Zitat:

Es setzt sich nur so viel Wahrheit durch, als wir durchsetzen; der Sieg der Vernunft kann nur der Sieg der Vernünftigen sein. - Bertold Brecht, „Leben des Galilei“

Zitat:

Bedrohlich ist das Volk für die Herrschenden, wenn es ohne Furcht ist.“ -Tacitus (römischer Historiker)

Zitat:

Die Furcht vor Übervölkerung tritt stets in Perioden auf, in denen der bestehende Sozialzustand im Zerfall begriffen ist. August Bebel

Donnerstag, 29. August 2013

Wahlen


Wer die Wahl hat, hat die Qual, oder was ist es doch für eine Qual, mit der Wahl?
Da sich nun aber immer weniger Menschen quälen möchten, bleiben oberflächlich betrachtet immer mehr den Wahlurnen fern.
Aus diesem Grund findet sich am 28.08.13 in der MZ ein etwas anderer Wahlaufruf. Die Kreiswahlleiterin meldet sich und stellt fest, dass „jede Stimme zählt“! Dabei werden doch die Nichtwähler im Allgemeinen beiseite geschoben und selbst wenn sie mehr als 50% der Wahlberechtigten ausmachen, wird der Sieger als ein mehrheitlich gewählter dargestellt.
Vielleicht auch ein Grund, warum immer mehr Menschen den Wahlurnen fernbleiben und ihre Stimme nicht als abgegeben zählen lassen. Andererseits werden viele Menschen festgestellt haben, dass es egal ist wie sie stimmen, verändert haben sie dadurch noch nie etwas! Nach der Wahl ist nicht nur vor der Wahl, sondern auch egal, was Veränderungen betrifft, den in der Regel ändert sich nichts, unter Umständen gibt es einige kosmetische Veränderungen, mehr aber nicht. Wahlen sind eben nicht dafür gemacht, gesellschaftliche Verhältnisse zu verändern, sondern diese zu bestätigen und letzteres ist der eigentliche Grund, warum plädiert wird, dass möglichst viele Menschen an die Wahlurnen treten und irgendeine mit Erfolgsaussichten angebotene Bettelsuppen wählen.
Dabei verdienen es die Kandidaten durchaus an ihren Taten gemessen zu werden und nicht an ihren Versprechungen, leider werden gerade die Versprechungen gewählt und da braucht es letztlich nicht zu wundern, wenn die Endtäuschung am Ende groß ist.
Und wem soll man noch Glauben schenken? Eine berechtigte Frage, nur Glaube ist nicht Wissen und dem Prinzip Hoffnung folgend, kann dem ganzen Ritual nur Enttäuschung folgen. Letzteres ist auch dem Umstand geschuldet, dass Politiker Interessen zu vertreten haben, in der Regel die Interessen derer, welche sie zu Politiker mach und das sind nicht die Wähler. Die sind sich oft nicht einmal ihrer eigenen objektiven Interessen bewusst, sondern lassen sich leider all zu gern ihre Interessen einreden.
Ja Wahlen, sie sind ein Ritual zur Bestätigung der bestehenden politischen Verhältnisse, welche mit Wahlverweigerung aber genauso oberflächlich in Frage gestellt werden, wie gelegentlich vermeint wird, diese mittels Wahl ändern zu können. Und selbst wenn es gesellschaftliche Veränderungen in der Vergangenheit gegeben hat, so sind diese mittels des geschaffenen Wahlsystems maximal bestätigt worden, aber nicht gezeugt und realisiert.
Und so gehen Menschen wählen, um ihre Interessenvertreter zu bestimmen, da aber immer mehr Menschen feststellen, dass ihre Interessen schlecht bis gar nicht von den gewählten Vertretern vertreten werden, gehen sie mangels Alternative nicht wählen, oder wählen das vermeidlich kleinere Übel. Glaube heißt auch Vertrauen, welches auf Grund von Erfahrungen mit Politik und Politikern verloren gegangen ist und durch Wissen über die Folgen der Politik ersetzt wurde. Dabei haben sich in den letzten Jahren innerhalb der Parteienlandschaft die verschiedensten Alternativen angeboten, wobei die Meisten sich bei Zeiten verschlissen haben, in dem sie gezeigt haben, das neue Besen zwar gut kehren mögen, aber auch nur den Dreck, welcher bei den alten durch die Borsten gerutscht ist. Am zu kehrenden Boden hat sich genauso wie am Kehrgut hingegen nichts geändert.

Trotzdem gibt es Unterschiede, so zum Beispiel in der Stellung von Parteien zum Krieg, was nicht nur in der Gegenwart wichtig ist und selbst wenn mir bewusst ist, dass die gesellschaftlichen Verhältnisse mittels Wahlen nicht zu verändern sind, werde ich zur Bundestagswahl wählen gehen und die Partei wählen, welche sich in der Vergangenheit konsequent gegen das Führen von Kriegen ausgesprochen hat und die Potenziale besitzt in den Bundestag einziehen zu können.

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