
Im Zusammenhang mit der neuen
Rechtschreibung stellen sich einige Frage und das nicht nur die Schrift betreffend.
Ich bin zugegebener Maßen kein Meister der Rechtschreibung, ob alt oder neu und
erfreue mich somit der automatischen Rechtsschreibprüfung diverser Textverarbeitungsprogramme.
Dabei sind eigene Kenntnisse durchaus Hilfreich, denn auch diese Programme sind
nicht unfehlbar, auch wenn lernfähig, letzteres dem Nutzer allerdings obliegt.
Rechtschreibung hat viel mit Regeln
zu tun, Regeln welche gelernt werden wollen und mittels deren Beherrschung das
Leben vereinfacht und gesellschaftlicher Fortschritt generiert werden konnte
und kann. Kann, aber nicht muss, denn manch eine Reform geht nach hinten los,
gesellschaftlichen Rückschritt manifestierend. Vergleichbar mit dem metrischen
System, welches durch andere Systeme (Systeme welche es einst ersetzte) ersetzt wird,
so dass zum Bau eines Hauses, zum Beispiel ein jeder seine Elle als Maßgrundlage
nutzt. Blödsinn? Sicherlich und keiner würde auf einen solchen Gedanken kommen,
welcher zur Folge den Zusammenbruch weltweiter Wirtschaftsbeziehungen hätte. Die
Schriftsprache betreffend wird hierzulande allerdings nicht so zimperlich damit
umgegangen, da werden historische Errungenschaften schon mal negiert und
anstatt vereinfacht, alles etwas komplizierter gestaltet, Einheitlichkeit
negierend. Die Sprache wird als ein Mittel der Kommunikation genutzt um
Herrschaft zu manifestieren und Erkenntnis für viele Menschen zu negieren.
Mittels Beliebigkeit wird getrennt und unterschieden, eine Herrschaftssprache
geschaffen, welche allgemein unverständlich, in dem sie verkompliziert wird und
um Verstanden zu werden ein Bildungsprivileg benötigt. Um Macht zu sichern wird
nicht nur im Gebrauch der Schriftsprache in längs vergangene vorreformatorischer
Zeiten herrschaftlicher Sprachregulierung zurückgegangen. Dem Volke aufs Maul
geschaut, um sich dem Volke verständlich zu machen, das war einmal, dem Volke
aufs Maul geschaut und Einfaches unverständlich verkompliziert, das soll sein.
Der Mythos Schriftsprache, einst im Aufstieg entthront, wird im Niedergang
gebraucht um die Macht, welche einst auch mittels der verschiedensten
Sprachreformen errungen wurde, zu erhalten.
Im Freidenker
Nr.2-14 Juli 2014 war Sprache das zentrale Thema und in meinem
Verweiß
auf dieses Heft zitierte ich folgendes aus einem Wörterbuch:
„Sprache aus den Bedürfnissen des
gesellschaftlichen Lebens, insbesondere der Produktionstätigkeit,
hervorgegangenes und sich ständig entwickelndes System verbaler Zeichen, das der Formierung der Gedanken, dem Denken, im
Prozess der Erkenntnis der objektiven Realität durch die Menschen dient und
den Austausch ihrer Gedanken und emotionalen Erlebnisse sowie die Fixierung und
Aufbewahrung des erworbenen Wissens ermöglicht. …“
Heute nun erhielt ich einen Text per
E-Mail, welcher ebenfalls in der Mailingliste der Freidenker zu finden ist und
sich mit der neuen Rechtschreibung auseinandersetzt.
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