um gesellschaftliches Elend ...

In der MZ von heute, auf Seite 9 des Quedlinburger Harz Boten, geht es mal wieder um gesellschaftliches Elend in diesem Land, speziell im Harzkreis. Beklagt wird allerdings nicht das Elend, sondern die Auswirkungen auf die Elendsindustrie, welche sich aus rückläufigen Spendenaufkommen ergeben und welches dazu führt, dass es weniger Almosen zum verteilen gibt. Die Tafeln im Harz, speziell die Harzer Tafel Quedlinburg ist Thema, diese Institution des Elends, zur vermeidlichen Linderung des Elends, speziell des materiellen Elendes.
Also wie schon geschrieben, Ursachen des Elends bleiben unberührt, eher wird beklagt, dass es nicht mehr soviel Lebensmittel zum Verteilen gibt, die Schar der Elenden (Bedürftigen) alles andere, nur nicht im schwinden begriffen ist. Über 1800 Menschen werden von den Harzer Tafeln versorgt, darunter 450 Kinder, ist zu erfahren, auch zu erfahren ist, dass die Dunkelziffer der Bedürftigen wohl noch etwas höher liegt, da es Menschen gibt, welche sich scheuen diese Einrichtung aufzusuchen! Ein durchaus interessanter Beitrag, wobei er in der Druckausgabe der Zeitung etwas umfangreicher daherkommt, als in der Internetausgabe. Auf Facebook habe ich die Seite geteilt und mit folgenden Kommentar versehen:

Mittwoch, 27. Juli 2016

Loslassen!

 Loslassen!
Wir halten fest, an was auch immer,
Wir zeigen Kraft und Mut,
Wir halten fest, haben keinen Schimmer,
Wie gut, loslassen tut!
Wir halten fest, wollen nicht verlieren,
Wir haben Angst vor dem Verlust,
Doch hörn wir auf, mit dem Umklammern,
Dann fallen wir mit großer Lust!

Dienstag, 19. Juli 2016

Spuren gesellschaftlichen Elends

Fragen über Fragen, oder Arbeit über Arbeitseinkommen, oder nicht, weil keine Arbeit mit welcher Einkommen erzielt wird? In der MZ findet sich ein Beitrag, welcher auf eine Maßnahme der KoBa (kommunale Elendsverwaltung des Landkreises Harz) verweist und Frauen, alleinerziehend, sind an dieser Maßnahme beteiligt, ein Theaterstück das Ergebnis ihres tun, welches aufgeführt wurde und zumindest auf der Facebook-Seite der MZ umfassend diskutiert wird, oder zumindest wurde. Derlei Diskussionen sind oft auch Beleg dafür, dass die neue Armut in diesem Land nach wie vor auf dem Vormarsch ist.
Ich habe ursprünglich eigentlich etwas anderes auf der Facebook-Seite der MZ gesucht, fand diese Diskussion, welche äußerst interessant daherkommt. In der Mehrheit diskutierten Frauen und manch Meinung ist beachtenswert, wobei in vielen Meinungen Klischees bedient werden und eine Keule gerade auch gegen alleinerziehende Frauen geschwungen wird. In der Regel von Frauen, welche in Lohn, Brot und Partnerschaft ihr Unverständnis über manche Aussage und über diese Maßnahme selbst äußern. Dabei ist zu beobachten, dass einige der Diskutantinnen ihr eigenes Elend gegen das Elend arbeitsloser, alleinerziehender Frauen stellen. In einem Kommentar wird sogar festgestellt, dass manch Monat weniger verdient wird, als Hartz-IV-Bezieher erhalten. Das ist zwar traurig, aber von den durch die Maßnahme betroffenen nicht zu verantworten, eher sollte sich die Schreiberin eines solchen Kommentars fragen, warum dies so ist und warum sie für sowenig Geld arbeiten geht! An verschiedener Stelle habe ich zwei Kommentare hinterlassen. Während des Lesens sind mir allerdings einige Gedanken mehr gekommen, welche ich zwar niederschrieb, allerdings nicht an entsprechender Stelle auf Facebook veröffentlichte, hier einige davon: