Zitat:

Es setzt sich nur so viel Wahrheit durch, als wir durchsetzen; der Sieg der Vernunft kann nur der Sieg der Vernünftigen sein. - Bertold Brecht, „Leben des Galilei“

Zitat:

Bedrohlich ist das Volk für die Herrschenden, wenn es ohne Furcht ist.“ -Tacitus (römischer Historiker)

Zitat:

Die Furcht vor Übervölkerung tritt stets in Perioden auf, in denen der bestehende Sozialzustand im Zerfall begriffen ist. August Bebel

Freitag, 20. November 2009

Tanken und Rasten, am Puls der Zeit, den Infarkt in Kauf nehmend!

Tanken und Rasten, am Puls der Zeit, den Infarkt in Kauf nehmend!

Tanken und Rasten soll in Quedlinburg auch bald jener Verkehr, welcher Quedlinburg ansonsten, dank der B6n, nur an der Peripherie tangiert. Damit dieses geschehen und Quedlinburg einen verweilenden Hauch vom Puls der Wirtschaft erhaschen kann, soll eine „Lkw-freundliche Tankstelle Quedlinburg an der B 79“ entstehen, wie der MZ von heute zu entnehmen ist. Die Total Deutschland GmbH möchte zu diesem Zweck rund 60.000 Quadratmeter landwirtschaftliches Areal versiegeln. Zum notwendigen herauslösen dieser Fläche aus dem Landschaftsschutzgebiet hat „die Kreisverwaltung ihre Bereitschaft signalisiert“ und so stimmte der Bauausschuss für dieses Vorhaben. Zwar gab es eine Gegenstimme, diese konnte aber gegen die Apologeten der reinen Marktlehre nichts ausrichten. Auch nicht unter dem Gesichtspunkt, dass eine weitere „Tank- und Raststätte an der B 6n unweit des Lehofs zwischen den beiden Anschlussstellen Quedlinburg-West und -Ost“ geplant ist. Letzteres hat noch Zeit und da erst noch einiges baurechtlich zu klären ist, wird geplanter Autohof schon funktionieren, wenn die Tank- und Raststätte erst gebaut wird. Das in beiden Fällen Landschaft zersiedelt, landwirtschaftliche Nutzfläche verloren geht und zu betoniert wird, scheint keine Rolle zu spielen, Hauptsache Wirtschaft, auch wenn es sich nur um einen Windzug der selben handelt.

Eine Gegenstimme hat es gegeben und diese kam vom Bürgerforum, berechtigterweise wurde kritisiert, dass Natur weiter zugebaut wird und das besagtes Naturschutzgebiet schon durch den Bau der B 6n geschädigt wurde. Vorgeschlagen wurde den Autohof „an der Anschlussstelle Quedlinburg-Ost“ zu errichten. Welches durchaus Sinn macht, denn dort befindet sich ein ausgewiesenes Gewerbegebiet. Dieses wurde von den Apologeten des Marktes nicht einmal berücksichtigt und darauf verwiesen das ja Quedlinburg nicht unbedingt als wirtschaftsfreundlich gelten könnte. Das dieses gerade von der Vertreterin der FDP kommt, ist nicht weiter verwunderlich, da diese Partei eher für wirtschaftlichen Kahlschlag, im Nahmen unternehmerischer Freiheiten steht, als für regionale Wirtschaftsförderung. Und wen es der Vertreterin der FDP wirklich nur um Lkw-Stellplätze gehen würde, da würde sich sicher auch ein anderer Ort finden lassen, zum Beispiel eben das Gewerbegebiet an der Magdeburger Straße. Das nun der Vertreter der CDU einen Kompromiss mit dem Naturschutz fordert, liegt in der Natur des Wirtschaftsverständnisses dieser Partei, wo der Gewinnoptimierung alles unterzuordnen ist und das koste es was es wolle. Der Vertreter des QfW bekundet das er keine großen Bedenken hat, kleine Bedenken kommen aber auch nicht zur Sprache, jedenfalls nicht im Zeitungsbericht. Aber ob nun gerade ein Autohof die Wirtschaft ankurbelt, ist genauso zu bezweifeln wie der Glaube an ewiges Wachstum. Die Konsequenzen solcher Entscheidungen werden letztendlich der Gemeinschaft aufgebürdet. Hauptsache Wirtschaft, selbst wenn diese nur simuliert wird, das landwirtschaftliche Flächen auch Wirtschaftsflächen sind, fällt nicht ins Gewicht, unsere Lebensmittel kommen sowieso aus dem Supermarkt und damit diese dahin kommen, braucht man Straßen und Autobahnen und damit die Fahrer nicht am Lenkrad einschlafen, werden eben Rastplätze gebraucht! Da nun Quedlinburg so ungefähr in der Mitte von Anfang B 6n und Ende B 6n liegt, bietet sich der Standort geradezu an, aber warum neue Flächen zersiedeln, wenn am anderem Ende der Stadt schon erschlossene und ausgewiesene Flächen zur Verfügung stehen? Der Irrsinn hat Methode und der Quadratmeter Ackerland wird wohl billiger sein, als der Quadratmeter erschlossenes Gewerbegebiet! In einem Jahr soll es an die Umsetzung gehen, bis dahin wird noch einiges Wasser die Bode hin abfließen und wer kann schon sagen, welche Auswirkungen die gegenwärtige Krise noch vorhält und schwarz-gelb im Bund wird schon sein übriges dazu tun. Auf dem besten Wege ist man ja schon, der breiten Masse wird weiter Kaufkraft entzogen, damit die regionale Wirtschaft geschwächt und mit Steuererleichterungen werden größere Vermögen weiter gefördert.

Hauptsache scheint zu sein, dass ein jeder Flecken ausreichend Gewerbegebiete vorhält und die der Autolobby geschuldeten Transportadern gut ausgebaut sind, selbst wenn sie immer weniger gebraucht werden sollten. Es wird gedacht im großen Still, das Einzelne, Kleine, Regionale spielt keine Rolle und in der Hoffnung, dass Steuern spendende Unternehmen sich ansiedeln, wird Unternehmen in der Region die Substanz entzogen. Es wird vor dem heiligem Investor zu kreuze gekrochen, ohne zu merken was dabei alles zerdrück wird. Der Illusion von Steuereinnahmen wird hinterher gehechelt und das in einer Zeit, wo schwarz-gelb gerade Unternehmenssteuern senken möchte. So ist es mit der Heiligkeit des Marktes, der ja bekanntlich alles richten soll und für alles Mögliche als Ausrede her hält. Nur stehen hinter all diesem Treiben immer auch Menschen, Menschen welche über wohl und wehe anderer Menschen entscheiden und in den seltensten Fällen in deren Interessen. Menschen, welche sich aber bei alle ihrer Willigkeit den Gesetzmäßigkeiten des Systems nicht entziehen können und sich so auch nicht zu wundern brauchen wenn ihre Vorstellungen wie Seifenblasen platzen. Eigentlich ist es nicht einmal mehr überraschend wie selbst regionale Politiker die Augen verschließen und zum Tempeldiener verkommen, um eine allgemeine Heilslehre, welche ihre Unrichtigkeit längst erwiesen und ihre Schädlichkeit für die Menschen längst bewiesen hat, ohne zu hinterfragen, einfach nach betten. Eigentlich müssten beide Vorhaben Ersatzlos gestrichen werden, da nur zusätzlich Landschaft zersiedelt, versiegelt und der Wert schöpfenden Wirtschaft entzogen wird, also der Wirtschaft, welche eigentlich Substanz schafft und für den Reichtum einer Gesellschaft verantwortlich zeichnet. Autohöfe sind alles andere als Produktiv!

Ja, warum die Rente mit 67 eine Investition in die Zukunft ist!

Ja, warum die Rente mit 67 eine Investition in die Zukunft ist!

Nun, in 50 Jahren sieht Deutschland alt aus, wird nicht zum ersten mal festgestellt und so muss eben länger gearbeitet werden, auch wenn es heute gerade an Arbeitsplätzen für die reifere Jugend, so ab 45, mangelt. Einmal davon abgesehen, dass das Lesen aus den Kaffeegrund maximal erleuchtend, aber nicht einleuchtend sein kann, wird auch davon ausgegangen, dass das gegenwärtige Bedingungsgefüge die nächsten 50 Jahre bestand haben wird. Ja, „die Menschen in Deutschland werden immer älter, und sie werden auch noch immer weniger“, doch sterben werden wir alle! Trotzdem wird das Leben weitergehen, genauso wie die sozialökonomische Entwicklung und immer weniger Menschen, werden immer mehr produzieren. Aber nicht nur aus diesem Grund wird es auch in Zukunft keinen Mangel an Arbeitskräften geben, denn immerhin wird die Weltbevölkerung erst einmal weiter wachsen, wie dem Beitrag zu entnehmen ist.

Andererseits kann aber auch ein Blick in die Vergangenheit für Aufklärung sorgen, so entwickelte sich die Weltbevölkerung relativ kontinuierlich und auf niederem Niveau. Erst mit der industriellen Revolution begann sich die Bevölkerung sprunghaft zu entwickeln und stieg beständig an. Ersteinmal in den Ländern, in welchen sich die gesellschaftlichen Bedingungen entsprechend veränderten. Die Neuen Produktionsverhältnisse bedingten, ja sie erforderten sogar diese Entwicklung.

Damit die industrielle Revolution ihre Kräfte und Potenziale entfalten konnte, benötigte sie immer mehr Menschen, jedenfalls war dieses zur Zeit der ersten und zweiten industriellen Revolution so. Die dritte industrielle Revolution, in deren Phase wir uns gegenwärtig befinden und mit deren Auswirkungen die Menschheit heute konfrontiert wird, benötigt dieses nicht mehr, ganz im Gegenteil, sie spart Menschen in der Produktion ein! Eigentlich nicht Menschen, sondern die Arbeitskraft, deren Träger der Mensch ist und welche die Industrie in einem immer geringerem Maße benötigt. Somit ist der Rückgang der Bevölkerung gerade in den weiterentwickelten Industrienationen eigentlich nur eine Reaktion auf die sich verändernden sozialökonomischen Bedingungen und Verhältnisse. So wie der Übergang zur kapitalistischen Gesellschaftsformation von explodierenden Bevölkerungswachstum begleitet wurde, wird deren Ende von einem nicht unbedingt entsprechenden Bevölkerungsrückgang begleitet.

Nun ist es nicht ungewöhnlich, dass gerade prognostizierte Bevölkerungsentwicklung instrumentalisiert wird um politische Entscheidungen, oder anstehende Veränderungen zu rechtfertigen. So wird hier die Rente mit 67 gerechtfertigt, ohne zu berücksichtigen, dass sich, wie oben schon geschrieben, die Lebensbedingungen der Menschen auch ändern und diese Bedingungen nicht unerheblich zur Lebenserwartung beitragen. Gegenwärtig befinden sich gerade die sozialökonomischen Verhältnisse in einer extremen Veränderungsphase, welche die Gegensätze dieses sozialökonomischen Systems weiter verschärfen. Einer stetig wachsenden Arbeitsproduktivität stehen ständig sinkende Realeinkommen gegenüber, so das nicht nur der Bedarf an Arbeitskräften rückläufig ist, sondern auch das für den Konsum zur Verfügung stehende Einkommen. Dazu kommt, dass die ergriffenen sozialpolitischen Maßnahmen eine entsolidarisierende Wirkung haben und die beschriebenen Probleme weiter verschärfen. Letztendlich sind diese Maßnahmen politisch gewollt, um auf Kosten der Allgemeinheit die sozialen Sicherungssystem zu privatisieren und damit Milliardenbeträge den Banken und Versicherungsgesellschaften zuzuführen. Somit soll nicht nur die Logik greifen, dass die Menschen länger arbeiten müssen, weil der Wirtschaft sonst keine Arbeitskräfte mehr zur Verfügung stehen würden, sondern das ein jeder von seinem Verdienst noch einen erheblichen Anteil auf die hohe Kante legen muss, um im Alter nicht Hunger leiden zu müssen, da ja immer weniger in ein gesamtgesellschaftliches Versorgungssystem einzahlen. Das in Zukunft immer weniger Arbeitskräfte gebraucht werden, hatte ich oben schon geschrieben und dieses ist eine Seite der Münze, dass die gesellschaftlichen, sozialen Sicherungssystem in den letzten Jahren erheblich geschliffen wurden, ist eine andere. Und das die Menschen auf diese Situation reagieren ist eine dritte Seite der Münze. Dabei muss diese Reaktion nicht einmal bewusst sein, im Unterbewusstsein der Gesellschaft spielt sie sicher eine Rolle. Wozu Menschen in die Welt setzen, welche nach der Systemlogik des Kapitalismus eigentlich nicht gebraucht werden? Eine einfache Schlussfolgerung aus der Tatsache, dass es heute schon genügend Menschen gibt, welche nach dieser Logik schon nicht mehr benötigt werden, egal wie Bevölkerungsprognosen entstehen, welche Bedingungen dabei berücksichtigt werden und welche Konsequenzen daraus für die Zukunft orakelt werden. Und so sieht dieses Land, diese Gesellschaft nicht erst in 50 Jahren alt aus, sondern heute schon!



Dienstag, 17. November 2009

China: Die erste Phase des Sozialismus

China: Die erste Phase des Sozialismus
Von Jose Cademartori
Der Artikel erschien in Tribuna Popular, Venezuela, 5. Oktober 2009
Uebersetzung aus dem Spanischen: Sepp Aigner
Das neue China in den kommenden Jahrzehnten
Die wirtschaftliche Entwicklung Chinas war einer der bedeutendsten Prozesse in der zweiten Haelfte des vergangenen Jahrhunderts. Es scheint, dass dies fuer die kommenden Jahrzehnte noch mehr gelten wird. 2010 wird China Japan ueberfluegeln und weltweit den zweiten Platz einnehmen. Die Vorausage von Goldmann Sachs, das BIP Chinas werde 2040 das der USA uebersteigen, loeste Betroffenheit aus, aber niemand haelt diese heute fuer unmoeglich.
Angesichts des ebenfalls raschen Wachstums Indiens und anderer Laender der Region stehen tiefgreifende Veraenderungen in der Weltwirtschaft und -Politik bevor. Als dynamischste Region des Planeten koennte der Ferne Osten den Westen hinter sich lassen.
Die Arbeiter- und Bauernbewegung errang 1949, gefuehrt von der Kommunistischen Partei Chinas unter Mao Zendong, in Peking die Macht. Das war das Ergebnis von 28 Jahren schwerer Opfer, grosser Aufstaende und siegreicher Kaempfe gegen die japanischen Invasoren und das proamerikanische Regime Chiang Kaiseks. Die antiimperialistische und demokratische Revolution mit sozialistischer Perspektive triumphierte in einem der aermsten, rueckstaendigsten und bevoelkerungsreichsten Laender der Erde, einem Land mit eingewurzelten feudalen Ueberresten, bestaendig von Naturkatastrophen heimgesucht, nach endloser Einmischung und Unterdrueckng von seiten der Grossmaechte. Die USA brauchten 30 Jahre, um die neue Regierung offiziell anzuerkennen.
Historische Perioden und Etappen

Dienstag, 10. November 2009

Entfremdung

auf dem Privateigentum an den Produktionsmitteln beruhende gesellschaftliches Verhältnis, durch das die von den Menschen geschaffene Produkte, Verhältnisse und Institutionen ihren als fremde, über ihnen stehende Mächte gegenübertreten; sie werden von diesen beherrscht, sie sind deren blindem bzw. willkürlichem Wirken unterworfen. Die Entfremdung existiert in allen vorsozialistischen Gesellschaftsordnungen und erreicht ihren Höhepunkt im Kapitalismus, in der kapitalistischen Warenproduktion (Warenfetischismus). K. Marx und F. Engels führten die Entfremdung auf ihre gesellschaftlichen Ursachen zurück und erkannten den historischen Charakter der Entfremdung. Grundlage der Entfremdung in den antagonistischen Gesellschaftsformationen ist im allgemeinsten Sinne die Spontaneität der gesellschaftlichen Entwicklung, die Tatsache, dass die Menschen den gesellschaftlichen Prozess auf Grund des Privateigentums an den Produktionsmitteln und der daraus folgenden Klassenantagonismen nicht bewusst und planmäßig regulieren können, dass sie nicht die Herren ihres Produkts und der Folgen ihrer eigenen gesellschaftlichen Tätigkeit sind, dass sie nicht die „Gesetze ihres eigenen gesellschaftlichen Tuns“, ihrer „Vergesellschaftung“ (Engels, MEW, Bd. 20, S. 264) beherrschen können, sondern von ihnen beherrscht werden.
Entscheidende Grundlage der Entfremdung sind die Verhältnisse der Ausbeutung und Unterdrückung des Menschen in der Klassengesellschaft. Im Imperialismus nimmt die Entfremdung umfassende Formen an, indem das Monopolkapital und der staatsmonopolistischen Kapitalismus zu alles beherrschenden Mächten des gesellschaftlichen Lebens werden. Auf dem Gebiet der Politik zeigt sich das im Abbau der bürgerlichen Demokratie, in der Schaffung einer allmächtigen bürokratischen und militarisierten Staatsmaschine. Es vertieft sich der Zerfall sozialer Beziehungen, traditioneller bürgerlicher Werte, die Unberechenbarkeit der Politik kapitalistischer Regierungen nimmt zu, Existenzangst, Isolierung und Ohnmacht des Menschen sowie das Streben nach alternativen Lebensweisen verstärkt sich.
Die Arbeiterklasse  wendet sich in ihrem Kampf gegen die Ausbeutung auch gegen die Entfremdung. Die Grundlage zur Beseitigung der Entfremdung wird erst mit der sozialistischen Revolution, der Diktatur des Proletariats und im Prozess des Aufbaus der sozialistischen Gesellschaft geschaffen. Die Spontaneität der gesellschaftlichen Entwicklung wird durch die Bewusstheit und Planmäßigkeit abgelöst; an die Stelle des Privateigentums an den Produktionsmitteln und des ihm entsprechenden Klassenantagonismus tritt das sozialistischen Eigentum und, darauf beruhend, das enge Bündnis zwischen der Arbeiterklasse, der Klasse der Genossenschaftsbauern, der Intelligenz und den anderen Werktätigen. Die Aufhebung aller Formen der Ausbeutung und Unterdrückung ist begleitet von der Aufhebung der Entfremdung. Aber die Entfremdung verschwindet nicht automatisch. Für ihre Überwindung ist der bewusste Kampf der Volksmassen notwendig, die Verwandlung der Menschen der sozialistischen Gesellschaft in wirkliche Herren ihres eigenen Lebensprozesses, der gesellschaftlichen Entwicklung auf der Grundlage der ständige steigenden Teilnahme der Volksmassen an der Leitung der sozialistischen Wirtschaft und des sozialistischen Staates und die Überwindung des bürgerlichen Individualismus und Egoismus. Die bürgerlichen und revisionistischen Marx-Kritiker benutzen die Theorie der Entfremdung, um den Marxismus-Leninismus seines klassenmäßigen Inhalts, seiner Parteinahme für die Arbeiterklasse und ihrer historischen Mission zu berauben. Man versucht, die Frühschriften von Marx seinen nachfolgenden Werken entgegenzustellen und auf diese Weise die Entfremdungstheorie ohne die marxistische Analyse der bürgerlichen Gesellschaft und die Begründung der historischen Rolle des Proletariats zu interpretieren und auf diesem Wege den Marxismus zu verfälschen.

Demagogie:

Demagogie: Volksverführung; von Monopolen, bürgerlichen Parteien und Regierungen bevorzugte Methode, politisch wenig gebildete bzw. wenig klassenbewusste Werktätige durch bewusst falsche Behauptungen, Entstellung der historischen Wahrheit, verlockende, aber lügenhafte Versprechungen und Losungen sowie durch Schmeicheleien zu täuschen und zu betrügen, um sie vom Klassenkampf abzuhalten bzw. sie zu Aktionen gegen den revolutionären Kampf und für bürgerliche Zwecke zu verleiten. (Geistige Manipulation)
Quelle: Kleines Politisches Wörterbuch, sechste Auflage, Dietz Verlag, Berlin 1986, Seite 164.

Buddhismus

Buddhismus: nach ihrem Begründer Gautama Buddha benannte Religion, die als antibrahmanische Bewegung im 5./6: Jh. v. u. Z. in Nordindien entstand. Auf dem Hintergrund des altindischen Glaubens an Seelenwanderung und Kreislauf der Wiedergeburten (Samsara) lehrte Buddha, dass alles Leben Leiden ist, das jedermann in eigener Anstrengung durch Befolgungen des „Achtfachen Pfades“ überwinden, wie Buddha die Erleuchtung erlangen und ins Nirwana (die völlige Leere) eingehen kann, aus dem es keine Wiedergeburt gibt.
Der Weg dazu führt über den Eintritt in den von Buddha begründeten Orden der Mönche und Nonnen, dessen Mitglieder nach bestimmten Regeln leben und durch Übungen zur Beherrschung der Körperfunktionen sowie durch Meditation über die Lehrsätze Buddhas vollkommene Gleichmütigkeit den Erscheinungen der realen Welt gegenüber  zu erreichen suchen. Diese Form des Buddhismus, Hinayana (kleines Fahrzeug – „schmaler Weg der Erlösung“) genannt, anerkennt keinen Gott und ist ganz auf das eigene Streben des Menschen nach Erlösung gerichtet. Neben dieser die Massen nicht befriedigenden Form entwickelte sich seit dem 1. Jahrhundert v. u. Z. die Richtung des Mahayana (Großes Fahrzeug – „breiter Weg der Erlösung“), derzufolge Erlösung der Menschheit nur durch das Wirken der Bodhisattwas (zum Buddha bestimmten Wesen) erreicht werden kann, die solange auf die eigene Erlösung verzichten wie Wesen auf der Erde leiden und der Hilfe bedürfen. Buddha wird nun als Gott angesehen. Wegen der Ablehnung der Stände- und Kastenschranken, wegen der Idee der religiösen Gleichheit der Menschen sowie des Versprechens der Erlösung von Leiden fand der Buddhismus in beiderlei Form im alten Indien viele Anhänger. Reiche Schenkungen an Land und Geld machten buddhistische Klöster zu Zentren der Kunst und Gelehrsamkeit (z.B. Klosteruniversität Nalanda). Schon seit dem 3. Jh. v. u. Z. begannen buddhistische Missionare, ihre Religion in andere Länder zu tragen; der Hinayana verbreitete sich nach Ceylon und Burma, der Mahayana nach China, Mittel- und Zentralasien, Siam, Thailand, Kampuchea und Tibet und wurde in einigen Ländern Staatsreligion (Ceylon, Burma u. a.). Seit dem 9. Jh. u. Z. wurde der Buddhismus aus Indien zunehmend verdrängt. Heute hat der Buddhismus aus, der zu den Weltreligionen zählt, in den Ländern Asiens etwa 330 Mill. Anhänger; sein Einfluss in den untersten Schichten Indiens nimmt zu. In Europa begann eine Missionsbewegung von Japan, Ceylon (Sri Lanka) und Indien aus (Mahabodhi-Gesellschaft), die intellektuelle Kreise in den 20er Jahren zum Teil stark beeinflusste. Zentrum heutiger buddhistischer Missionstätigkeit ist Amerika.
Entnommen: Wörterbuch der Geschichte, Dietz Verlag, Berlin 1984
Sicher ein etwas älterer Text, wobei die Anzahl der Buddhisten in gegenwärtiger Literatur zwischen 230 bis 500 Millionen schwankt.     

Montag, 9. November 2009

Jahre sind vergangen!

Jahre sind vergangen,
Zwanzig Jahre ist es her,
Als so viele sind gegangen,
Den Illusionen hinterher!

Illusionen ohne Erfahrung,
Blindes Vertrauen hoffnungsschwer,
Eine neue Welt zerrissen,
Kam die alte wieder her.

Ja, die alte Welt im ganzen,
Pflegte manche Illusion,
Und der Boden war da fruchtbar,
Als verwehrter Erkenntnis Lohn!

Vorenthalten die Erkenntnis,
Innerlich oft ignoriert,
Wollt in Bildung sie erstreben,
Grenzen sprengend intoniert!

Und so zogen Menschen Massen,
In Erfahrung sich befreiend,
Hinter sich die Grenzen lassend,
Sperrten sich in neue ein!

Geschrieben 09.11.2009

Freitag, 6. November 2009

Geschichte, Interpretation und Suche.

Geschichte, Interpretation und Suche.

Gegenstand dieser Betrachtung ist die Antwort von Angela auf diesen Beitrag. Ist nur schon etwas her, das Thema hat aber zwischenzeitlich nicht an Aktualität eingebüßt. Auf Grund der Länge meiner Antwort werden ich diesen Beitrag wieder separat veröffentlichen.

Hallo Angela,

auch die bedeutenderen Demokratien England, Belgien, Niederlande sind nicht aus dem Nichts heraus entstanden, sie hatte ihre Ursachen und waren nach erfolgter Revolution erst einmal alles andere als Demokratisch.

In Europa, besonders auf dem Gebiet des heiligen römischen Reiches tobte noch der dreißigjährige Krieg, da fand in England die bürgerliche Revolution (1640 - 1649) unter Cromwell ihr erfolgreiches Ende. Vor dem war schon die bürgerliche Revolution in Holland (1566 – 1579) erfolgreich zu Ende gebracht worden und damit der erste bürgerliche Staat errichtet. Zu den erfolgreichen bürgerlichen Revolutionen gehört noch der Nordamerikanische Unabhängigkeitskrieg (1775 – 1783). Der Auslöser der einzelnen Revolutionen war verschieden, die Ursachen hatte sie gemeinsam und waren der wirtschaftlichen Entwicklung geschuldet. Die demokratischen Traditionen hingegen nahmen ihren Anfang mit der Französischen Revolution von 1789, welche die erste bürgerlich, demokratische Revolution war. Insgesamt ein umfassendes Thema, welches verdient behandelt zu werden, gerade auch worin sich die erstgenannten Revolutionen von der letztgenannten unterscheiden, aber hier den Rahmen sprengen würde.

Aber was soll es und selbst wenn es den Rahmen sprengt, hier findet sich ein Zitat von Friedrich Engels aus der „Einleitung [zur englischen Ausgabe (1892) „Die Entwicklung des Sozialismus von der Utopie zur Wissenschaft“]“ MEW Band 19, Seite 533 -534 und Seite 537. Der gesamte Text ist hier nachzulesen, das Zitat befindet sich etwa in der Mitte des Textes.

Der Ablasshandel war sicher nicht Ursache der frühbürgerlichen Revolution in Deutschland, aber als Anlass taugte er allemal, es war der Tropfen, welcher das Fass zum überlaufen brachte. Zum Ablass selbst: „Ablass; Lehre der römisch-katholischen Kirche vom Nachlass in der Beichte auferlegter Bußen durch die Ableistung von Werken der Barmherzigkeit (>>gute Werke<<) oder Geldzahlung. Der Ablass beruhte auf der Lehre von der Sünde, das heißt den Übertretungen göttlicher und kirchliche Gebote. Während die Sündenschuld durch das Bekenntnis in der Beichte und durch Absolution durch den Priester getilgt werden konnte, waren zur Abbüßung der Sündenstrafe Sühneleistungen im Leben und nach dem Tod (im Fegefeuer) erforderlich. An die Stelle von Bußleistungen (Gebete, Wallfahrten u.a.) traten bald Geldzahlungen. Der Ablass wurde zu einer wichtigen Einnahmequelle der römischen Kurie, deren wachsendes Geldbedürfnis zur Ausschreibung ständig neuer Ablasse führte, die seit 1477 auch für Verstorbene erworben werden konnten. Als 1506 (erneuert 1514) ein Ablass ausgeschrieben wurde, mit dessen Ertrag die neue Peterskirche in Rom errichtet werden sollte, ließ sich Albrecht von Brandenburg (seit 1513 Erzbischof von Magdeburg, seit 1514 auch von Mainz) 1515 den Vertrieb in seinem Kirchensprengel übertragen, um den Fuggern die Gelder zurückzahlen zu können, die er für den Erwerb der Stifter Magdeburg, Mainz und Halberstadt geborgt hatte. Der Dominikanermönch Johann Tetzel verkaufte im Auftrage Albrechts die Ablassbriefe. Durch dieses schmutzige Geschäft wurde Martin Luther zu seinen 95 Thesen gegen den Missbrauch des Ablass veranlasst. Die Kritik am Ablasshandel wurde zum Anlass der Reformation.

Mit dem Ablasshandel war es schon ein Problem und wir sollten unsere Maßstäbe, unsere Sicht der Dinge nicht auf vergangene Zeiten übertragen. So einfach war es nicht und die damaligen Bedingungen sollten nicht unberücksichtigt bleiben. Vieles was wir heute wissen, wussten die Menschen damals nicht, und schon gar nicht das einfache Volk. Dieses wurde bewusst in Unwissenheit und Armut gehalten und das Bildungsmonopol der Kirche war noch allgemein. Zudem sei auch bedacht, was damals alles schon Sünde war, von der Erbsünde einmal abgesehen. Dazu kam noch, dass es einen regelrechten Handel mit Ablassbriefen gab, wie heute mit Versicherungen und da wurde den einfachen Menschen, den einfachen Gemütern, verfangen in tiefer Religiosität, so manches Eingeredet. Und wer hatte den das Monopol der Interpretation von Sünde? Das heute mit vielen Problemen anders umgegangen wird, ist auch Ergebnis der Aufklärung und vor allen fortschreitender Bildung, selbst wenn diese viel zu wünschen übrig lässt und das Menschenrecht auf Bildung bei weiten noch nicht gewährleistet ist.

Die Prachtbauten und deren Bezahlung überspringe ich einfach mal, um beim eigentlichem Thema zu bleiben und auf Luther zurückzukommen. Er hatte seine Aufgabe zu erfüllen, was er auch getan hat, das er da an seine Grenzen gestoßen ist, hatte seine Ursachen, aber in diesem Zusammenhang verweise ich gern nochmals auf Friedrich Engels.

Was wiederum die Gründung der DDR (7. Oktober 1949) anbelangt, so war diese weniger auf Bestreben der Sowjetunion entstanden, sonder ursächlich Spaltungsbestrebungen westlicher Prägung geschuldet. Der Sowjetunion wäre es sicher lieber gewesen, einen neutralen, deutschen Staat, als Puffer zu den westlichen Mächten in Mitteleuropa zu haben. Du hast natürlich Recht, das der Sieg über den Faschismus, an welchen die Sowjetunion die Hauptlast zu tragen hatte, die Nachkriegsordnung hervorbrachte. Bevor aber die DDR gegründet wurde, entstand die BRD im Ergebnis imperialer Spaltungspolitik aus den ehemaligen westlichen Besatzungszonen Deutschlands (7.Sept. 1949) unter Bruch des Potsdamer Abkommens. Dieses Allein wäre ein weiteres, umfassendes Thema, welches verdient bearbeitet, aber nicht verklärt zu werden. Selbiges trifft natürlich auch für den Untergang der DDR zu! Die Geschichte der DDR, von ihrer Gründung, bis zu ihrem Untergang gilt es kritisch zu betrachten und dabei sollte nicht dem Verriss der einen Seite, eine Verklärung der anderen Seite entgegengesetzt werden. Die SED ist zwar aus SPD und KPD hervorgegangen, hat natürlich auch die Vielfalt und Verschiedenheit an Traditionen übernommen, konnte aber letztendlich nicht über ihren Schatten springen. Ich kann nun nicht sagen, ob es einen speziellen sozialdemokratischen Flügel gab, aber ich weiß das sich viele Karrieristen in ihr Tummelten. In der DDR spitzten sich die verschiedensten Widersprüche zu und letztendlich ging sie getreu der Lehre von Marx an der Entwicklung der Produktivkräfte zu Grunde, welche nicht beherrscht wurden und das auch auf Grund der Unfähigkeit der SED die entstandenen Widersprüche im Sinnen des Sozialismus zu lösen. Nach abrupter Öffnung der Grenze konnte das Imperium dann ungehindert verlorenes Gebiet wieder zurück erobern. So vielschichtig die Ursachen des Untergangs der DDR heute auch immer dargestellt werden, letztendlich war es die Produktivkraftentwicklung, für welche der Rahmen, die gesellschaftlichen Verhältnisse, zu eng geworden war und welche nach neuen Entfaltungsmöglichkeiten suchten. Das diese Suche nicht erfolgreich war, war auch dem sich selbst lähmenden Parteiapparat, mit seiner unsäglichen, als Disziplin ausgegebenen, Anpassung geschuldet. Allein wenn die Größe der SED im Verhältnis zur DDR Bevölkerung gesehen wird, werfen sich viele Fragen auf. Von einer führenden Rolle kann in einer Herde keine Rede mehr sein. Den Marxismus-Leninismus hatte man weniger verraten, als seine konsequente Anwendung verlernt. Ja, nichts menschliches sollte uns fremd sein, so waren die Einflüsse verschieden und man liebte die großen Zahlen. Nach Öffnung der Grenze waren es gerade jene, welche eigentlich die Hauptakteure des Sozialismus sein sollten, die ihre all zu selbstverständliche soziale Sicherheit gegen ein Handvoll Glasperlen und einen Sack voller Illusionen tauschten. Es beleibt zu hinterfragen, welche Ursachen diese bedingten, oder zumindest beförderten. Nach dem die DDR abgewickelt war, wurde das Sozialsystem mit beschleunigtem Tempo weiter abgebaut. Das nun aber das Sozialsystem in seiner Gesamtheit unter Kohl hinter Bismarck zurückgefallen ist, vernachlässigt den Umstand, dass dieses sich im laufe der Zeit weiterentwickelt hatte, aber auch die jeweils konkret, historischen Umstände. Das solche Formulierungen gebraucht werden, um auf die Brisanz dieses Themas zu verweisen, ist dahingehend durchaus üblich, Argumentation lebt sicher auch von Übersitzungen und bildlichem Sprachgebrauch. Zudem sollte der Bezugspunkt nicht vernachlässigt werden, im besagtem Fall (Verschiebung des Verhältnis des „Arbeitnehmeranteils“ zum „Arbeitgeberanteil“ zu Ungunsten der Arbeiter), handelt es sich schlicht weg um Umverteilung zu Gunsten der Unternehmen. Wesentlich schlimmer ist die Endsolidarisierung der Versorgungssystem mittelt Riesterrente und ähnlichem, oder das zwei Klassen Gesundheitssystems, über welches nicht unerhebliche Mittel der Solidargemeinschaft entzogen und der Versicherungswirtschaft zugeführt werden. Aber auch dieses ist schon wieder ein Thema für sich und nicht einfach abzuhandeln.

Ich würde auch nicht von den „sich permanent verschärfenden Folgen der schrecklichen Konterrevolution“, sonder von den entsprechenden Folgen der allgemeinen Krise des Kapitals. Aber wie schon gesagt, ein weites Feld und die Ergebnisse der Wende in der DDR sollten entsprechend differenziert betrachtet werden, genau wie ihre Ursachen (von der Gründung bis zum Untergang).

Soweit meine Meinung dazu, es gibt noch viel nachzudenken, über die Geschichte und auch manche Geschichte.

Gruß

Thomas