Zitat:

Es setzt sich nur so viel Wahrheit durch, als wir durchsetzen; der Sieg der Vernunft kann nur der Sieg der Vernünftigen sein. - Bertold Brecht, „Leben des Galilei“

Zitat:

Bedrohlich ist das Volk für die Herrschenden, wenn es ohne Furcht ist.“ -Tacitus (römischer Historiker)

Zitat:

Die Furcht vor Übervölkerung tritt stets in Perioden auf, in denen der bestehende Sozialzustand im Zerfall begriffen ist. August Bebel

Dienstag, 19. Oktober 2010

Rechte Tasche – linke Tasche, aber ...

In der Mitteldeutschen Zeitung fand sich am 11.10.2010 auf Seite 9 (Quedlinburger Harzbote) ein Beitrag mit dem Titel „Gas und Strom bald von den Stadtwerken?“ in welchem darüber berichtet wird, das darüber nachgedacht wird, ob der Einkauf von Strom und Gas für den Kurbetrieb in Bad Suderode „weiterhin ausgeschrieben, oder … der Betrieb verpflichtet (wird), beides ab 1. Januar kommenden Jahres, nach der Eingemeindung nach Quedlinburg, von den „befreundeten“ Stadtwerken zu beziehen?“ Eigentlich eine Frage, welche sich so nicht stellen dürfte, da Quedlinburg ab dann sicher auch für die Verluste des Kurzentrums mit aufkommen muss. Zum Beitrag selbst hatte ich folgende Gedanken, leider ist der Beitrag in der Internetausgabe der MZ nicht zu finden.  
Rechte Tasche – linke Tasche, aber das Geld bleibt wenigstens in der Region!
Heute (11.10.) fand sich in der MZ ein Beitrag, welcher sich mit einer Folge der jüngsten Gebietsreform beschäftigt. Im Ergebnis dieser Reform werden Bad Suderode, Gernrode und Rieder in die Stadt Quedlinburg „eingemeindet“. Da es in den drei Kommunen Kräfte gibt, welche die Eigenständigkeit erhalten wollen, könnte sogar von Zwangseingemeindung gesprochen werden. Andererseits ist es den drei Gemeinden in der Vergangenheit nicht gelungen, den Fortgang weiterer Gemeinden aus der nun scheidenden Verwaltungsgemeinschaft zu verhindern.
Nun handelt es sich mit Quedlinburg sicher nicht um eine Liebesheirat, eher um einen Kuhhandel, einer Zwangsehe, welche an anderen Ort beschlossen wurde. Selbst Quedlinburg hatte nicht dazu beigetragen, eher hatte es den Anschein, als ob man lieber allein geblieben wäre.
Grundsätzlich wären gewachsene Verbindungen sicher Wünschenswerter, aber unabhängig davon, hat ein solcher Zusammenschluss durchaus Vorteile, wenn er den zum gegenseitigen Vorteil mit Leben erfüllt wird.
Leider hat es aber den Anschein, dass ein jeder seine Interessen in den Fordergrund stellt und weniger an eine regionale Zusammenarbeit gedacht wird. Kirchturmdenken hat sich in den letzten Jahren durchgesetzt, und oft wird dabei das Interesse einer Region aus dem Auge verloren. Besonders zeigt sich dieses auch an den Gewerbegebieten, welche jede Kommune vermeint vorhalten zu müssen, um in Konkurrenz gegen die Nachtbarkommune sich durchsetzen zu können. Dabei wäre es sicher im Sinne der einzelnen Kommunen gemeinsam die Kräfte zu bündeln und so auch einer weiteren sinnlosen Zersiedlung Einhalt zu gebieten. Vielleicht entpuppt sich gerade in dieser Beziehung die Gebietsreform als Vorteil, denn es macht wohl kaum einen Sinn, sich innerhalb einer Einheitsgemeinde ausboten zu wollen. Selbes trifft aber auch auf kommunale Unternehmen zu, diese sollten nicht unbedingt in Konkurrenz zueinander stehen, sondern sich in ihrem Wirken sinnvoll ergänzen. Nicht nur aus diesem Grund ist das Ansinnen des Kurbetriebes Bad Suderode eine kostenintensive Ausschreibung zu initiieren, um einen möglichst billigen Anbieter für Strom und Gas zu finden, absurd, sondern auch der Umstand spricht dagegen, das für die Verluste des Kurbetriebes zukünftig die Stadt Quedlinburg auch aufkommen muss. Das bedeutet nicht nur, dass eben auch Gewinne der Stadtwerke dafür herhalten müssen, sondern auch das im Falle eines anderen Anbieters erhebliche Mittel aus der Region abfließen. Ökonomisch betrachtet ist allein schon ein solches Ansinnen widersinnig und jeder Unternehmer ist eigentlich bestrebt, möglichst wenig Geld aus seinem Unternehmen abfließen zu lassen.  
Und einmal davon abgesehen, dass es keine Preise gibt, welche über den Marktpreis liegen, wie zu lesen ist, sollte im Zusammenhang mit der Einheitsgemeinde durchaus einmal über einen solchen Satz: Wir wollen keine Preise haben, die über dem Marktpreis liegen”, nachgedacht werden. Wie schon geschrieben, es handelt sich hier um einen Topf und da sollte es schon bestreben sein, dass Geld im Topf zu halten, auch wenn es sich darin bewegt! Ja, das Ansinnen des Kurdirektors läst entweder Unkenntnis marktwirtschaftlicher Zusammenhänge, oder agieren gegen kommunales Interesse vermuten und so sollte er sich eigentlich nicht wundern, wenn aus billig letztlich teuer wird! Nun ist eine Kommune, oder auch eine Einheitsgemeinde kein Wirtschaftsunternehmen, sollte in seinen eigenen Unternehmen aber auch darauf bedacht sein, wirtschaftlich erfolgreich im Interesse der Kommune zu arbeiten. Dabei ist es immer besser, Geld aus der recht in die linke Tasche zu wirtschaften, als in eine fremde Tasche!
Somit bleibt den Entscheidungsträgern die Einsicht zu wünschen, über ihren Kirchturm hinaus und im Interesse der Region, zumindest der zukünftigen Einheitsgemeinde zu entscheiden und eine Ausschreibung zur Ermittlung des günstigsten Anbieters abzulehnen. Für das Kurzentrum gibt es innerhalb der Einheitsgemeinde keinen günstigeren Anbieter als die Stadtwerke Quedlinburg!

Gegenstand der Betrachtung

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