Zitat:

Es setzt sich nur so viel Wahrheit durch, als wir durchsetzen; der Sieg der Vernunft kann nur der Sieg der Vernünftigen sein. - Bertold Brecht, „Leben des Galilei“

Zitat:

Bedrohlich ist das Volk für die Herrschenden, wenn es ohne Furcht ist.“ -Tacitus (römischer Historiker)

Zitat:

Die Furcht vor Übervölkerung tritt stets in Perioden auf, in denen der bestehende Sozialzustand im Zerfall begriffen ist. August Bebel

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Dienstag, 21. November 2017

500 Jahre Reformation – eine Veranstaltung –

Reformationsjubiläum, 1517 schlug Luther seine Thesen an das Tor der Wittenberger Schlosskirche und 500 Jahre später wird das Reformationsjubiläum mit nicht unerheblichen Pomp begangen. Ein Jahrmarkt der Eitelkeiten, Gäste reichen sich die Klinke in die Hand, es wird jubiliert und verklärt, gelegentlich auch erklärt, es wird gefeiert und gepriesen, der Kritik gehuldigt und viel wurde geschrieben, veröffentlicht und sicher auch gelesen.
Sich mit diesem Jubiläum kritisch auseinanderzusetzen ist ein Gebot der Zeit, genauso wie festzustellen, welche Bedeutung die Reformation für dieses Land, für Europa und letztlich für die Welt hatte.
Um das große Jubelfest zu begehen, wurde von offizieller Seite viel investiert, eine ganze Dekade wurde zu diesem Zweck ins Leben gerufen und trotzdem sorgte so manches Ergebnis für Ernüchterung. Die Kirchen hatten sich mehr davon versprochen, gar mit einem Anwachsen ihrer Herde gerechnet, Besucher strömten reichlich an die Orte der Reformation und an die Orte in welchen Luther lebte, allein es wurde im Vorfeld mit mehr gerechnet.

Donnerstag, 20. Oktober 2016

Bewegung ist nicht gleich Bewegung, aber es bewegt sich ...

Einen Beitrag hatte ich per E-Mail erhalten, einem Rundumschlag gleich wurde sich mit den Friedensdemonstrationen am 08. Oktober diesen Jahres in Berlin auseinandergesetzt. Aufhänger war ein Beitrag in einem Blog, allerdings war der eigentliche Inhalt nicht Gegenstand der Betrachtung, sondern die zum Beginn genannten Zahlen. An diesen wurde sich abgearbeitet und die Keule gegen die „andere Demonstration geschwungen. Zu diesem E-Mail schrieb ich folgendes, allerdings den Schwerpunkt auf das gern strapazierte Linksrechtsschema legend. Nach senden der E-Mail stellte ich fest, dass eine zweite Mail dieses Thema betreffend eingegangen war. In dieser betonten die Absender, dass sie sich mit dem Schreiber der ersten Nachricht besprochen hatten, auf derlei Rundumschläge zu verzichten.
Auf die folgende Antwort erfolgte keine weitere Reaktion:
Nun sich an Zahlen zu reiben, so im nach hinein, wirft zumindest die Frage auf, warum das Tischtuch im Vorfeld zerschnitten wurde und nicht gemeinsam marschiert? Auch aus einen Text zu zitieren, ohne einen Link* zu platzieren, den Rest des Textes zu negieren, lässt hinterfragen, nach dem Sinn der Tat? Also cui bono, … wem nutzt es?
Gedanken eines Proleten … zum Thema!

Sonntag, 15. Januar 2012

Konstruktive Kritik fürs System des Kapitals!

In der SZ fand sich vor Tagen ein Beitrag, ein Gastbeitrag, auf welchen ich auf der Seite Kritische Massen aufmerksam wurde. Dieser Beitrag ist überschrieben:Thesen gegen die Ausplünderung der Gesellschaft "Kapitalismus braucht keine Demokratie", letzteres ohne Satzzeichen. Ein Ausrufezeichen, oder auch Fragezeichen, zumindest einen Punkt hätte ich der Überschrift schon gewünscht. Braucht nun Kapitalismus Demokratie oder nicht? Zumindest wäre die Einordnung etwas leichter gewesen, gerade weil der Text eine Antwort diesbezüglich schuldig bleibt. Wäre die Überschrift mit einem Fragezeichen versehen, was durchaus berechtigt ist, könnte klar mit ja geantwortet werden, der Kapitalismus kommt auch ganz gut mit einer Diktatur zurecht, was er oft genug bewiesen hat und von bestimmten Kräften des Kapitals gegenwärtig auch wieder angestrebt wird. Somit könnte eindeutig ein Ausrufungszeichen hinter der Überschrift stehen! Ja, Kapitalismus braucht keine Demokratie und schon gar nicht wenn nützlichere Alternativen erforderlich sind!
Wenn der Text nun gelesen wird, so kann festgestellt werden, dass es sich um eine Form seichter Kapitalismuskritik handelt, in welcher der tiefere Sinn anscheint darin besteht, die Knöchel nicht nass werden zu lassen und das, obwohl das Wasser schon lange keinen Stand auf festen Grund mehr zulässt. So wird dann auch  in den Fluten seichter Kritik herumgerudert, kleeschehaft versucht Illusionen zu erhalten und zu nähren.
Bevor es zum eigentlichen Text geht, ist dann noch zu lesen: „Wahnsinn als Selbstverständlichkeit: Seit Jahren ist es offensichtlich, dass die Demokratie ruiniert wird und der Sozialstaat zerfällt. Privatisierte Gewinne und sozialisierte Verluste sind zur Selbstverständlichkeit verkommen. 13 Gründe, sich selbst wieder ernst zu nehmen.“ Und einmal davon abgesehen, ob wirklich 13 Gründe, mehr oder weniger gebraucht werden um sich ernst zu nehmen und oben noch von Thesen geschrieben wurde, wird hier eine Selbstverständlichkeit für das System des Kapitals relativiert, in dem es als Ausnahme, oder Spitze des Eisberges, als verkommen dargestellt wird.
Zu den Thesen, oder „Gründen, sich selbst wieder ernst zu nehmen“, sind mir einige Gedanken gekommen:

Sonntag, 27. März 2011

Eine strahlende Zukunft?

Nun strahlt der Reaktor in Fukushima weiter, überraschend nur, wie überrascht nun getan wird, dass radioaktives Wasser austritt. Dabei wurde das Kraftwerk von einer Naturkatastrophe, welche für diese Region der Welt nicht ungewöhnlich ist, heimgesucht und eine Flutwelle nicht kalkulierter Größe tat ihr übriges. Dann explodierten Reaktorgebäude und fingen an zu brennen. Zum Löschen kam Wasser zum Einsatz, welches in nicht geringer Menge in die Gebäude gepumpt wurde und letztlich auch wieder wohin muss, sofern es von der Hitze nicht verdampfte. Egal wie, aber sich zu wundern, dass dieses Wasser in einem hohem Maße radioaktiv verseucht ist, zeugt hingegen davon, dass die Schwere der Katastrophe gegenüber den Menschen immer noch nicht eingestanden wird. Die Atomwirtschaft lügt weiter, um ein eigentlich untragbares Risiko weiter tragen zu lassen. Dabei fühlte sich die Bundesregierung gleich nach der atomaren Katastrophe in Japan veranlasst, das Abschalten von Atomkraftwerken zu verkünden. Dass auch dies eine Lüge war, konnte man jüngst erfahren, als in Folge einer Indiskretion bekannt wurde, dass Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) die verkündeten Maßnahmen der Bundesregierung als Wahlkampftaktik darstellte. Glaubte die Bundesregierung etwa, dass es nötig sei, die Energiewirtschaft mit den Offenbarungen des Bundeswirtschaftsministers beruhigen zu müssen? Auf Grund besagter Indiskretion trat der BDI-Geschäftsführer dann zurück. Die Indiskretion selbst, zeigt aber auch, dass die verschiedenen Kräfte des Kapitals alles andere als homogen sind – ganz im Gegenteil, die Indiskretion selbst spiegelt unterschiedliche Kapitalinteressen wieder.
Sollte die deutsche Energiewirtschaft geneigt gewesen sein, die Lügen der Bundesregierung, die eigentlich in ihrem Interesse in die Welt gesetzt wurden, selbst zu glauben? So, dass der Wirtschaftsminister sie beruhigen musste? Das zeigte aber auch, worum es eigentlich geht, nämlich um Profit, um Profitmaximierung – allgemeine menschliche Interessen können da nur störend sein. Neu ist das ganze hingegen nicht, denn wie schrieb Karl Marx schon im Kapital?
„Das Kapital hat einen Horror vor Abwesenheit von Profit, oder sehr kleinem Profit, wie die Natur vor der Leere. Mit entsprechendem Profit wird Kapital kühn. Zehn Prozent sicher, und man kann es überall anwenden; 20 Prozent, es wird lebhaft; 50 Prozent, positiv waghalsig; für 100 Prozent stampft es alle menschlichen Gesetze unter seinen Fuß; 300 Prozent, und es existiert kein Verbrechen, das es nicht riskiert, selbst auf die Gefahr des Galgens. Wenn Tumult und Streit Profit bringen, wird es sie beide encouragieren (anfeuern).“
Nachsatz:

Sonntag, 6. September 2009

Werbung zur Wahl!

Werbung zur Wahl!

Noch ein Gedanke zum hier verlinkten und kommentierten Beitrag.

Die Wahlbeteiligung bei den letzten Kommunalwahlen in Sachsen-Anhalt lag gerade einmal bei 38% und das war im Juni dieses Jahres. Keine üppige Beteiligung, da kann in NRW mit 52,3% ja noch regelrecht frohlockt werden, der Aufruf und die Intention, „wer nicht wählt, wählt falsch“, hat in NRW nun nicht gefruchtet. Aber was soll es, die Legitimität des Systems wird in Frage gestellt und so konnte ich heute im Fernsehen einen Werbespot zur Wahl verfolgen. Nicht das irgendeine Partei geworben hätte, nein, die Werbung war allgemein: geht wählen, egal was ihr Wählt, aber geht Wählen und wählt! Legalisiert das politische System, so der Tenor!

Ja, woraus möchte dieses System seine Legalität ableiten, wenn sich immer mehr Menschen dem demokratischen Ritual entziehen? Also, freiwillig auf die Illusion demokratischer Mitbestimmung verzichten, welche man ihnen zubilligt! Das kann sich schon zu einem Problem entwickeln, da hilft kein jammern und kein klagen.

Desto weniger Menschen sich an Wahlen beteiligen, dieses politische System also legalisieren, desto mehr tritt der eigentliche, diktatorische Charakter des System zu Tage. Die Schleier fallen und es offenbart sich das wahre Wesen der politischen Verhältnisse zunehmend. Wobei dem Argument der Wahlmüdigkeit wirkungsvoll begegnet werden könnte, in dem Wählen gegangen wird und der Unzufriedenheit Ausdruck verliehen, indem ungültig gewählt wird. Andererseits bietet eine hohe Wahlbeteiligung auch bessere Möglichkeiten zur Manipulation, also vielleicht doch lieber nicht wählen, keine abgegebene Stimme kann auch nicht falsch gewertet, oder manipuliert werden. So richtig bin ich mir da noch nicht im klarem, also werde ich noch etwas darüber nachdenken.

Ja, was machen, gegen diesen Identitäts- und Legalitätsverlust? Da wird es schon hektisch in der Politik, wie es den Anschein hat und gibt es keine Alternativ zum System im System, so kommt es eigentlich darauf an, eine Alternative zum System zu benennen. Dieses gerade auch unter dem Gesichtspunkt, dass Alternative im System, zum System, wenig beglückendes haben und sich in der Vergangenheit alles andere als positiv für die Menschen erwiesen haben!

Letztendlich ist diese Krise der Politik, der politischen Verhältnisse, nur ein direkte Folge der allgemeinen Krise des Kapitalismus, der wirtschaftlichen Verhältnisse.