
besondere Ware,
deren spezifischer Gebrauchswert darin besteht, allgemeines Äquivalent
aller anderen Waren zu sein. Als von den Waren losgelöster und selbst
als eine Ware neben ihnen existierender Ware ist Geld notwendiges
Resultat der Entwicklung von Warenproduktion und Warenzirkulation. Im
Reproduktionsprozess dient es dazu, die in den Waren enthaltene
gesellschaftliche Arbeit, d. h. den Wert, zu messen und im Preis zum
Ausdruck zu bringen. Hierbei tritt es nur ideell in Erscheinung.
Zugleich vollzieht es in Form des Geldumlaufs eine eigene reale Bewegung
mit dem Ziel, sowohl den Warenaustausch zu vermitteln als auch
Distributionsprozesse zu vollziehen. Im Verlauf der historischen
Entwicklung der Warenproduktion ging die Funktion des allgemeinen
Äquivalents auf die Edelmetalle und letztlich auf
das Gold über. Heute üben Kredit-Geld und Staatspapier-Geld die
Funktionen des Geldes aus. Als eine historisch entstandene Wertform
stellt das Geld wie der Wert überhaupt eine besonders gegenständliche
Form der Produktionsverhältnisse dar. Geld ist daher keine Sache,
sondern drückt gesellschaftliche Verhältnisse aus.
…
Funktionen des Geldes sind:
a.) Maß der Werte
und Maßstab der Preise zu sein, d. h., der Wert aller Waren wird mit
Hilfe des Geldes gemessen und zum Ausdruck gebracht. Geldausdruck des
Warenwertes ist der Preis. Dieser kann nur mit Hilfe einer Geldeinheit
als Maßstab festgelegt werden;
b.) als
Zirkulationsmittel zu fungieren, d. h. den Warenaustausch zu vermitteln.
Diese Funktion umschließt den unmittelbaren Händewechsel von Ware und
Geld;
c.) als
Zahlungsmittel bei der Vergütung von Verbindlichkeiten zu dienen, wenn
Kauf und Verkauf zeitlich getrennt sind, sowie von anderen
Verpflichtungen, wie Steuern, Miete usw. In dieser Funktion wird das
Geld Grundlage des Kredits;
d.)
Akkumulationsmittel oder Mittel zur Schatzbildung zu sein. Als solches
fällt es aus dem Zirkulationsprozess heraus und dient insbesondere als
Voraussetzung für die Erweiterung der gesellschaftlichen Reproduktion.
Geld ist auch notwendig als Reserve für die zirkulierende Geldmenge;
e.) als Weltgeld in den internationalen Ware-Geld-Beziehungen zu fungieren. …
In der
kapitalistischen Warenproduktion vermittelt das Geld die grundlegenden
gesellschaftlichen Beziehungen. Es verwandelt sich in Kapital und wird
zum Ausdruck des kapitalistischen Reichtums.
Angelehnt an: Kleines politisches Wörterbuch, sechste Auflage, Dietz Verlag Berlin 1986 Seite: 291/92
An dieser definition fehlt eine sehr wesentliche funktion des geldes: es ist vor allem auch ausschluß- und zwangsmittel.
AntwortenLöschenWeshalb waren denn nach der währungsreform 1948 in Westdeutschland plötzlich die läden gefüllt? Doch nicht, weil über nacht ein wunder geschehen wäre und es von einem tag auf den anderen alles in hülle und fülle gegeben hätte, sondern weil die mehrheit der bevölkerung den großteil der spargroschen enteignet bekommen hatte und damit von den schönen sachen, die in den schaufenstern zu sehen waren, gar nichts hatte. Die leute waren erstmal gezwungen, erstmal ordentlich zu niedriglohn zu schuften, bevor es auch nur ein frühstücksei geben konnte.
Das »tolle« am kapitalismus und seiner geldbasierten wirtschaft ist doch, daß er die bedürfnisse der menschen, die nichts haben und auch nicht imstande sind, sich geld zu verschaffen, überhaupt nicht wahrnimmt. So daß es ständig dazu kommt, daß menschen trotz guter ernten verhungern, weil das zeug leider nicht zum essen sondern zum verkaufen produziert wurde.
Traurig, daß man diese eigenschaft des geldes auch beim Diez Verlag offenbar als dermaßen selbstverständlich betrachtete, daß es nicht als erwähnenswert schien. Oder hast Du den möglichen punkt »f« nur vergessen aufzuschreiben? Der Marx zumindest hat das nicht ausgelassen.
Danke für den Kommentar, das Wörterbuch ist zwar schon etwas älter, allerdings durchaus noch aktuell. Die Kritik ist nachvollziehbar, was die Geldfunktion als Ausschluss- und Zwangsmittel betrifft, also als ein Mittel zur Disziplinierung von Menschen, allerdings ist dieses in den Punkten enthalten. Es wird zwar nicht direkt angesprochen, doch ist aus den genannten Funktionen zu folgern …
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