Der MZ vom 14.01.2026 Seite 1 ist zu entnehmen, das der zurücktretende Ministerpräsident des Landes Sachsen-Anhalt keine Experimente möchte. Ein entsprechendes Signal zu den Landtagswahlen im September wird gesendet, den „„das Signal ist: Wir wollen hier keine Experimente. Wir wollen Kontinuität“, sagt der 71-Jährige.“
Das ist zumindest ein Standpunkt, allerdings nicht unbedingt ein erstrebenswerter, da es mit der Kontinuität so eine Sache ist. Das er keine Experimente möchte kann ein Signal an die Koalitionspartner sein, er „empfiehlt eine Fortsetzung der schwarz-rot-gelben Koalition über die Landtagswahlen im September hinaus.“ Immerhin braucht er zur Wahl seines Nachfolgers die Stimmen seiner Koalitionspartner und die Aussicht auf eine gemeinsame Zukunft ohne „Experimente“.
Nur was bedeutet das Streben nach „Kontinuität“ in der jetzigen Zeit? Letztlich nur das Festhalten am Niedergang, denn das ist die einzige Kontinuität welche zur Zeit in diesem Land zu erkennen ist. Die Wirtschaft geht dem Bach runter, zumindest das was von der Wirtschaft noch übrig ist, das Bildungssystem wird weiter an die Wand gefahren, die Energieversorgung beschleunigt auf unsicher, vorindustrielle Energiequellen umgestellt. Unterm Strich bedeutet Kontinuität in der aktuellen Politik dieses Landes im besten Fall Stillstand, keine Entwicklung mehr, was auch ein Rückschritt ist und weiter in den Niedergang führt.
Daran wird auch der Rücktritt nichts ändern, dieser ist eher dafür gedacht dem Nachfolger eine bessere Ausgangsposition zu verschaffen. Die Koalitionspartner werden dem kaum etwas entgegensetzen, haben diese doch noch mehr Stimmen verloren als die CDU.
So ist die Aussage von der Kontinuität auch eine Beruhigungspille für die Koalitionspartner, aber ein schlechtes Signal an die Wähler, denn wer möchte ernsthaft ein weiter so?
Auf der zweiten Seite der Zeitung findet sich zum Thema ein etwas umfassenderer Beitrag, interessanter ist allerdings der Hauptbeitrag auf der ersten Seite, welcher mit: „Gasspeicher leeren sich rasant“ überschrieben ist. Da sind ein paar Flocken Schnee gefallen, die Temperatur rutschte unter die 0°-Grenze, es ist Winter und die Katastrophe wurde zumindest prophezeit. Kinder mussten nicht zu Schule, denn was hätte alles passieren können wenn die Orakelsprüche sich wieder erwarten bestätigt?
In jedem Fall leeren sich die Erdgasspeicher und der Füllstand ist wesentlich niedriger als in den Jahren zuvor, liegt wahrscheinlich daran, dass die Speicher in der warmen Jahreszeit nicht entsprechend befüllt wurden. Warum dem so war ist im Beitrag zumindest zum Teil zu erfahren, hat etwas mit Spekulieren am Energiemarkt und der Bezugsquellen zu tun. Ohnehin hatten sich die Bundesregierungen der letzten Jahre dazu entschlossen teures Gas einzukaufen und damit das konsequent geschehen konnte, wurden die Gasleitungen in der Ostsee, welche aus Russland kommen, gesprengt. Das Thema Gasleitungssprengung ist allerdings nicht vom Tisch, Frage 6 des Beitrages zur Gasspeicherfülle lautet: „Wo liegen die Gefahren für die Gasversorgung?“ und es ist zu erfahren, es „„liefern die Norweger aktuell bis zum Anschlag. „Eine möglich Sabotage der Pipelines ist aus meiner Sicht die größte Gefahr für das europäische Energiesystem“,“. Ja wer da schlimmes denkt. In jedem Fall sind die Probleme hausgemacht, Spekulationen mit dem Rohstoff ist eins, nicht unbedingt da wichtigste, wichtiger ist der Zugang zu den Rohstoffen an sich und dieser wurde in den letzten Jahren von der Bundespolitik erheblich erschwert, zugegeben nicht ohne äußere Hilfe. Welche Interessen hinter dieser Politik stehen, lässt man lieber im Dunkel. In jedem Fall ist es ein Schritt in Richtung weiterer Deindustrialisierung, Gloria Halleluja, es lebe der irrational zu begründende gesellschaftliche Fortschritt des Neoliberalismus! Oder handelt es sich nur um die Folgen gesellschaftlicher Entwicklung im Niedergang eines Systems?
Und um den Bogen zu schließen und wie der scheidende Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt feststellte: „Wir wollen hier keine Experimente. Wir wollen Kontinuität“!
Der Niedergang ist nicht aufzuhalten, die Kunst besteht darin ihn so zu verwalten, dass seine Ergebnisse nicht irreparabel daherkommen, es kommt darauf an, den Untergang zu gestalten und die Aussicht auf eine bessere Zukunft zu erhalten.
Wie war es mit der Weisheit letzter Schluß?
Oder „der Weisheit letzter Schluss, das einmal Schluss sein muss! Dabei liegt die Zukunft längst im Alten begründet, ihre Geburt lässt das Alte verschwinden und das Neue sich finden!


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