Zitat:

Es setzt sich nur so viel Wahrheit durch, als wir durchsetzen; der Sieg der Vernunft kann nur der Sieg der Vernünftigen sein. - Bertold Brecht, „Leben des Galilei“

Zitat:

Bedrohlich ist das Volk für die Herrschenden, wenn es ohne Furcht ist.“ -Tacitus (römischer Historiker)

Zitat:

Die Furcht vor Übervölkerung tritt stets in Perioden auf, in denen der bestehende Sozialzustand im Zerfall begriffen ist. August Bebel

Freitag, 15. Januar 2010

Achtung, chinesische Raketenabwehrsystem!

Achtung, chinesische Raketenabwehrsystem!

Die US-Amerikaner können es, die Russen können es und nun können es die Chinesen auch! Ja, auch die Chinesen haben eine erste Rakete im All abgeschossen, wie der heutigen Druckausgabe der MZ zu entnehmen ist. Unter dem Titel „Chinesen rüsten weiter auf“, ist zu erfahren, dass China „die Entwicklung eines eigenen Raketenabwehrsystems enthüllt“ hat. Welches sicherlich ein „Durchbruch für die Luftverteidigung“ der Chinesen bedeutet, vordergründig aber als eine Reaktion auf das fortgesetzte Säbelrasseln der USA und ihrer Verbündeten, gerade in dieser Region, zu sehen ist. Dabei wird den Chinesen im Artikel zur Last gelegt, dass sie sich bis vor kurzen noch gegen solche Systeme ausgesprochen haben und nun selbst solche installieren wollen. Nur wem wundert es, da das Ansinnen der Chinesen ja nicht erhört wurde, wird nun ein eigenes System installiert! Das sie damit technologisch weiter zu den USA und Russland aufschließen, sollte nicht ebenfalls nicht wundern und ist einem Rüstungswettlauf auf diesem Gebiet geschuldet, welcher schon 1983 von den USA, mit den „Krieg der Sterne“ - Plänen eingeleitet wurde.

Damals sahen die USA in der Raketenabwehr eine Möglichkeit das Kräftegleichgewicht zu ihren Gunsten zu verschieben. Das Nuklearwaffenarsenal war in einem Maße angewachsen, dass eine jede Weltmacht in der Zeit des kalten Krieges die Menschheit mehrfach hätte vernichten können. So hat man sich wahrscheinlich eingebildet, dass, wenn es gelingt die überwiegende Zahl der Raketen des Gegners im Weltraum zu zerstören, man einen thermonuklearen Krieg gewinnen könnte. Letztendlich würde ein solcher Krieg, egal wo die Masse der Sprengkörper explodieren würde, dass Ende der Zivilisation bedeuten.

Der kalte Krieg fand sein Ende, und es kehrte eine trügerische Ruhe ein, welche aber nur solange dauerte, wie die USA und ihre Verbündeten brauchten um eine neue Drohkulisse aufzubauen. Der Krieg gegen den Terror wurde ins Leben gerufen und mit Leben und Terror erfüllt, seitdem werden die Kriegsherde kontinuierlich ausgeweitet und der Einsatz von Atomwaffen ist kein Tabu mehr. Der Hauptschauplatz gegenwärtiger Auseinandersetzungen befindet sich im nahen und mittleren Osten, er reicht von der arabischen Halbinsel bis Pakistan und tangiert nicht unerheblich auch chinesische Interessen.

Nun ist zwar eine jegliche Form von Aufrüstung zu verurteilen und eigentlich müsste Abrüstung das Gebot der Stunde sein, aber wie in jedem Fall, sollten auch in diesem Fall die Proportionen gewahrt bleiben und nicht außer Acht gelassen werden! Dazu gehört der Fakt, dass fast die Hälfte aller Rüstungsausgaben von den USA bestritten werden. Auf Seite 11 können hier die Rüstungsausgaben „der 15 Ländern mit den höchsten Militärausgaben für 2007“ nachgelesen werden, so haben die USA allein 45% (547 Milliarden USD) dieser Ausgaben bestritten, China lag damals hinter Großbritannien auf Platz drei mit 5% (58,3 Milliarden USD). Zwar haben sich die Rüstungsausgaben in den letzten zwei Jahren erhöht, an der Verhältnismäßigkeit wird sich dabei nicht viel geändert haben. Letztendlich reagiert China mit diesem Abwehrsystem nur auf eine reale Bedrohung, wie sie von den USA und ihren Verbündeten für die ganze Welt ausgeht und mit der „Entscheidung der USA, verbesserte Patriot-Luftabwehrraketen an Taiwan zu liefern“ sich noch verschärft. Interessant sind aber auch die Angaben auf Seite 16 des oben verlinkten Berichtes, zu den vorhandenen Nuklearsprengköpfen. Ja, das Säbelrasseln hat zugenommen, der nächste große Weltbrand klopft permanent an die Tür und es kommt darauf an diese Tür, welche auf einen Spalt geöffnet ist, wieder zu schließen und sie dann geschlossen zu halten!

Wenn eine Nebensache zur Hauptsache wird!

Wenn eine Nebensache zur Hauptsache wird!

So, kann man es sich also aussuchen, ob man Arbeiter wird oder nicht, hätte ja auch Unternehmer werden können, der junge Mann, die Wahl hat anscheinend jeder! Aber selbst wenn dem nicht so ist, ein Aufhänger, um von der Luxemburg-Liebknecht-Demo am letzten Sonntag in Berlin zu berichten, ist es allemal. Da hat die taz anscheinend gesucht und zwei junge Männer gefunden, welche ihrer Art und Weise der Berichterstattung entsprechen und dieser dienlich sind. Ja, wer sucht soll ja bekanntlich auch fündig werden und mache Mühe wird belohnt, in dem der Gegenstand der Betrachtung zur Bedienung des einen und anderen Klischees taugt und genutzt werden kann! Hätte ja studieren können, der eine von den beiden, ist zu erfahren, wollte aber nicht und hat sich bewusst für ein Leben als Arbeiter entschieden, bis jetzt jedenfalls. Was wäre aber wenn und er hätte studiert, dann wäre er wahrscheinlich in die Schicht der Intelligenz aufgestiegen, in eine Schicht, welche sich bekanntlich aus allen Klassen und Schichten rekrutiert. Seiner Klasse hätte er sich dadurch sicher nicht entfremdet. Irgendwie hat anscheinend der junge Mann Sozialismus noch nicht so richtig begriffen, wahrscheinlich für die taz ein Grund ihn als Beispiel zu nehmen.

Nun ja, einmal davon abgesehen, dass dieser Beitrag an nebensächlichen Begebenheiten dieser Veranstaltung festmacht, ist der abwertende Grundton nicht zu überhören, handelt es sich doch um „so etwas wie das Schaulaufen des deutschen Sozialismus. Hier treffen DDR-Nostalgiker mit Pelzmütze auf antikapitalistische Antifas mit Kapuze.“ Wenn diese Gruppen die Bandbreite der Teilnehmer beschreiben soll, gut, nur sollte die überwiegende Mehrheit dazwischen nicht ohne Berücksichtigung bleiben. Das in diesem Jahr wesentlich weniger Teilnehmer anwesend waren, hat dann wohl eher am Wetter gelegen, als an mangelndem Interesse. Daraus zu schließen, dass es dieses Jahr „kein gutes Jahr für Revolution ist“, ist wohl doch etwas übereilt, es wird mit Sicherheit kein schlechteres, als das letzte Jahr. Sondern und wie es den Anschein hat, kommt selbst in linke Bewegungen neuer Wind, resultierend aus der Verschärfung der Widersprüche im Kapitalismus, besonders des Grundwiderspruchs. Und zu guter Letzt ist dafür auch anderes ausschlaggebend, als die Teilnahme an einer rituellen Handlung. Wobei auch diese ihre Bedeutung und Berechtigung hat, besonders des Gedenkens und Erinnerns wegen! Und dieses nicht nur der ermordeten Arbeiterführer, sondern auch der Geschichte des Klassenkampfes, der Höhen und Tiefen dieses Kampfes selbst, die Toten stehen stellvertretend für den Kampf der Arbeiterklasse um Emanzipation und mahnen. Das dabei das Gedenken an die DDR eine entscheidende Rolle spielt, hat weniger mit Nostalgie zu tun, als vielmehr mit der Erinnerung an den einzigen deutschen Friedensstaat auf deutschen Boden, in welchen ein jeder Mensch ein selbst bestimmte Auskommen hatte und niemand um Almosen betteln musste. Die DDR ist Geschichte, ihr nachzutrauern macht wenig Sinn, sich mit ihr auseinander zu setzen, ist aber ein Gebot unserer Zeit! Und dieses auch um Erfahrungen aus dem Klassenkampf und für den Klassenkampf zu gewinnen!

Die Einheit von Staat und Amtskirche wieder hergestellt!

Die Einheit von Staat und Amtskirche wieder hergestellt!

Nun hat der Kreuzzug seine Kreuzträger wieder, wie den Verlautbarungen der Presse zu entnehmen ist. Und wie im Verkauf nicht anders üblich, wird erst einmal positiv begonnen und die Kritik der Kirchenfürstin gelobt.

Ja, die Bischöfin war zum Rapport ins Kriegsministerium geladen und leistete dieser Ladung folge. Es wurde ihr Lob zu Teil, hat sie doch die Diskussion um den Krieg in Afghanistan etwas angeheizt, welches in den Medien entsprechenden Widerhall fand. Eine neue Strategie ist zu erkennen, der Krieg wird nicht mehr klein geredet, sondern in das Bewusstsein der Öffentlichkeit, mit dem Ziel die überwiegend ablehnende Haltung der Bevölkerung gegen diesen Krieg zu kippen, gebracht. Da nun die Kirchenfürstin von ihrer halbherzigen Kritik an diesen Krieg kräftig zurück gerudert ist, bietet sich dem Kriegsminister eine sehr gute Gelegenheit das Vorgehen in seinem Interesse zu Instrumentalisieren und die Amtskirche noch fester vor den Kriegskarren zu spannen.

Da nun von Seiten der Amtskirche alle möglichen Register zur Rechtfertigung ihres Vorgehens gezogen werden, verwundert auch die Feststellung, dass „der Glaube an die Allmacht der Gewaltlosigkeit … ein Aberglaube“ ist, wenig. Nun war dieses nicht immer schon so, auch wenn zu anderen Zeiten, unter anderen Bedingungen, sehr wohl auch von Seiten der Kirchen auf diesen Aberglauben gepocht wurde?. Ja, er wurde sogar vom vermeintlichen Gegenüber eingefordert! Aber ist nicht ein jeder Glaube, an eine wie auch immer geartete Form von Allmacht, ein Aberglaube? Wird somit nicht, mit Hilfe der Verneinung von Gewaltlosigkeit, der Einsatz von Gewallt gegen fremde Völker gerechtfertigt? Das es auch kritische Stimmen innerhalb der Kirche gibt, soll hier nicht unerwähnt bleiben, welche Wirkung diese innerhalb der Amtskirche haben können, ist aber entschieden von der praktizierten Verquickung von Staat und Kirche abhängig. Und da geht es nicht nur um die Einnahmen aus der Militärseelsorge.

Ja, auch für die Amtskirchen gilt, wessen Brot ich esse, des Lied ich singe, oder zumindest, dass die eine Hand die andere wäscht! Da gibt es genügend Potenzial, selbst die „Freiheit des Glaubens“ unter Druck zu setzen und in Frage zu stellen. Und zu guter Letzt wird dem Kriegsminister sogar die Möglichkeit geboten, seine kriegerische Ambitionen auf einer „Akademietagung der Evangelischen Kirche“ kundzutun, im Gegenzug darf die Kirchenfürstin die „Führungsakademie der Bundeswehr nach Hamburg“ besuchen, wie auch die Truppen in Afghanistan. So wurde der Schulterschluss zwischen Amtskirche und Staat hergestellt und gemeinsam wird nun wieder nach Rückhalt für diesen Raubkrieg in der Bevölkerung gesucht.

Vorgeführt, Vorgeführt!

Vorgeführt, Vorgeführt!

Hier wird ein Problem anschaulich geschildert, etwas moralisiert, aber die Ursachen verbleiben im Dunkel, von der Normalität des Vorführens im täglichen Leben ist keine Rede. Aber immerhin, die Spitze des Eisberges wurde benannt, ist wenigstens ein Anfang! Und auch der Titel: „RTL sucht den Superdeppen“, auf welchen ich hier aufmerksam wurde, verfehlt das Thema nicht, nur warum es soviel Bewerber gibt, wird schön im Dunkel belassen. Ja, Deutschland sucht wieder einmal den Superstar und viele, viele kamen um sich vorführen zu lassen und noch mehr haben vor den Bildschirmen gesessen um die Vorführung zu erleben.

Nun habe ich mehr durch Zufall, als gewollt, diese Sendung gesehen. Und es ist schon irgendwie komisch, mancher Absonderlichkeiten kann man sich nur schwerlich entziehen, auch wenn es eigentlich weh tut. Und das tat es, aber nicht desto trotz, es gehören immer wenigstens zwei zum Vorführen, einer der Vorführt und einer der sich vorführen lässt. Und mal ehrlich, die Sprüche von Bohlen waren eigentlich das kleinere Übel, in dieser durchaus talentfreien Veranstaltung, wie zu lesen ist! Es ist aber auch ein bezeichnetes Bild, welches die Gesellschaft dort offenbart! Menschen folgen der Illusion, geben sich der Hoffnung hin, ohne sich ihrer eigenen Situation überhaupt bewusst zu sein. Manchen Akteuren wird diese vielleicht hinterher bewusst, aber eben nur manchen, wie zu sehen war.

Für den Sender spielt das alles keine Rolle, solange die Einschaltquote stimmt und genügend Gewinne erzielt werden. Das Niveau verflacht immer weiter, und es ist kaum zu erwarten, dass sich daran etwas ändern wird, solange sich mit Niveaulosigkeit mehr Geld verdienen lässt, als mit niveauvollen Sendungen. Und ist es nicht gerade auch so, weil zu viele Menschen vorm Bildschirm frohlocken und sich darüber freuen, dass sie dieses mal nicht die Vorgeführten sind, sondern etwas zu lachen haben? Das auch noch in einer sonst immer trister werdenden Welt, wo das alltägliche Vorführen allgemeine Realität ist und die Buntheit der Werbung ein Leben vorgaukelt, welches Menschen mit Illusion und Hoffnung erfüllt und all zu viele ins Reich der Träume entführt. Heute sind die Medien und gerade solche Sendungen, das moderne Opium fürs Volk und nicht umsonst werden Hartz IV – Empfänger von den Rundfunk- und Fernsehgebühren befreit. Wenn sie sonst schon nichts haben, und bevor sie sich den Kopf über ihre eigenen Probleme zerbrechen, sollen sie sich lieber mit solchen Fernsehsendungen die Rübe zudröhnen! Traurig nur, aber auch nicht verwunderlich, dass die öffentlich-rechtlichen Programme den Privaten nacheifern und das Niveau der Programme sukzessive absenken.

Dienstag, 12. Januar 2010

Brest-Litowsker Frieden:

Friedensvertrag zwischen den Mittelmächten und Sowjetrussland, unterzeichnet am 3. März 1918 in Brest-Litowsk. Die Verhandlungen zur Beratung der Friedensbedingungen begannen am 22. Dez. 1917. Leiter der deutschen Delegation war der Staatssekretär des Auswärtigen Amtes, Richard von Kühlmann, der österreichisch-ungarischen der Minister des Äußeren, Ottokar Graf Czernin, der bulgarische Justizminister Popov, der türkischen Großwesir Nehmed Talaat Pascha und der sowjetrussischen in der ersten Sitzungsperiode, die bis zum 28. Dezember 1917 dauerte, A. A. Joffe, in der zweiten (9. Januar – 10. Februar 1918) L. D. Trotzki und in der dritten (ab 27. Februar 1918) G. J. Sokolnikow. Die Verhandlungen wurden unterbrochen, als Trotzki entgegen der Weisung W. I. Lenins am 10. Februar erklärte, die von den Mittelmächten vorgelegten Friedensbedingungen nicht unterzeichnen zu wollen. Die deutsche Heeresleitung antwortete am 18. Februar mit der Eröffnung einer neuen militärischen Offensive gegen das demobilisierte Sowjetrussland. Am 24. Februar erklärte die Sowjetregierung telegraphisch ihr Einverständnis, die erdrückenden Friedensbedingungen anzunehmen. Am 3. März unterzeichnete der sowjetische Vertreter Sokolnikow unter Anbgabe zweier Protesterklärungen die Brest-Litowsker Verträge. Der Vertrag, der von den deutschen Imperialisten diktiert worden war und den die Vertreter der Sowjetregierung infolge der äußerst schwierigen innen- und außenpolitischen Lage Sowjetrusslands unterzeichnen mussten, um nicht die Existenz der Sowjetmacht zu gefährden, bestimmte: Abtretungen Litauens, Kurlands und Polens, Batums und Kars´ von Sowjetrussland; Anerkennung Finnlands und der Ukraine als selbständige Staaten; Aufrechterhaltung des Okkupationsregimes deutscher Truppen in den besetzten Gebieten bis zum allgemeinen Frieden; Anerkennung des Vertrages zwischen den Mittelmächten und der Ukrainischen Rada durch Sowjetrussland; Abzug sowjetischer Truppen aus der Ukraine, aus Estland, Livland und Finnland; Aufnahme der diplomatischen Beziehungen sowie der Handelsbeziehungen entsprechend dem deutsch-russischen Vertrag von 1904. Durch den räuberischen Brest-Litowsker Frieden wurde ein Territorium von rund 1. Millionen Quadratkilometern mit einer Bevölkerung von rund 46 Millionen Menschen von Sowjetrussland abgetrennt. Der Sowjetstaat verlor seine wertvollsten Getreidegebiete, fast alle Ölquellen, 90 Prozent seiner Kohlengruben, 54 Prozent seiner Industrie. In den Ergänzungsverträgen zum Brest-Litowsker Frieden vom 27. August 1918 wurde Sowjetrussland zusätzlich zur Zahlung von sechs Milliarden Mark verpflichtet. Nach Ausbruch der Novemberrevolution 1918/19 in Deutschland annullierte die Sowjetregierung am 13. November 1918 den räuberischen Vertrag.
Wörterbuch der Geschichte, Dietz Verlag Berlin, 1984, Seiten 124/25.

Donnerstag, 7. Januar 2010

Objekt-Subjekt-Dialektik

Objekt-Subjekt-Dialektik: die Beziehungen, die in der praktischen und erkennenden Tätigkeit des Menschen zwischen der Natur und den gesellschaftlichen Verhältnissen einerseits und dem Menschen anderseits existieren. Objekt und Subjekt sind korrelative Begriffe, die die zwei entgegengesetzten Seiten jeder menschlichen Tätigkeit widerspiegeln. Das Objekt ist der in seiner materiellen Existenz vom Subjekt unabhängige Gegenstand, auf den die aktive Tätigkeit des Subjekts, die Praxis und die Erkenntnis, gerichtet ist. Die ganze materielle Welt kann der Möglichkeit nach zum Objekt der Erkenntnis und der Praxis werden; diese Möglichkeit verwandelt sich aber nur im geschichtlichen Prozess der praktisch-gegenständlichen und geistigen Aneignung der materiellen Welt in konkret-historische Wirklichkeit, indem die Menschen auf der Grundlage ihrer Produktivkräfte und ihres bereits erworbenen Wissens immer weitere Bereiche in ihren materiellen Lebensprozess einbeziehen und damit tatsächlich zum Objekt machen. Das Subjekt ist der praktisch tätige und erkennende Mensch, dessen praktische und geistige Aktivität auf konkrete Objekte gerichtet ist.
Im gesellschaftlichen Gesamtprozess ebenso wie im gesellschaftlichen Erkenntnisprozess ist die menschliche Gesellschaft einer bestimmten Entwicklungsstufe das Subjekt; in den geschichtlichen Aktionen verschiedener Art und in den Erkenntnisprozessen treten Völker, Klassen, Gruppen, Parteien, Kollektive als Subjekt auf und in den verschiedenen Formen der individuellen Tätigkeit der einzelnen Mensch. Auf der Grundlage des gesellschaftlichen Eigentums an den Produktionsmitteln, der politischen Macht der Arbeiterklasse und der politisch moralischen Einheit des Volkes entsteht erstmalig in der Geschichte des Sozialismus ein gesellschaftliches Gesamtsubjekt unter Führung der Arbeiterklasse und ihrer marxistisch-leninistischen Partei. In der Objekt-Subjekt-Dialektik werden die Erfordernisse und Möglichkeiten des praktischen Handelns und der Inhalt der erkennenden Tätigkeit vom Objekt bestimmt, ebenso die historisch-konkrete Existenzweise des Subjekts mit seinen Bedürfnissen und Interessen; das Subjekt ist die aktive, das Objekt die zu verändernde Seite innerhalb der Objekt-Subjekt-Dialektik.
   
Angelehnt an: Kleines politisches Wörterbuch, sechste Auflage, Dietz Verlag Berlin 1986, Seite 683/84.  

Sonntag, 3. Januar 2010

Klasse: Masse, Schichten!

Klasse: 1. „Als Klasse bezeichnet man große Menschengruppen, die sich voneinander unterscheiden nach ihrem Platz in einem geschichtlich bestimmten System der gesellschaftlichen Produktion, nach ihrem (größtenteils in Gesetzen fixierten und formulierten) Verhältnis zu den Produktionsmitteln, nach ihrer Rolle in der gesellschaftlichen Organisation der Arbeit und folglich nach der Art der Erlangung und der Größe des Anteils am gesellschaftlichen Reichtum, über den sie verfügen. Klassen sind Gruppen von Menschen, von denen die eine sich die Arbeit einer anderen aneignen kann infolge der Verschiedenheit ihres Platzes in einem bestimmten System der gesellschaftlichen Wirtschaft.“ (Lenin, Band 29, S. 410) Diese Merkmale müssen in ihrer Einheit betrachtet und bei der Klassenanalyse angewandt werden, um den Charakter einer Klasse bestimmen zu können. Grundlegend für die Unterscheidung der Klassen ist in jedem Fall das Verhältnis zu den gesellschaftlichen Produktionsmitteln. Alle anderen Merkmale der Klasse sind daraus abgeleitet. Die wissenschaftliche Kassentheorie wurde von K. Marx und F. Engels begründet und von W. I. Lenin schöpferisch weiterentwickelt. Die Existenz von Klassen und der Kampf zwischen ihnen wurde bereits vor Marx von bürgerlichen Historikern (A. Thiers, A. Thierry, F.-P.-G. Guiziot) und von bürgerlichen Ökonomen (A. Smith, D. Ricardo) festgestellt. Was Marx entdeckte, war „1. …, dass die Existenz der Klassen bloß an bestimmte historische Entwicklungsphasen der Produktion gebunden ist; 2. dass der Klassenkampf notwendig zur Diktatur des Proletariats führt; 3. dass diese Diktatur selbst nur den Übergang zur Aufhebung aller Klassen und zu einer klassenlosen Gesellschaft bildet.“ (Marx, MEW, Band 28, S. 508)
Klassen sind eine historische Erscheinung; sie entstanden im Verlauf der gesellschaftlichen Entwicklung auf der Grundlage des Privateigentums an den Produktionsmitteln. Sie werden wieder überwunden werden, wenn ihre Existenzbedingungen beseitigt sein werden und im Kommunismus ein einheitliches Verhältnis aller Mitglieder der Gesellschaft zu den Produktionsmitteln herrschen wird.

Gedanken zum Gedicht „Licht in die Köpfe“.

Gedanken zum Gedicht „Licht in die Köpfe“.
Dieses Gedicht hat an Aktualität nicht verloren, ganz im Gegenteil, die Möglichkeiten den Menschen das Hirn zu vernebeln haben zugenommen und Formen erreicht, an welche Erich Weinert 1931 mit Sicherheit noch nicht gedacht hat. Der Schmöker in der Hand erforderte in jedem Fall noch die Fähigkeit des Lesens, wer dem nicht mächtig war, nun dem waren einige Traumwelten verschlossen. Wenn die heutigen Medien genommen werden, so ist es oft ausreichend Knöpfchen drücken zu können, um sich mit diversen Fernsehprogrammen von den eigenen und eigentlichen Problemen abzulenken, oder auch in eine virtuelle Welt einzutauchen, welche den Schleier des Vergessen webt. Ja, die Möglichkeiten sind umfassender geworden und es wird rege Gebrauch davon gemacht.
Wenn die heutigen Möglichkeiten betrachtet werden, welche dazu dienen die Köpfe der Menschen in Nebel zu hüllen, so bedarf es schon eines anständigen Sturmes diesen zu vertreiben.