13.05.14
- Heute fand sich in der MZ
wieder ein Bericht zu den Vorgängen um das Kurzentrum in Bad Suderode. Das
erwerbende Unternehmen, der oft gepriesene Investor, im
speziellen Fall eine Projektentwicklungsgesellschaft, ist von einem
Insolvenzverfahren bedroht, war zu lesen. Das nicht erst seit gestern, sondern
schon seit vorgestern. Zu erfahren war auch, dass dieses Verfahren von einer
Krankenkasse angestrebt wird, es geht wohl um 8.000,- €. Die Stadtverwaltung
und der Oberbürgermeister streben die Rückabwicklung des Kaufvertrages auf
Grund nicht eingehaltener vertraglicher Absprachen seitens des Investors an,
mit dem Ziel die Grundstücke erneut zu privatisieren. Am 20.05.2014 solle es zu
diesem Zwecke eine Sitzung
des Quedlinburger Stadtrates geben, welcher allerdings am 25.05.2014 neu zu
wählen ist. Die Zeit drängt, war es doch gerade dieser Stadtrat, welcher eine
Privatisierung und die Schließung des Kurzentrums beschlossen hatte.
Wer weiß
wie der neue Rat entscheiden wird, ist doch der Ausgang der Wahl nicht
unbedingt sicher. Sicher ist auch zu berücksichtigen, dass es Zeit braucht, bis
sich der neue Rat konstituiert hat und mit seiner Arbeit beginnen kann. Somit
macht es durchaus Sinn, den Kaufvertrag aufzuheben, den Verkauf des Kurzentrums
noch vor der Wahl rückgängig zu machen.
Allerdings
ist es angebracht mit weiteren Beschlüssen zum Kurzentrum bis nach der Wahl zu
warten. Letzteres ist offensichtlich aber nicht geplant, in der MZ-Internetausgabe
findet sich ein Beitrag, welcher darauf verweißt, dass der Vertrag zwar
aufgehoben werden soll, aber im selbem Atemzug angestrebt wird die Verhandlungen
mit zwei anderen Bewerbern zu führen.
In
jüngerer Vergangenheit war einiges zum Kurzentrum zu lesen und nicht nur das
der Investor bis jetzt nicht zahlt, sondern auch, dass das Kurzentrum erst in zwei Jahren
wieder eröffnet werden soll. Letzteres ist für den Ort Bad Suderode nicht
unbedingt förderlich, zumindest nicht für die Unternehmen, welche in erster
Linie ihren Geschäftsbetrieb dem Betreiben des Kurzentrums zu verdanken haben.
Die
ehemaligen Beschäftigten des Kurzentrums haben ihre Tätigkeit schon verloren,
weitere Arbeitsplätze werden folgen und so manche selbstständige Existenz wird
ebenfalls den Bach runtergehen, welcher durch den Ort fließt. Das sich
Arbeitskräfte anders orientieren werden, ist verständlich, letztlich wird
diesen auch nichts anderes übrig bleiben, um nicht im Netz von Arbeitsagentur
und Koba hängen zu bleiben. Gerade den Fachkräften kann es gelingen sich neu zu
orientieren, unter Umständen werden diese sogar die Region verlassen, was dem
ohnehin oft beklagen Fachkräftemangel nicht unbedingt verringern wird. Diese
Fachkräfte zurück zu gewinnen wird nicht einfach sein, insbesondere wenn diese
die Region verlassen haben.
So sind in
der Vergangenheit diverse Aktionen zur Rückwerbung von Fachkräften durch die Landesregierung,
spezielle auch des Ministerpräsidenten, nicht unbedingt von Erfolg gekrönt.
Erinnert sei in diesem Zusammenhang an die Reise des Ministerpräsidenten nach
Baden-Württemberg, als es darum gegangen ist, abgewanderte Fachkräfte aus
Sachsen-Anhalt nach Sachsen-Anhalt zurück zu holen. Nur mit was wird objektiv betrachtet geworben,
das diese Fachkräfte, nach Rückkehr ins Land der Frühaufsteher unter Umständen
für 30% weniger Lohn arbeiten dürfen und das auch noch länger, wobei ihnen die
Last anderer Leistungen wie zum Beispiel Urlaubs- und Weihnachtsgeld zumindest
zum Teil, wenn nicht sogar ganz erspart bleibt?
Aber
zurück zum Kurzentrum, so gibt es auch in diesem Fall mehrere Möglichkeiten, so
gesehen gehört die Mär von der Alternativlosigkeit so mancher Entwicklung in
die Mottenkiste politischen Seins. Letztlich ist nicht nur in diesem
Zusammenhang mit Fragen nicht zu sparen und es sollte zumindest die Frage nach
dem Nutzen gestellt werden. Wem nutzt also eine Entscheidung, z. B. zur Privatisierung,
oder erneuten Privatisierung nach Rückabwicklung des Kaufvertrages, des Kurzentrums?
Dabei
wäre es gut, wenn geschrieben werden könnte, dass außer Spesen nichts gewesen
sei, aber es ist schlimmer, da wirtschaftliche Substanz bewusst vernichtet wurde,
in erster Linie in Form von Arbeitsplätzen! Dieser Prozess ist noch lange nicht
abgeschlossen, wenn nicht gegengesteuert wird und die Fehler der Vergangenheit
korrigiert werden. Eine erneute Privatisierung allerdings trägt zur Lösung der
entstandenen Probleme nicht bei.
Wichtig
und Hilfreich ist es auch, das Kurzentrum gesamtwirtschaftlich zu betrachten,
das privatwirtschaftlich organisierte Unternehmen dazu weitestgehend nicht in
der Lage sind, ist am Beispiel Kurzentrum Bad Suderode zu sehen. Das zeigt
nicht nur die Vorgehensweise des Investors, sondern auch das Verhalten von
Gewerbetreibenden vor Ort, im Zusammenhang mit der Privatisierung des
Kurzentrums.
Letztlich
und gesamtwirtschaftlich betrachtet, ist das Kurzentrum ein Erfolgsmodel, nicht
nur das in Folge seiner Errichtung und des Betriebes erheblich Investitionen in
Bad Suderode getätigt wurden, auch waren die Steuereinnahmen nicht zu
verachten, welche Kommune, Land und Bund generieren konnten. Wobei die
wenigsten Steuereinnahmen der Kommune direkt zu gute kamen.