Zitat:

Es setzt sich nur so viel Wahrheit durch, als wir durchsetzen; der Sieg der Vernunft kann nur der Sieg der Vernünftigen sein. - Bertold Brecht, „Leben des Galilei“

Zitat:

Bedrohlich ist das Volk für die Herrschenden, wenn es ohne Furcht ist.“ -Tacitus (römischer Historiker)

Zitat:

Die Furcht vor Übervölkerung tritt stets in Perioden auf, in denen der bestehende Sozialzustand im Zerfall begriffen ist. August Bebel

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Mittwoch, 27. Mai 2020

Nicht alles was hinkt ist ein Vergleich, …


Auf der Facebookseite der Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt, ein landeseigenes Propagandainstitut, fand ich einen Beitrag verlinkt, welcher sich mit der Kritik eines Landesbischofs an einen “DDR Vergleich zu Religionsfreiheit”, im Zusammenhang mit der gegenwärtigen Viruskrise beschäftigt, welcher nach Aussagen des Landesbischofs daneben sei.
Nun ist mir ein solcher Vergleich noch nicht zu Ohren gekommen, allerdings durchaus verständlich, wird doch heutzutage gern verglichen, ob es passt oder nicht, ein Vergleich lohnt sich immer, unterstellt er doch zumindest einen Schimmer Alternative, zu hinterfragen bleibt allerdings der Sinn und festzustellen, wer, in welchem Zusammenhang und in wessen Interesse einen solchen Vergleich angestellt. Das Thema Religionsfreiheit ist sicher interessant, allerdings in Verbindung mit der gegenwärtigen Viruskrise, welche taugt die aktuelle Wirtschaftskrise zu verschleiern und dazu noch eine Krise der herrschenden Politik in diesem Land offenbart, zumindest fragwürdig.

Samstag, 28. Dezember 2019

Alle Jahre wieder kommt der Weihnachtsmann und die Medien berichten und dichten, ...


Bildschirmfoto 2019-12-28 21:26Uhr
Alle Jahre wieder kommt der Weihnachtsmann und die Medien berichten und dichten, was gewesen, was sein kann, oder konnte gewesen sein, in der DDR zu diesem Feste. Und so werden irgendwelche vermeidliche Weihnachtsritualte aus der DDR, unter Umständen von der Führung verordnet, gelegentlich nicht nachzuvollziehen, gesucht und gefunden und unumwunden präsentiert, damit auch der letzte kapiert, wie Weihnachten in der DDR begangen, oder auch nicht. Wie der ausgemachte Antichrist gefeiert, das Fest der Christen, zur heiligen Nacht! Die MZ hat solch einen Beitrag geboren und geteilt auf ihrer Facebook-Seite, dort wird er kräftig diskutiert, es werden Kommentare geschrieben, es wird berichtet, vom einen und vom anderen, wie es gewesen, in der DDR zum Weihnachtsfest.
Allerdings genau betrachtet und eigene Erfahrungen zu Grunde legend, war es anders als verkündet und was so erwähnt spielte maximal am Rande eine Rolle, wenn überhaupt, kann sich ein Urteil nur erlauben, wer in der DDR gelebt und miterlebt, wie vielfältig das Weihnachtsfest begangen, ob nun aus weltlich Motivation, oder den religiösen Zopf verlangend.
Überschrieben ist der Beitrag in der MZ mit: „Rückblick 8 Dinge, die Sie garantiert nicht über Weihnachten in der DDR wussten“, festzustellen ist, dass der Autor sich sicher freute etwas zu finden, um es zu verkünden, aber nicht einmal eine Ahnung davon hat, wie es in der DDR gewesen, zum Weihnachtsfest, so gibt er gelegentliche Ausnahmen zum besten! Möchte er damit die Ostdeutschen testen, welche als Bürger der DDR das Weihnachtsfest begannen?
Zum geteiltem Beitrag schrieb ich folgenden Kommentar:

Donnerstag, 5. Dezember 2019

Was ist Geschichte, wie immer man sie dichte und Zeitzeugen sie beugen?


Bildschirmfoto 2019-12-05 14:00 Uhr
Alles was es an schlechten in der BRD heute gibt, oder was an verwerflichen aus der Vergangenheit aufgedeckt wird, die Gemüter erregt, muss es auch in der DDR gegeben haben. Jüngstes Thema wieder einmal der Antisemitismus, durch jüngste Ereignisse motiviert, in den verschiedensten Veranstaltungen zelebriert, wird nach dem Antisemitismus in der DDR gesucht und so mancher Zeitzeuge wird auch fündig und verkündet. So jüngst G. Gysi, wie die FAZ zu berichten weis und auf Facebook vom Propagandainstitut des Landes Sachsen-Anhalt verlinkt. Zum verlinkten Beitrag habe ich folgenden Kommentar hinterlassen:
Die Weisheiten eines G. Gysi, nun ja, er verdient eben auch sein Geld damit, dass er sich den vorgegebenen Staatsdocktrien anpasst und diese wen nötigt entsprechend interpretiert und verteidigt, so von eigentlichen Problemen und/oder deren Ursachen ablenkt.

Dienstag, 21. November 2017

500 Jahre Reformation – eine Veranstaltung –

Reformationsjubiläum, 1517 schlug Luther seine Thesen an das Tor der Wittenberger Schlosskirche und 500 Jahre später wird das Reformationsjubiläum mit nicht unerheblichen Pomp begangen. Ein Jahrmarkt der Eitelkeiten, Gäste reichen sich die Klinke in die Hand, es wird jubiliert und verklärt, gelegentlich auch erklärt, es wird gefeiert und gepriesen, der Kritik gehuldigt und viel wurde geschrieben, veröffentlicht und sicher auch gelesen.
Sich mit diesem Jubiläum kritisch auseinanderzusetzen ist ein Gebot der Zeit, genauso wie festzustellen, welche Bedeutung die Reformation für dieses Land, für Europa und letztlich für die Welt hatte.
Um das große Jubelfest zu begehen, wurde von offizieller Seite viel investiert, eine ganze Dekade wurde zu diesem Zweck ins Leben gerufen und trotzdem sorgte so manches Ergebnis für Ernüchterung. Die Kirchen hatten sich mehr davon versprochen, gar mit einem Anwachsen ihrer Herde gerechnet, Besucher strömten reichlich an die Orte der Reformation und an die Orte in welchen Luther lebte, allein es wurde im Vorfeld mit mehr gerechnet.

Freitag, 4. November 2016

Zum Beitrag habe ich folgenden Leserbrief ...

In der Jungen Welt fand sich ein Interview zum Thema Reformationsjubiläum, auf dieses Interview wurde ich mittels Facebook aufmerksam und war über die getroffenen Aussagen etwas befremdet. Als objektiv historisch kann die Herangehensweise des Interviewten nicht betrachtet werden, eher als populistisch, reißerisch, verwerfend, verurteilend, nicht urteilend, die konkret historische Situation zu Luthers Zeiten, die gesellschaftlichen Verhältnisse, Entwicklungen, Erkenntnise usw. wsf. werden einfach negiert. Dazu dann noch eine reichlich abwegige Forderung, welche maximal dazu taugt etwas Aufmerksamkeit zu erhaschen, und das war es. Schlussendlich gilt es Luther nicht entsprechend zu würdigen, sondern in Bausch und Bogen zu verurteilen, begründet wird dieses mittels oberflächlicher Betrachtungsweise, in dem einzelne Aussagen Luthers in den Vordergrund gestellt werden, ohne diese im jeweiligen Kontext zu betrachten. Auf die Frage am Ende, wer anstelle Luthers gewürdigt werden solle, fallen nicht etwas Zeitgenossen desselben ein, sondern es wird auf den italienischen Wissenschaftler Galilei zurückgegriffen, mit dessen Leben sich Brecht trefflich auseinandersetze und der kein Zeitgenosse Luthers war, sondern ca. 100 Jahre nach ihm lebte, in einem Italien, welches noch unter der Knute des Katholizismus stöhnte!

Dienstag, 22. Dezember 2015

Weihnachten, heute wieder ein Fest für gesellschaftliches Elend im schönsten Glanz!

Was macht ein Freidenker zu Weihnachten? Frei nachdenken … auch über Weihnachten und Feiern!

So hatte ich zu einem Beitrag in der Mailingliste der Freidenker, welcher mit „Was macht ein Humanist zu Weihnachten?“ überschrieben, vor Weihnachten folgende Antwort geschrieben:
Solange ich mich erinnern kann, wurde bei uns zu Hause Weihnachten gefeiert, es gab einen Weihnachtsmann, wobei wir als Kinder meistens in der Küche saßen und Wiener Würstchen und Kartoffelsalat aßen, als dieser über den Flur ins Wohnzimmer polterte, gesehen haben wir diesen nie, allerdings fehlten am Tisch immer Mutter oder Vater. Nach dem der Weihnachtsmann das Haus polternd wieder verlassen hatte, konnten wir ins Wohnzimmer und schauen was er für uns dagelassen.
Das Weihnachten etwas mit Christus zu tun hatte, oder haben sollte, ein Kind im Stall geboren, in eine Krippe gelegt und welchem von drei aus dem Morgenland kommenden gehuldigt wurde, erfuhr ich erst wesentlich später, zu einer Zeit, als ich eigentlich schon nicht mehr an den Weihnachtsmann glaubte, mich aber trotzdem über die Geschenke freute.
Die Zeit verging, Weihnachten wurde weiter gefeiert, als ein Fest der Familie und später oft das einzige im Jahr an welchen sich Eltern, Kinder und Enkelkinder trafen und treffen. Nie alle, aber doch einige, alle wäre vielleicht etwas viel auf einmal, haben meine Eltern doch vier Söhne welche für über 10 Enkel sorgten, von denen die Meisten heute selbst erwachsen sind und mit den ersten Urenkelkindern aufwarten. Dieses Jahr geht es wieder los und ich gehe davon aus, dass ich zumindest zwei meiner Brüder und deren Familien bei meinen Eltern treffen werde, am zweiten Feiertag, der erste gehört der anderen Familie.
Die christliche Weihnacht, wie schon geschrieben, spielt dabei keine Rolle, wobei ich eingestehen muss, dass ich vor Jahren einmal zum Krippenspiel gegangen bin, damals hatte meine Tochter beschlossen bei einer solchen Aufführung mitzuspielen. Die Kirche war voll, ich ließ das Spiel auf mich wirken, traf auch eine Reihe Bekannte und manch einer wird auch überrascht gewesen sein mich dort zu sehen. Allerdings zieht es zu Weihnachten, gerade zum Krippenspiel, eine Reihe von Menschen in die Kirchen, welche ansonsten relativ wenig mit dem christlichen Glauben am Hut haben. Auch gehören heute zum Repertoire vieler weltlicher Chöre mehr religiös motivierte als weltliche inspirierte Weihnachtslieder, welche es in der DDR einige gegeben hat. Ich höre übrigens beides gern, erfreue mich am Gesang, an den Stimmen, den Kompositionen, versuche wenn möglich den Texten zu folgen, ihren Sinn zu erfassen.

Donnerstag, 26. Juni 2014

Gedanken zum Tag – 19.06. usw.


19.06.14 - Habe ich heute früh Zeitung gelesen? Ja, aber nicht die aktuelle sondern die von Gestern. Jedenfalls einen Artikel. Die aktuelle Zeitung steckt noch im Briefkasten, hatte keine Lust runter zu laufen und diese zu holen, war heute Morgen etwas spät dran. Passiert, gestern war ein etwas längerer Arbeitstag, früh ging es wie üblich nach Thale, Nachmittags zurück, kurze Pause und weiter ging es bis ca. 18:00Uhr, anschließend etwas Pause und um 20:30Uhr ging es noch einmal für zwei Stunden durch die Stadt.
Ansonsten sind es viele Gedanken, welche gegenwärtig mein Hirn durchstreifen, gedacht werden wollen, sich auseinandersetzen mit Problemen, Ansichten, Ereignissen.
Nun ist die Zeit vorangeschritten, einiges wurde getan und in meinem Kopf formen sich die Gedanken nicht mehr so, wie es heute früh der Fall gewesen ist. Die Pflicht kommt zuerst und dann die Kür, nur was sind es für Pflichten, welche den Menschen heutzutage treiben? Verschieden werden sie sein und oft nicht seinen eigenen direkten Bedürfnissen geschuldet. Was ist Freiheit, die Einsicht in die Notwendigkeit und entsprechendes Handeln? Sicher, nur welche Einsicht in welche Notwendigkeit und was ist Notwendig, was wird als Notwendigkeit im heutigem gesellschaftlichen Sein definiert und was ist objektiv Notwendig, weil Gesetzmäßig? Die Definitionshoheit über Notwendigkeit, wer hat diese, oder ist diese letztlich nicht objektiv, im gesellschaftlichem Sein, sich ergebend aus dem Handeln der Menschen? So ist es im System des Kapitals Notwendig, dass es Menschen gibt, welche ihre Arbeitskraft verkaufen müssen, ohne die Ware Arbeitskraft würde das ganze System nicht bestehen können. Mit Freiheit hat dieses nur insofern zu tun, das die Erkenntnis dieser Tatsache die Einsicht in die Notwendigkeit fördert, die Nutzung allgemeiner objektiver Gesetzmäßigkeit im eigenen Interesse möglich macht und den Tod so mancher Illusion bedeutet.

20.06.14 - Zeitung habe ich heue wieder gelesen, nicht ganz, zumindest die Überschriften und da auch nicht alle. In den Randspalten war zu erfahren, dass Blutspende möglich ist, in einer Schule in Quedlinburg und dass ein Wanderverein als Ziel den alten Falkenstein anstrebt, interessierte Mitwanderer sind erwünscht. Im August soll mit dem Kreisverkehr unterhalb des Münzenberges begonnen werden und zu diesem Zweck wird die Straße komplett gesperrt, zur Weihnachtszeit soll dann alles wieder befahrbar sein.

Samstag, 31. Mai 2014

Atheismus, eine Erbkrankheit?


Auf heise.de findet sich ein Artikel, welcher mit: „Sterben die Atheisten aus?“ überschrieben ist. In der Mailingliste der Freidenker wurde auf diesen Beitrag verwiesen, was mich veranlasste folgenden Kommentar in der Liste zu hinterlassen:
Ist ja nicht uninteressant der Beitrag, wie das Pferd aber auch immer aufgezäumt werden kann, wenn es nach hinten austritt ist ein Treffer schmerzvoll für den Menschen, welcher sich dem Pferde von hinten genähert hat! Wobei das Kummet erst um 1000 nach Europa gekommen ist, in China gab es dieses allerdings schon 500 vor Chr. Also die Araber haben es nicht erfunden, allerdings kam es durch diese nach Europa. Aber erst um 1400 verdrängte das Pferd wegen seiner höheren Rentabilität das Rind als Zugtier, eine Krise in der Landwirtschaft beschleunigte diesen Vorgang. Da mit Hilfe dieser Erfindung das Pferd als Zugtier genutzt werden konnte, was nicht nur das Rind als solches ablöste, sondern auch die Produktivität in der Landwirtschaft steigern half, erhöhte sich die Arbeitsproduktivität nicht unerheblich, allerdings nicht ohne Folgen für die Produzenten. Der im 4 Jahrhundert erfundene Radpflug konnte mittels Kummet und Pferd effizienter gezogen werden, wobei noch eine wesentliche Verbesserung durch die Eisenschar erzielt wurde.
Was hat das aber mit Religion zu tun?

Dienstag, 30. Juni 2009

Atheismus

Atheismus (griech.): bewusste und begründete Ablehnung des Glaubens an einen Gott oder mehrere Götter, an ein göttliches Prinzip, an jegliche übernatürlichen Kräfte und Wesen bzw. an eine übernatürliche und jenseitige Welt; Erklärung der Welt aus sich selbst (wörtlich: Gottlosigkeit).
Der Atheismus ist mit der Entwicklung des rationalen Denkens, der Wissenschaft und des Klassenkampfes eng verbunden. Er war und ist (mit Ausnahmen, wie z. B. bei F. Nietzsche) ideologischer Ausdruck geschichtlich fortschrittlicher Bewegungen und Klassen. Der Ausdruck Atheismus wurde unterschiedlich verwandt. In der griechischen Philosophie der Antike bezeichnete er ursprünglich lediglich die Ablehnung der Götter als Staatsreligionen. Von den christlichen Kirchen wurde er oftmals in diskriminierender Absicht gegen Anschauungen von einzelnen Menschen oder ganzen Völkern verwandt, die den Glauben an den Gott des Christentums ablehnten (so wird z. B. der Buddhismus als „atheistische Religion“ bezeichnet) oder, wie für das Mittelalter typisch, für Anschauungen, die von den offiziellen Dogmen der Kirche abwichen (Häresien, Deismus). Dabei handelt es sich jedoch nicht um Atheismus im eigentlichen Sinne. Auch die im 19. und besonders im 20. Jahrhundert verbreitete spontane, d. h. nicht bewusste und rational begründete areligiöse Haltung kann nur als Grundlage für die mögliche Herausbildung eines atheistischen Standpunktes gelten.
Durch die Geschichte des menschlichen Denkens zieht sich ein ständiger Kampf zwischen Materialismus und Idealismus, mit dem Kampf zwischen Atheismus und religiösen Glauben verknüpft. Dieser Kampf nahm verschiedene Formen an; er äußerte sich in der Kritik der jeweils offiziellen Religion, in grundsätzlicher Kritik einzelner religiöser Dogmen (z. B. bei Galileo Galilei), in der Hervorhebung der Vernunft gegenüber der Religion (z. B. in der Aufklärung), in der Entwicklung deistischer und pantheistischer Auffassungen, im Positivismus (z. B. bei E. Mach) und im atheistischen Idealismus (z. B. bei F. Nietzsche, J.-P. Sartre, A. Camus) und schließlich in konsequent materialisch-atheistischen weltanschaulichen Positionen.
Die Geschichte des Atheismus zeigt mehrer Höhepunkte. Eine Vielzahl von religionskritischen und materialistisch-atheistischen Ansätzen findet sich in der Philosophie des klassischen Altertums, so z. B. in der ionischen Naturphilosophie, bei Xenophanes, Demokrit und besonders bei Epikur in Griechenland, bei Lucretius Carus in Rom. Einen Höhepunkt in der Geschichte des Atheismus bildete der bürgerliche Atheismus der französischen Materialisten des 18. Jh. (besonders D. Diderot, J. O. de La Mettrie, P. H. D. Holbach, C. A. Helvétius), der sich seinem Wesen nach gegen die feudale Kirchenherrschaft, gegen die Unterdrückung der Wissenschaft und des freien Denkens durch Religion und Kirche richtet. In Deutschland kulminierte der Atheismus im 19. Jh. in der Bibelkritik von D. F. Strauß, in der materialistischen (atheistischen) und religionskritischen Philosophie L. Feuerbachs (die einen großen Einfluss auf Marx hatte), im kleinbürgerlichen Materialismus von C. Vogt, L. Büchner (Vulgärmaterialismus) und besonders im naturwissenschaftlichen Materialismus von E. Haeckel, der zu einem im europäischen Maßstab wirkenden Vertreter des naturwissenschaftlichen Atheismus wurde. Die russischen revolutionären Demokraten des 19. Jh., wie A. I. Herzen, W. G. Belinski, N. G. Tschernyschewski, waren ebenfalls streitbare Atheisten.
Die entwickelte Form des Atheismus ist der wissenschaftliche Atheismus der marxistisch-leninistischen Philosophie (marxistisch-leninistischer Atheismus, proletarischer Atheismus). ER wurde von Marx und Engels begründet und von Lenin weiterentwickelt. Der marxistische Atheismus unterscheidet sich grundlegend vom bürgerlichen Atheismus, der sich das Ziel setzte, durch Verbreitung vernünftigen Denkens und der Erkenntnisse der Wissenschaft den Gottesglauben, den er für das Haupthindernis des Fortschritts hielt, zu überwinden.