Zitat:

Es setzt sich nur so viel Wahrheit durch, als wir durchsetzen; der Sieg der Vernunft kann nur der Sieg der Vernünftigen sein. - Bertold Brecht, „Leben des Galilei“

Zitat:

Bedrohlich ist das Volk für die Herrschenden, wenn es ohne Furcht ist.“ -Tacitus (römischer Historiker)

Zitat:

Die Furcht vor Übervölkerung tritt stets in Perioden auf, in denen der bestehende Sozialzustand im Zerfall begriffen ist. August Bebel

Dienstag, 4. September 2012

Ein Film und eine Forderung, … Gedanken

Die Partei Die Linke hat ein Filmchen gedreht oder drehen lassen, auf welches ich in einem „sozialem Netzwerk“, welches letztlich dem Kommerz zu dienen hat, aufmerksam wurde. Ist ja nicht schlecht gemacht, der Film, nur warum den Sack schlagen, wenn es eigentlich gilt den Esel zu treffen? Und so habe ich folgende Anmerkung zum Film hinterlassen:
Es wird der Sack geschlagen, um den Esel zu treffen!
Recht nett, nur ist das die Lösung gegen Kriege? Waffenexporte zu verbieten? Sicher ist die Kritik an Waffenexporten berechtigt, nur sollte sich der Frage nicht verschlossen werden, was mit einem solchen Verbot erreicht wird? Wenn es überhaupt realistisch ist! Letztlich sind es nicht die Waffen, welche Kriege machen, sie sind Mittel zum Zweck! Selbiges trifft für die Waffenexporte an sich zu, deren Verbot nicht das Ende von Kriegen bedeutet! Ursache von Kriegen sind nicht die Waffenexporte, eher ist es Umgekehrt! Es müssen Situationen geschaffen werden, welche sich in Kriege entladen und den Bedarf an Waffen schaffen. Krieg, die Fortsetzung der Politik mit anderen Mittel, das ist nicht neu und somit sollte zumindest eine Rolle spielen, was mittels Krieg fortgesetzt wird.
Wird die Waffenproduktion an sich aufs Korn genommen, kann der Sache schon näher gekommen werden, wird zudem noch berücksichtigt, was der eigentliche Grund dieser Produktion ist, der Grund für Produktion im System des Kapitals überhaupt, könnte den eigentlichen Ursachen von Kriegen nahe gekommen werden.
Ja, nettes Filmchen, allein bundesdeutsche Regierungspolitik, als Ausdruck einer klaren Interessenlage, befördert die verschiedensten Kriege, schürt die verschiedensten Kriegsherde und das unabhängig von genehmigten Waffenexporten, aber um diese notwendig und möglich zu machen!
In diesem Zusammenhang sei an Karl Marx erinnert und was er zum Profitund die Waghalsigkeit des Kapitals niederschrieb.

Nachsatz: Nun gut, es ist zur Zeit anscheint populär Waffenexporte in Frage zu stellen, ja sie sogar verbieten zu lassen, besser wäre Waffenproduktion einzustellen, aber all das wird nichts nutzen, wenn nicht die Ursachen für Waffenexporte beseitigt werden. Aber nicht nur das, es gehört die gesamte Exportwirtschaft auf den Prüfstand, gerade unter Berücksichtigung der enormen Exportüberschüsse dieses Landes, welche verantwortlich für so manche wirtschaftliche Schieflage nicht nur in der EU. Wie schon geschrieben, Krieg ist die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln, so verdient gerade die fortgesetzte Politik und ihre Ursachen zum Gegenstand der Kritik zu werden. Unter den gegenwärtig objektiv vorhandenen gesellschaftlichen Verhältnissen ist die Forderung des Verbotes von Waffenexporten eine Luftnummer, welcher jegliche Grundlage fehlt um sie in der Praxis durch und umzusetzen.

Kommentare:

  1. Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln?

    "Der Sparer erzeugt mehr Ware, als er selbst kauft, und der Überschuss wird von den Unternehmern mit dem Geld der Sparkassen gekauft und zu neuen Realkapitalien verarbeitet. Aber die Sparer geben das Geld nicht her ohne Zins, und die Unternehmer können keinen Zins bezahlen, wenn das, was sie bauen, nicht wenigstens den gleichen Zins einbringt, den die Sparer fordern. Wird aber eine Zeitlang an der Vermehrung der Häuser, Werkstätten, Schiffe usw. gearbeitet, so fällt naturgemäß der Zins dieser Dinge. Dann können die Unternehmer den von den Sparern geforderten Zins nicht zahlen. Das Geld bleibt in den Sparkassen liegen, und da gerade mit diesem Geld die Warenüberschüsse der Sparer gekauft werden, so fehlt für diese jetzt der Absatz, und die Preise gehen zurück. Die Krise ist da."

    Silvio Gesell

    Um die Krise hinauszuzögern, muss entweder der Staat "das Geld, das in den Sparkassen liegen bleibt" als zusätzlichen Kredit aufnehmen (staatlicher Verschuldungszwang) und in möglichst unrentable Projekte investieren, oder die Notenbank versucht durch exzessive Geldmengenausweitung eine schleichende Inflation von 2% pro Jahr, trotz bereits schrumpfender Realwirtschaft, beizubehalten. Die letzte Maßnahme verlängert das Elend (Zinsumverteilung von der Arbeit zum Besitz) nur kurzfristig, auf Kosten einer Verkürzung der Zeitspanne von der einsetzenden Deflation bis zur anschließenden Hyperinflation, ab der spätestens die öffentliche Ordnung vollständig zusammenbricht.

    Für die "hohe Politik" gibt es dann nur noch die "Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln", um durch eine umfassende Sachkapitalzerstörung den Zinsfuß wieder auf eine für den Kapitalismus lukrative Höhe anzuheben, damit nach dem Krieg und anschließender Währungsreform wieder neues Zinsgeld in neue Sachkapitalien investiert werden kann.

    Weil aber der Krieg nur solange der Vater aller Dinge sein konnte, wie es noch keine Atomwaffen gab, und wir den Rückfall in die Steinzeit durch die globale Liquiditätsfalle (Armageddon) mit Sicherheit nicht in Betracht ziehen wollen, verbleibt nur der eigentliche Beginn der menschlichen Zivilisation, mit dem einzigen "Nachteil", dass nach einer freiwirtschaftlichen Geld- und Bodenreform sowohl die "hohe Politik" (Machtausübung) als auch die Religion (Machterhalt) überflüssig werden:

    http://opium-des-volkes.blogspot.de/2012/09/von-den-drei-verwandlungen.html

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  2. Nun Stefan Wehmeier,
    ich bin kein Anhänger von Gesell, ich bin nicht einmal ein Anhänger des Systems des Kapitals, egal welche Spielart in der politischen Ökonomie gerade das Sagen hat. Gegenwärtig ist es der Neoliberalismus, vorher waren es die Ansichten Gesell`s, welche eine entscheidende Rolle spielten. Neuerdings wird letzterer wieder in den Vordergrund gerückt, weil die neoliberale Politik wiedereinmal gescheitert ist, wie vordem schon die Apologeten von Gesell. Egal welche dieser Theorien, sie habe eines gemeinsam, sie sind zum Scheitern verurteilt, weil sie über die Interpretation wirtschaftlichen Seins zum Erhalt des Systems des Kapitals nicht hinausreichen. Den praktischen Beweis dafür haben sie eigentlich im Zuge ihrer Anwendung zur Genüge erbracht. Somit taugt die zitierte Erklärung von Gesell nicht im geringsten um die wirklichen Ursachen der Krisen zu erkenne. Eher wird abgelenkt, dem „Sparer“ und dem Zinssystem die Schuld gegeben. Doch ist der Sparer schuld, wenn die Wirtschaft ins stocken gerät? Und das weil er für sein gespartes Zinsen haben möchte?
    Der Neoliberalismus hat seit Übernahme des Geschäfts die Probleme kapitalistischen Seins nicht gelöst, sie wurden nur etwas verschoben und erheblich verschärft, wobei diese Verschiebungen genutzt werden konnten etwas Zeit zu gewinnen, die Verteilung (Hartz IV, Ausbau des Niedriglohnsektor, Zunahme von Leiharbeit und prekärer Beschäftigung) wie auch Umverteilung (Steuerentlastungen für Reiche und z. B. Energiekostenentlastung für große Unternehmen und Belastung weiter Bevölkerungsschichten mit diesen Kosten) gesellschaftlichen Reichtums zu Gunsten der Besitzenden an den Produktionsmitteln zu verschieben. Nur ist aufgeschoben, nicht aufgehoben und so entfaltete die allgemeine Krise des Kapitals um so härter ihre Potenziale. Den Schalter nun wieder umzulegen, könnte ebenfalls etwas Zeit verschaffen, mehr aber nicht und ohne potenzierende Auswirkungen vermeiden zu können. Es ist nämlich nicht so, dass regionales Wirtschaften, regionale Geldkreisläufe ohne Zinsen, vermehrte Investitionen des Staates, volkswirtschaftliche Probleme welche sich aus dem System des Kapitals ergeben, lösen könnten und das ohne Berücksichtigung der allgemeinen Produktivkraftentwicklung.
    Weiter:
    http://kucaf.blogspot.de/2012/10/antwort-auf-einen-kommentar.html

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