Gelegentlich geistern
Suppenküchen, Tafeln und ähnliches durch Medien und Diskussionen.
In der Mailingliste der Freidenker fand sich ein freigeistiges Wort
zum Sonntag mit diesem Thema und auch an anderer Stelle fanden sich
Aussagen. Im Rundbrief Nr. 3, 2013, des DFV Nord, findet sich ein Text
mit der Überschrift: „Almosensystem – eine Notlösung wird 20
Jahre alt“, zum Thema.
Zu einem Beitrag in
der Liste zum Thema Suppenküchen schrieb ich folgende Gedanken
nieder:
Suppenküchen, ja
Suppenküchen, Tafeln und so weiter, ein eigener Wirtschaftszweig,
die Almosenindustrie läuft auf vollen Touren und es wird gepriesen,
gelegentlich als
Erfolg,
wenn Suppenküchen mit Zulauf betrieben werden. Aber was ist dieses
für ein Erfolg in einer Gesellschaft, wenn eine wachsende Zahl von
Menschen auf Almosen angewiesen ist? Ja was ist das für eine
Gesellschaft, in welcher so etwas der Fall ist?
Nun wurde ich in die DDR
hineingeboren, bin dort groß geworden, zur Schule gegangen, habe
einen Beruf erlernt und in mehreren Berufen gearbeitet. Zwei Kinder
habe ich in der DDR gezeugt und die Bäume welche ich als Schüler
schon gepflanzt habe waren nicht wenige, als es darum ging einen
abgebrannten Wald wieder aufzuforsten. Ein Haus habe ich nicht
gebaut, die Mieten waren sehr günstig und wenn ich heute Gästen aus
den gebrauchten Bundesländern, welche ich gelegentlich durch
Quedlinburg führe, erzähle, das die Miete zwischen 0,60 und 1,10
Mark der DDR pro Quadratmeter betragen hat, können diese es kaum
glauben. Wobei es auch keine Frage des Glaubens ist, sondern eine des
Wissens, aber auch des Verstehens! Glaube, oder besser der Träger
des religiösen Glaubens, die Kirchen, hatten im Mittelalter auch die
Funktion Almosen zu verteilen, war nicht nur damals eine ihrer
Aufgaben und diente dem Erhalt bestehender Machtverhältnisse.
Mein erstes Kind wurde
geboren als ich noch bei der Volksmarine Dienst tat und es war eine
Zeit in welcher sich einiges bewegte. So lass ich 1985 im ND das in
Warschau die erste Suppenküche zur Armenspeisung eröffnet worden
war. Diese Meldung hat sich mir eingeprägt, weil sie alles anderes
als normal für einen Staat mit sozialistischer Ausrichtung gewesen
ist. Damals dachte ich, dass es durchaus bezeichnend für die
Ereignisse in Polen ist und zeigt wohin die verschiedensten
Bestrebungen führen.
Solang es die DDR gegeben
hat, gab es in ihr keine Suppenküchen, welchen die Aufgabe
zugefallen wäre Arme zu speisen. Die DDR hörte auf zu existieren
und die Suppenküchen kamen, erst verhalten und später immer mehr.
Heute kann ich feststellen, dass mit dem Elend der Menschen viel Geld
verdient wird, dass sich ein ganzer Wirtschaftszweig damit
beschäftigt und es durchaus notwendig wäre auch um das Recht
humanistisch sterben zu dürfen zu kämpfen. Letzteres hat zwar
weniger mit der Armenspeisung zu tun, aber auch mit dem Elend in
dieser Gesellschaft und seiner Vermarktung. Auch in diesen Bereichen
ist die Kapitalverwertung lange schon angekommen, der Mensch nicht
nur als Verkäufer der Ware Arbeitskraft und Schöpfer des
gesellschaftlichen Reichtums, nicht nur als Konsument des ihn in
Warenform entgegentretenden Reichtums, sondern auch als Objekt der
Verwertung selbst. Und so gibt es Menschen, welche trotz des
Verkaufes ihrer Arbeitskraft, vom gesellschaftlichen Reichtum nur
partizipieren können, indem sie die Angebote von Suppenküchen,
Kleiderkammern und andere Institutionen der Armutsindustrie nutzen.
Ja, es ist schon ein
Elend mit dem Elend, aber auch mit den Elenden!
„Man muß den
wirklichen Druck noch drückender machen, indem man ihm das
Bewußtsein des Drucks hinzufügt, die Schmach noch schmachvoller,
indem man sie publiziert.“ Karl Marx
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