| Anonymes Schreiben 1 |
Ein anonymes Flugblatt flatterte in Briefkästen, in jeden? Kann ich nicht sagen, in jedem Fall sprach mich ein Bekannter darauf an, er zeigte mir dieses und ich war nicht überrascht, ein paar Tage später das Flugblatt ebenfalls im Briefkasten zu finden.
Zwischenzeitlich war dieses Flugblatt mindesten zweimal Gegenstand eines Beitrags in der Zeitung, der Mitteldeutschen und das will was heißen. Zumindest das es wahrgenommen wurde und sich mit diesem auseinandergesetzt wird. Also ein Erfolg für die Initiatoren, egal wie viele es sind? Durchaus!
Auf der einen Seite des A4 Blattes steht: „Rüstungsindustrie in Quedlinburg?“ und etwas weiter unten, in noch größeren Buchstaben: „Nein!“. Auf der anderen Seite findet sich ein Text, welcher überschrieben mit: „Info-Blatt zur Ansiedlung von Rüstungsindustrie im sogenannten „Zukunftsprojekt“ Morgenrot“. Gegen dieses Projekt gibt es Widerstand und das aus berechtigten Gründen, darunter ist die mögliche Ansiedlung von Rüstungsindustrie einer. Das Schreiben selbst ist interessant und enthält einige wichtige Zusammenhänge. In der Zeitung wurde sich allerdings mit den Zusammenhängen weniger auseinandergesetzt, sondern vordergründig mit der „Rüstungsindustrie in Quedlinburg?“ als Aussage.
Und so ist ein Beitrag in der MZ vom 14/15.03.2026 auf Seite 15 mit: "Investoren dementieren Gerüchte“, überschrieben. Der Beitrag selbst ist interessant, da er nicht nur ein Dementi, sondern einiges verrät und bei genauer Betrachtung als ein Dementi des Dementis angesehen werden kann. So ist zum Beispiel zu lesen: „„die Behauptung zur Rüstungsindustrie „entbehrt jeder Grundlage“, …. Die Aussage bis hin zu Formulierungen wie „Hallen der Todesproduktion“ seien „tendenziös, pauschalisierend und in dieser Form an den Haaren herbeigezogen“, so der Unternehmenssprecher …““. Nur was sagt das zum, oder über das Vorhaben? Das die Aussage tendenziös, pauschalisierend ist, tendenziös im Sinne von voreingenommen vielleicht und pauschalisierend im Sinne von vereinfachte Aussage über dieses Vorhaben zu treffen? Was letztlich nicht ungewöhnlich, wenn es sich um Projekte handelt, um welche ein Schleier des Schweigen gelegt wird. Also es wenig Informationen gibt, zu dem was an Industrie angesiedelt werden soll.
Und so ist die Aussage zum anonymen Schreiben „„in dieser Form an den Haaren herbeigezogen“,“ zu hinterfragen, da in dieser Form, wie sieht es mit anderen Formen aus? In jedem Fall impliziert diese Aussage, dass die gegenständliche Aussage nicht falsch ist, sondern nur eine falsche Form gewählt wurde, an welcher es „an den Harren herbeigezogen“, wurde. Vielleicht wird kritisiert, das in der Halle ja nicht der Tod produziert wird, sondern Werkzeuge zum töten?
Der Vorteil von den ganz geheimen Sachen ist, dass sich jeder sicher sein kann, dass es mit Sicherheit nicht im Interesse der Menschen in Quedlinburg ist, wäre es anders, so bräuchte es nicht der diesbezüglichen Verschwiegenheit. Und mit dem Mantel der Verschwiegenheit wird der Raum für Spekulationen geöffnet, welche letztlich nicht zu entkräften sind, ohne den Mantel zu lüften.
In jedem Fall wird die anzusiedelnde Industrie viel Abwärme produzieren, denn vorgesehen sei „die Nutzung von Abwärme aus dem Industriepark für die kommunale Wärmeversorgung.“ Und einmal davon angesehen, dass Wärme im Produktionsprozess immer anfällt, muss es schon eine ganze Menge sein und das auch noch beständig, um damit zum Beispiel Wohnungen zu heizen. Vielleicht wird es ja auch ein großes Rechenzentrum, wie angedeutet, mit entsprechenden Speicherkapazitäten zur Entwicklung sogenannter künstlicher Intelligenz. Da fallen dann wirklich enorme Mengen an Abwärme an, auf Grund des sehr hohen Energieverbrauchs und des kontinuierlichen Betriebs. Ob der Energiebedarf solcher Anlagen aus sogenannten erneuerbaren Energien mit der erforderlichen Zuverlässigkeit zu decken ist, ist fraglich, da diese ausnahmslos auf vorindustrielle Energiequellen zurückgreifen, welche sich im allgemeinen durch ihre Unzuverlässigkeit auszeichnen. Wind und Sonne werden da nicht reichen und ein Länder übergreifendes Verbundsystem zum Ausgleiche der Schwankungen funktioniert nur im Frieden wirklich gut.
Es gibt viele Gründe dieses „Zukunftsprojekt Morgenrot“ abzulehnen, im anonymen Schreiben wird vordergründig einer genannt, aber auch einiges zu den Hintergründen und Ambitionen der Investoren, sowie möglichen Folgen für die Stadt Quedlinburg.
Woher der Wind wehen soll, wenn er keine Windmühlen antreibt, sondern anonyme Schreiben in Briefkästen, ist dem MZ-Beitrag zu entnehmen, denn „„dass zu einer Ansiedlung von Rüstungsindustrie „vertrauliche“ Verhandlungen „geführt und planerisch vorangetrieben“ würden. Das sei „typische Antifa- und AfD-Propaganda“, hatte Frank Ruch erklärt, „weil völlig haltlos“.“ Fest steht das Verhandlungen geführt werden, vertraulich sind und sicher werden diese „planerisch vorangetrieben“, wenn dann noch bedacht wird, dass anzusiedelnde Industrie alles möglich produzieren kann und die Produkte verschieden eingesetzt werden können, ist es eigentlich daran nachzuweisen, dass die Aussagen im anonymen Schreiben diesbezüglich falsch sind. Was schwerlich möglich, ohne die Verhandlungen und ihre Ergebnisse offen zu legen und so kämpft der Oberbürgermeister propagandistisch gegen die Aussagen, in dem er sie eigentlich als „völlig haltlos“ klassifiziert. Dabei versäumt er nicht die möglichen Verursacher zu benennen und begibt sich nicht nur auf sehr glattes Eis, sondern verkennt, dass der Widerstand gegen dieses Projekt für Investoren auch zur Abschöpfung staatlicher Förderungen sehr vielschichtig ist.
Wie in der Politik heute üblich, werden die gängigen Keulen zur Abschreckung dieses allgemeinen Wiederstandes geschwungen und das als allgemein böses erkannte genannt.
Letztendlich
weis keiner von was und überhaupt „„für einen künftigen
Industriepark stehe derzeit „kein Ansiedlungsunternehmen fest, es
gibt keine vertraglichen Bindungen. Spekulationen über
„Rüstungsindustrie“ können wir aus unserer Sicht nicht
bestätigen“, erklärt Getec-Unternehmenssprecher Arne Oltrogge. …
„Im Rahmen der Möglichkeiten“ könne mitgeteilt werden,
dass Gespräche mit Betreibern von Rechenzentren geführt würden.““
Und wofür können Rechenzentren nicht alles genutzt werden? Der jüngste unprovozierte Krieg der USA und Israels gegen den Iran zeigt, dass solche Zentren zur kritischen Infrastruktur gehören, welch zu zerstören.
Interessant ist, wie dieses anonyme Schreiben aufgenommen wurde, das es zumindest von der regionalen Presse und selbst im Rathaus Reaktion erfuhr. Wie es hingegen von den Einwohnern der Stadt gesehen wird, kann so nicht gesagt werden, allerdings die Reaktionen lassen positives erwarten. Positives im Sinne einer Ablehnung dieses Projektes.
Zwar können Menschen heute oft nichts mit politischer Ökonomie anfangen, genauso wenig mit objektiv wirkenden Gesetzmäßigkeiten in der Gesellschaft, aber gerade die Erkenntnis letzterer zeigt wohin die Reise geht. Bei diesem Vorhaben geht es in erster Linie um Investitionen zum Zwecke der Kapitalkumulation, im Fetisch ewigen Wachstums. Das dazu ideologisch begleitet funktionierende Strukturen zerstört werden mussten um neuen Bedarf zu schaffen, ist Ausdruck für den Niedergang eines gesellschaftlichen Systems. Zu den Hauptmitteln wirtschaftlicher Förderung in der Politik sind Sanktionen und Subventionen geworden, was sich auch darin zeigt, dass immer mehr Produktivkräfte in Destruktivkräfte verwandelt werden.
Das Industriezeitalter nahm seinen Anfang mit der Dampfmaschine, sie ermöglichte eine für die industrielle Produktion notwendige kontinuierliche Energieversorgung und die Unabhängigkeit von unsicheren Energiequellen. Mit der Vernichtung der Möglichkeiten sicherer Energieerzeugung und deren Ersatz durch vorindustrielle Energiequellen, wird der Weg in eine vorindustrielle Gesellschaft geebnet. Also weiter so, das Motto, auf die Bäume ihr Affen, nur wer fegt den Wald?
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| Anonymes Schreiben 2 |


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