Zitat:

Es setzt sich nur so viel Wahrheit durch, als wir durchsetzen; der Sieg der Vernunft kann nur der Sieg der Vernünftigen sein. - Bertold Brecht, „Leben des Galilei“

Zitat:

Bedrohlich ist das Volk für die Herrschenden, wenn es ohne Furcht ist.“ -Tacitus (römischer Historiker)

Zitat:

Die Furcht vor Übervölkerung tritt stets in Perioden auf, in denen der bestehende Sozialzustand im Zerfall begriffen ist. August Bebel

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Mittwoch, 27. Mai 2020

Nicht alles was hinkt ist ein Vergleich, …


Auf der Facebookseite der Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt, ein landeseigenes Propagandainstitut, fand ich einen Beitrag verlinkt, welcher sich mit der Kritik eines Landesbischofs an einen “DDR Vergleich zu Religionsfreiheit”, im Zusammenhang mit der gegenwärtigen Viruskrise beschäftigt, welcher nach Aussagen des Landesbischofs daneben sei.
Nun ist mir ein solcher Vergleich noch nicht zu Ohren gekommen, allerdings durchaus verständlich, wird doch heutzutage gern verglichen, ob es passt oder nicht, ein Vergleich lohnt sich immer, unterstellt er doch zumindest einen Schimmer Alternative, zu hinterfragen bleibt allerdings der Sinn und festzustellen, wer, in welchem Zusammenhang und in wessen Interesse einen solchen Vergleich angestellt. Das Thema Religionsfreiheit ist sicher interessant, allerdings in Verbindung mit der gegenwärtigen Viruskrise, welche taugt die aktuelle Wirtschaftskrise zu verschleiern und dazu noch eine Krise der herrschenden Politik in diesem Land offenbart, zumindest fragwürdig.

Samstag, 28. Dezember 2019

Alle Jahre wieder kommt der Weihnachtsmann und die Medien berichten und dichten, ...


Bildschirmfoto 2019-12-28 21:26Uhr
Alle Jahre wieder kommt der Weihnachtsmann und die Medien berichten und dichten, was gewesen, was sein kann, oder konnte gewesen sein, in der DDR zu diesem Feste. Und so werden irgendwelche vermeidliche Weihnachtsritualte aus der DDR, unter Umständen von der Führung verordnet, gelegentlich nicht nachzuvollziehen, gesucht und gefunden und unumwunden präsentiert, damit auch der letzte kapiert, wie Weihnachten in der DDR begangen, oder auch nicht. Wie der ausgemachte Antichrist gefeiert, das Fest der Christen, zur heiligen Nacht! Die MZ hat solch einen Beitrag geboren und geteilt auf ihrer Facebook-Seite, dort wird er kräftig diskutiert, es werden Kommentare geschrieben, es wird berichtet, vom einen und vom anderen, wie es gewesen, in der DDR zum Weihnachtsfest.
Allerdings genau betrachtet und eigene Erfahrungen zu Grunde legend, war es anders als verkündet und was so erwähnt spielte maximal am Rande eine Rolle, wenn überhaupt, kann sich ein Urteil nur erlauben, wer in der DDR gelebt und miterlebt, wie vielfältig das Weihnachtsfest begangen, ob nun aus weltlich Motivation, oder den religiösen Zopf verlangend.
Überschrieben ist der Beitrag in der MZ mit: „Rückblick 8 Dinge, die Sie garantiert nicht über Weihnachten in der DDR wussten“, festzustellen ist, dass der Autor sich sicher freute etwas zu finden, um es zu verkünden, aber nicht einmal eine Ahnung davon hat, wie es in der DDR gewesen, zum Weihnachtsfest, so gibt er gelegentliche Ausnahmen zum besten! Möchte er damit die Ostdeutschen testen, welche als Bürger der DDR das Weihnachtsfest begannen?
Zum geteiltem Beitrag schrieb ich folgenden Kommentar:

Montag, 18. Juni 2018

... 1 Beitrag von dir muss noch bestätigt werden.


Bildschirmfoto 2018-06-18, 10:28 Uhr
Am 16. Juni hatte ich zu einer Veranstaltung auf Facebook einen Kommentar hinterlassen, ein Kommentar war dort schon geschrieben, auf welchen es am Samstag eine Antwort gegeben hat.
Mein Kommentar hingegen ist bis heute nicht freigeschaltet. Liegt vielleicht daran, dass ich in diesem Kommentar auf einen Beitrag verwiesen habe, in welchen ich mich zu früherer Zeit einmal mit der Sprengung einer Kirche und dessen Hintergründe auseinandergesetzt habe. Folgenden Kommentar hatte ich hinterlassen:
Die Instrumentalisierung von Kirchenabrissen in der DDR ist nicht neu, die eigentlichen Ursachen werden dabei gern vergessen, auch vergessen wird, dass in der BRD ebenfalls Kirchen abgerissen wurden und werden. Hier ein etwas älterer Beitrag, welcher dieses Thema aufgreift und sich mit einem Kirchenabriss und dessen medialer Spiegelung auseinandersetzt: klick
Im Internet sind übrigens eine Reihe von Beispielen zu finden, weshalb und warum heute noch Kirchen abgerissen werden … und das ohne DDR ...“
Auf der Facebook-Seite der Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt, wurde auf diese Veranstaltung genannter Institution verwiesen, dort hatte ich wie folgt kommentiert:

Montag, 11. Juni 2018

Kirche:


Institution der christlichen Religion. Die Kirche umfasst die religiösen Dogmen und Lehren, ihre Mitglieder, die Amtsträger, den Organisations- und Verwaltungsapparat und die verschiedenen kirchlichen >>Werke<< (Jugend-, Männer-, Frauen-, Missionswerke usw.) Die christliche Kirche unterscheidet sich von den Institutionen anderer Religionen durch ihre Entstehungsgeschichte, ihre Struktur und durch ihr religiöses Selbstverständnis. Im Verlaufe der Geschichte sind verschiedene christliche Kirchen entstanden, die sich vor allem durch ihre Lehre und Kulthandlungen unterscheiden. Darüber hinaus existieren eine Vielzahl weiterer Religionsgemeinschaften. Geprägt von den ökonomischen, politischen und geistigen Umwälzungen in der Geschichte haben sich in der Lehre und den Organisationsformen der Kirche Veränderungen vollzogen. In den einzelnen Ausbeutergesellschaften wurde sie, in unterschiedlich ausgeprägtem Maße, Teil des Herrschaftsmechanismus des Ausbeuterstaates (Bündnis von Thron und Altar). Das Prinzip der Trennung von Staat und Kirche, eine Forderung des progressiven Bürgertums, fand in sozialistischen Staaten erstmals seine konsequente Verwirklichung. 

Sonntag, 26. März 2017

Also Gloria dem heiligen Schein im menschlichen Sein!

Vorwort: Fraglich ob über Überschriften zu manchen Beitrag in der Zeitung nachgedacht wird, in diesem Fall sicher, denn es geht nicht um Erklärungen, um Erkenntnis, sondern um Glauben! Das Leben möge alles mögliche sein, allerdings nicht von Unerklärbarkeit betroffen, egal ob in seiner natürlichen Erscheinung, oder in der speziellen Form menschlichen Seins, in der Gesellschaft!
Kaufen, was einem die Kartelle vorwerfen; lesen, was einem die Zensoren erlauben; glauben, was einem die Kirche und Partei gebieten. Beinkleider werden zur Zeit mittelweit getragen. Freiheit gar nicht.“
Kurt Tucholsky

„Gedanken zur Zeit“ überschrieben, kommt das Wort zum Sonntag in jeder Wochenendausgabe des Quedlinburger Harz Boten der MZ, Rubrik Lokales, daher! Verschiedenste Weisheiten werden vermittelt und Illusionen und Irritationen auf dem Fade missionarischem Seins verbreitet. Gott der Herr soll es richten, an den Glauben wird appelliert, aus den Testamenten zitiert, oder das Wort gibt ein, was auszugeben, oder aufzuwenden ist, um allgemeine Glückseligkeit zu erlangen! Glaube statt Wissen, Illusion statt Realität und doch so real, das Wort zum Sonntag, überschrieben mit „Gedanken zur Zeit“. 
Das hatte ich letzte Woche geschrieben, um einige Gedanken zum Wort niederzuschreiben. Überschrieben war es damals mit: „Dafür würde ich alles geben“! Allerdings blieb es beim Ansatz und beim Vorsatz, weitere Gedanken schrieb ich nicht nieder und nun ist das nächste Wort zum Sonntag zu lesen, überschrieben mit: „Die Unerklärbarkeit des Lebens“! Sicher könnt daraus ein weltanschauliches Thema werden, es ist sogar eins! Der Gegenstand der Betrachtung sind aktuelle Verschwörungstheorien. Diese soll es ja reichlich geben, allerdings findet dieser Begriff oft auch Anwendung auf Theorien, welche sich mit aktuellen gesellschaftlichen Problemen auseinandersetzen, in dem hinterfragt wird. Der Begriff des Verschwörungstheoretikers wird gern und häufig Kritikern, mangels eigener Argumente, entgegengeschleudert, um deren Kritik zu entwerten. Dabei ist auch eine Verschwörungstheorie eine Theorie und eine jede Theorie bedarf des Beweisens, wobei der entscheidende Prüfstein einer jeden Theorie die Praxis ist!

Donnerstag, 31. Oktober 2013

Gedenken an einen großen Reformator – Thomas Müntzer –

Heute (31.10.13) ist Feiertag, Reformationstag und die Reformationsbewegungen an der Schwelle zur Neuzeit haben ihre Spuren hinterlassen. Dabei wird bei der Spurensuche durchaus sondiert und die Spuren in den Vordergrund gestellt, welche dem eignem Interesse dienlich sind. Da passt es heutzutage nicht unbedingt einen Reformator wie Thomas Müntzer zu ehren, eher wird bei Martin Luther stehen geblieben, mit welchem dessen Zeitgenosse Hieronymus Höltzel in seiner Schrift „Hoch verursachte Schutzrede und antwwort wider das Gaistlose Sanfftlebende fleysch zu Wittenberg“ abrechnete. Wie anderes auch, ist diese Streitschrift im Kontext ihrer Zeit zu sehen, sie ist auf dem Höhepunkt der Reformation, am Vorabend der Bauernkriege verfasst worden. Müntzer und seine Mitstreiter gingen mit ihren Vorstellungen von der Reformation weit über die Luthers hinaus, sie strebten die Befreiung des Volkes von seiner Knechtschaft an. Müntzer gehört zu den radikalen Kräften, welche nach 1521 weit über die Reformation Luthers hinausgingen und „sie stießen bis zu den revolutionären Konsequenzen einer Veränderung auch der weltlichen Herrschaft vor. In nur knapp fünf Jahren wurden neue Ideen hervorgebracht und zahlreiche Kräfte für den Kampf gegen die geistlichen und weltlichen Feudalgewallten mobilisiert. In dieser Zeit reifte auch Thomas Müntzer zum Prediger, Theologen und Streiter für die Revolution, für die Sache des „gemeinen Mannes“.“
In keinem Fall ist die historische Leistung Luthers zu schmälern, an der Schwelle zu einer neuen Zeit hat er Bahnbrechendes geleistet, nur sind Müntzer und seine Mitstreiter weit über dieses hinausgegangen und haben den Weg in eine neue Gesellschaft gewiesen. Am Rande sei aber auch daran erinnert, das Müntzer vor Luther in deutscher Sprache gepredigt hat. Somit gedenke ich heute am Reformationstag dem großen deutschen Reformator und Revolutionär Thomas Müntzer! 

Nachgedanke (01.11.2013):

Sonntag, 1. September 2013

Sprechende Häuser in Quedlinburg, die Aegidiikirche


„Wenn die Häuser sprechen lernen“ ist es Menschen Werk, wie die Häuser selbst ein Produkt menschlicher Tat sind, gelegentlich mit Spuren vieler Generationen, welche Häuser immer ihren Bedürfnissen angepasst haben. Die MZ berichtet über ein solches Vorhaben in Quedlinburg, die ersten Texte sind gesprochen zu finden, allein ich suchte im Internet, mein Handy taugt „nur“ zum telefonieren.
Warum suchte ich im Internet, weil darüber berichtet wurde? Nein, sondern weil ich hören wollte, was aus einem Text geworden ist, welchen ich zur Aegidiikirche in Quedlinburg geschrieben hatte. Ich wurde fündig und musste feststellen, dass der gesprochene Text nicht in jedem Punkt dem Original entsprach. Am Ende endet der Text abrupt, war wahrscheinlich für den zur Verfügung stehenden Speicherplatz etwas zu lang. Sicher hätte er auch besser gelesen werden können. Schade auch, dass es nur ein allgemeines Bild von Quedlinburg hinter dem Text gibt. Dem Zweck, sich mittels moderner Technik mit Gebäuden in Quedlinburg zu beschäftigen, wäre mit einer Bilderfolge vom Objekt sicher besser gedient. Eine qualifizierte Führung sollten solche Aktionen allerdings nicht ersetzen. Übrigens wäre ich auch bereit gewesen, den Text noch einmal zu überarbeiten und auf eine entsprechende Länge zu „stutzen“. Hier nun der ursprüngliche Text:  
„Sprechende Häuser

Hallo und danke, für das Interesse an meinem Sein.

Ich bin die Aegidiikirche, die nördlichste der Quedlinburger Stadtkirchen und blicke auf eine lange Geschichte zurück.
Wie alt ich genau bin, … kann ich nicht sagen, ich erinnere mich nicht und wie es der Menschen Art ist, glauben sie dem geschrieben Wort mehr, als dem gesprochenen. Und so wurde ich im Jahre 1179 erstmalig in einer Urkunde erwähnt. Nichts desto trotz gab es mich zu diesem Zeitpunkt schon und das Gebiet, in welchem ich mich befinde, ist eines der ältesten Siedlungsgebiete auf dem Gebiet der heutigen Altstadt. Hier lebten schon Menschen, als Heinrich I. oft in Quedlinburg weilte und wahrscheinlich schon wesentlich früher.
Wie viele Kirchen meines Alters, habe auch ich klein angefangen. Genau erinnern kann ich mich daran allerdings nicht mehr, es ist einfach zu lange her und wer hat schon genaue Erinnerungen aus seiner frühen Kindheit, wenn diese nicht jemand anders bewahrt hat? So war ich vielleicht einmal eine kleine Kapelle, welche sich zu einem Dorfkirchlein mauserte, aber lange noch nicht über die heutige Größe verfügte.
Heute bin ich eine spätgotische Hallenkirche mit frühgotischem Chor, einem frühgotischem südlichem Querhaus, frühgotischem Westwerk, barocken Rundbögen, sowie einem barocken Tonnengewölbe. Die Grundlage meiner Dachkonstruktion ist übrigens einer der größten Ständerbauten Quedlinburgs, aus der Zeit um 1467.
Eine dreischiffige Basilika war ich, als ich im dreizehnten Jahrhundert ein sehr mächtiges Westwerk erhielt, welches heute weitestgehend noch erhalten ist. Dieses Westwerk war für mich damals viel zu groß, ähnlich wie bei meiner Schwester der Marktkirche.
Und doch unterscheidet uns einiges, nicht nur dass ich bis Ende des 13 Jahrhunderts noch vor den Toren der Stadt Quedlinburg stand.
Mein Westwerk bot den Menschen der hiesigen Siedlung auch Schutz vor Übergriffen. Das kann heute noch gut erkannt werden, wenn mein Westwerk von außen und innen in Augenschein genommen wird. Der Grundriss meiner Türme ist übrigens größer als der der Türme der Marktkirche, aber auch die Turmwände sind dicker. Die Obergeschosse des Westwerkes konnten einst gut gesichert werden. So führt von der zweiten in die dritte Etage nur eine Wendeltreppe, welche sich komplett in der südlichen Außenwand befindet. Wie in der ersten Turmetage, finden sich auch in der zweiten Turmetage frühgotische Kreuzgewölbe.
Ja, ich bin eine interessante Kirche, in welcher viele Generationen über Jahrhunderte ihre Spuren hinterlassen haben. Wobei nicht nur meine bauliche Hülle von so manchem Wandel im praktischen und geistigen Leben der Menschen in den verschiedensten Zeiten zeugt, sondern auch die Einrichtung.
So findet sich seit 1700 in mir der älteste Flügelaltar der Stadt Quedlinburg, er wurde um 1430/40 für die Marktkirche geschaffen und kam hierher als diese einen neuen barocken Hochaltar erhielt. Das Viertel, in dem ich zu finden bin und welches nicht unbedingt auf den üblichen Touristenwegen liegt, war früher ein armes Viertel. Dieses führte dazu, dass die Menschen sorgsam mit meiner Einrichtung umgingen, diese pflegten und erhielten. So finden sich neben einer reichgeschnitzten, von einer Moses-Figur getragenen, Barockkanzel aus der Zeit um 1600, ein Kirchengestühl, welches von den verschiedensten Besuchern bestaunt, im Jahre 1632 schon stand und 1712 durch Priechen ergänzt wurde.

Donnerstag, 18. April 2013

Lesung im Rahmen des Quedlinburger Bücherfrühlings: „Der Mensch Jesus aus Nazareth“

Im Rahmen des diesjährigen Quedlinburger Bücherfrühlings häufen sich gegenwärtig die Veranstaltungen. Unter anderem findet am Samstag den 20. April ab 20:00 Uhr eine Lesung, des Buches „Der Mensch Jesus aus Nazareth“, im Festsaal des Rathauses statt.  
Einer Information zum Buch ist zu entnehmen:

»Der Mensch Jesus aus Nazareth« – so hat Manfred Silge sein zweibändiges Werk genannt, das anlässlich der Leipziger Buchmesse 2013 erschienen ist.
In seinem Roman erzählt der Autor auf rund 1.450 Seiten mit epischem Atem die Geschichte der Evangelien nach. Die bekannten Worte setzt er dabei in den Kontext der antiken Welt und macht so vieles anschaulicher und für heutige Leser verständlicher.
Manfred Silge ist Atheist. Dennoch nähert er sich der historischen Figur Jesus mit Respekt. An seinem Roman hat er über sechs Jahre lang gearbeitet. In dieser Zeit betrieb er umfangreiche Literaturstudien. Am Ende steht eine mögliche Rekonstruktion der damaligen Ereignisse, die zu eigenem Nachdenken einlädt.
Jesus erscheint in diesem Roman als revolutionärer Denker und Vorbild, nicht als Sohn Gottes. Der Autor macht auch deutlich, wie die Kirche die Lehre von Jesus später verfälschte. Im Zentrum von Jesus’ Gedanken standen vor allem Nächstenliebe und Gerechtigkeit. Auf Macht verzichte er bewusst.
Der Autor befasst sich mit zwei besonders interessanten Fragen. Wie verliefen eigentlich Kindheit und Jugend von Jesus? Wie hat er die Kenntnisse erworben, die es ihm später erlaubten, eine derart kühne neue Lehre zu entwickeln? Silge versucht, Antworten zu geben; dabei muss er sich natürlich große Freiheiten nehmen.
Seine Erfindungen wirken aber plausibel, was auch am großen Detailreichtum der Erzählung liegt.

Im Rahmen der Lesung wird sich der Verlag kurz vorstellen und es wird die Möglichkeit zur Diskussion geben. Zur Veranstaltung wird ein Eintritt von 5,-€ erhoben.

Freitag, 7. September 2012

„Neues aus Kirche und Stadt“, der Brief eines Abgeordneten!

Nun hatte ich vor einigen Tagen die Kurzfassung des Masterplans zur Nutzung … des Stiftsberges unter den Titel, „was wird auf dem Schlossberg geschehen“, veröffentlicht und nun findet sich auf der Seite des Bürgerforums Quedlinburg ein Brief des Abgeordneten Christian Amling mit der Überschrift „Neues aus Kirche und Stadt“, welcher sich mit dem Thema auseinandersetzt und an die Bürger der Stadt gerichtet ist. Im Brief wird sich aber nicht nur mit Vorgängen den Stiftsberg betreffend, sondern auch mit der Vorgehensweise im „vertraulichen Rahmen“ beschäftigt. Interessantes ist über die Umstände des Zustandekommens des Masterplans zu erfahren. Grundsätzlich sollten die Quedlinburger über solche Vorhaben informiert werden, da sie letztendlich entscheidende Auswirkungen für die Stadt haben werden. Den Brief habe ich vom Blog des Bürgerforums kopiert, werde ihn hier im folgenden wiedergeben und zusätzlich als Datei hinterlegen. 

Neues aus Kirche und Stadt

Für den Stadtrat am 19.07.2012 hatte die Verwaltung eine Vorlage erarbeitet, die im nichtöffentlichen Teil behandelt werden sollte. Sie erschien unter dem Namen:
Richtungsentscheidung zur Umsetzung des neuen Nutzungs- und Präsentationskonzeptes für den Stiftsberg in Quedlinburg
Der Beschlussvorschlag lautete:
Der Stadtrat beauftragt den Oberbürgermeister, auf der Basis des von der ARGE culture concepts/KK architekten erarbeiteten Nutzungs- und Präsentationskonzeptes (Kurzfassung als Anlage), mit der Fortführung der Gespräche zwischen den Vertretern des Gemeindekirchenrates des evangelischen Kirchspiels Quedlinburg und der Domschatzverwaltung Quedlinburg/Halberstadt sowie der Stadt Quedlinburg mit der Zielstellung der Umsetzung eines gemeinsamen Betreibermodells.
Schon seit einigen Monaten erscheint es mir sehr wichtig, diesen wesentlichen Sachverhalt öffentlich zu diskutieren, denn er betrifft die im wahrsten Sinne des Wortes „Heiligste Kuh” der Quedlinburger, das Schloss mit der Stiftskirche, unter Umständen sehr tiefgreifend. Einigen Mitgliedern des Rates und der Verwaltungsspitze ist diese Vorstellung wohl nicht sehr angenehm, denn Volkes Stimme ist unberechenbar. Aber damit muss man in einer Demokratie leben!
Aus diesem Grund stellte das Bürgerforum den Antrag, diesen Tagesordnungspunkt im Öffentlichen Teil der Sitzung abzuhandeln. Erstaunlicherweise erhielten wir dafür nur ganz wenige Ja-Stimmen.
Was sind die Ursachen für diese Geheimniskrämerei?
Vordergründig wurde ich auf einen kleinen Stempelabdruck verwiesen, der auf der oben erwähnten Anlage prangte und den irgendjemand dort vorsorglich hingesetzt hatte: vertraulich.
Ich sage hier ganz bewusst vorsorglich, denn ich kann in dieser Anlage nichts Vertrauliches finden. Es handelt sich dabei um eine Konzeption, die ich gleich noch genauer erläutern werde, in der zwei vom Kirchspiel „preisgegebene” Zahlen stehen: Die jährliche Besucherzahl des Domschatzes und der damit von der Kirche erwirtschaftete Gewinn.
„Soll die Kirche diese Zahlen aus der Presse erfahren?”, fragte OB Brecht in der nichtöffentlichen Diskussion. Warum nicht? Wir legen in jedem Stadtrat z.T. Dutzende von Betriebsdaten aller möglichen Firmen öffentlich, im letzten gerade der Wowi, QTM und Stadtwerke, aber auch vieler privater Firmen. Ist die Kirche da etwas Besonderes? Sie ist nicht privat und sie ist auch nicht geheim! Wer diesen Gedanken aufkommen lässt, schadet der Kirche vielleicht mehr als er ihr nützt.
Zur Vorgeschichte:
Nachdem der Stadt Quedlinburg im Jahr 2010 umfangreiche Fördermittel für nationale Welterbestätten bewilligt worden waren, die insbesondere Stiftskirche und Altstadt betrafen, musste für den Schlossberg ein Zielkonzept erarbeitet werden, das langfristig und nachhaltig den Bestand des Schlossberges absichern und die Verbesserung der musealen Vermarktung des Ensembles untersuchen sollte.
Für diese Planung wurde im Herbst 2010 eine Lenkungsgruppe gegründet, in der sich Vertreter des Landesverwaltungsamtes, des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie sowie Mitarbeiter der Verwaltung (OB Dr. Brecht und Fachbereichsleiterin 3 Birgit Voigt) mit dem Thema beschäftigten. Kurz darauf arbeiteten in dieser Gruppe auch Vertreter der Domschatzverwaltung mit (Dr. Steinhäuser und Dr. Labusiak) und noch etwas später ließ sich der Stadtrat Wolfgang Docke vom Kultur- und Sozialausschuss in dieses Gremium wählen.
Im Juni 2011 vergab der Wirtschaftsausschuss den Auftrag für die Erstellung eines Masterplans für den Stiftsberg an die ARGE culture concept. Die Lenkungsgruppe tagte ein knappes Jahr lang hinter sehr fest verschlossenen Türen und dann war es endlich soweit: Am 8. 5. 2012 war der Masterplan erstellt und am 15. 6. 2012 präsentierten Frau Dr. Dümcke und Herr Karau ihr Werk „Nutzungs und Präsentationskonzept Stiftsberg”, erarbeitet im Auftrag der Stadt Quedlinburg, vor einem illustren Personenkreis im Rathaus. Geladen waren Vertreter des Gemeindekirchenrates des Kirchspiels Quedlinburg, die beiden oben genannten Vertreter der Verwaltung, die Fraktionsvorsitzenden und die Ausschussvorsitzenden.
Der Masterplan ist sehr umfassend. Ich kann mich hier nur auf Aussagen aus der „vertraulichen” Kurzfassung beziehen. (Allerdings ist das Gesamtwerk jedem Stadtrat zur Einsichtnahme zugänglich!)
Von Anfang an stützte ich mich in der Diskussion auf den Passus (4): Kommunikation des Projekts „Der exponierten Bedeutung des Stiftsbergensembles für die Stadt Quedlinburg sowie das Land SA entsprechend, ist der öffentlichen Kommunikation des Projekts eine hohe Bedeutung beizumessen. Neben der Präsentation der Ergebnisse der Studie vor relevanten Entscheidungsträgern ist auf eine Verankerung des Projekts bei den Bürgern der Stadt Quedlinburg hinzuwirken. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass bereits der Begriff „Stiftsberg” für die Quedlinburger unvertraut ist. Die Berater empfehlen, für das Projekt eine Kommunikationsstrategie zu entwickeln.”
Dieser neue Masterplan, der übrigens (im Zeitalter der Berater) nicht billig war, umfasst trotz seiner Fulminanz eigentlich nur drei ganz einfache Fragen:
Wer soll es machen?
Wie soll es aussehen?
Wie teuer wird es?

Sonntag, 19. August 2012

„Masterplan zur Nutzungs- und Präsentationsentwicklung“, "Projekt Stiftsberg in Quedlinburg"


Was wird auf dem Schlossberg geschehen?
Nun hat ja Quedlinburg nicht nur das Kurzentrum als Problem, sondern weitere und es ist auch zu fragen, was aus dem Stiftsbergensemble wird. In diesem Zusammenhang gibt es ein “Projekt Stiftsberg in Quedlinburg“, einen „Masterplan zur Nutzungs- und Präsentationsentwicklung“, wobei mir die „Kurzfassung“ einer entsprechenden „Machbarkeitsstudie“ in die Hände fiel. Auf der ersten Seite ist zwar ein Stempel „Vertraulich“ zu erkennen, wobei berechtigtes Interesse daran besteht dieses Material zu veröffentlichen. Grundsätzlich vertrete ich die Ansicht, dass Themen, welche die Stadt und ihre Bürger betreffen, öffentlich behandelt werden sollten und nicht hinter verschlossenen Türen. Wenn letzteres erfolgt, kann meistens davon ausgegangen werden, dass angedachte Ergebnisse nicht im Interesse der Bürger sind. Zum Inhalt der Machbarkeitsstudie werde ich mich zu einen späteren Zeitpunkt äußern.  

Dienstag, 14. August 2012

Kreuzzug für niedrigere Löhne!

Es geht ums Prinzip und so kommen die Nachfahren eines Kreuzritterordens als Prinzipienreiter daher, verursachen Entlassungen und Lohnsenkungen, auf ihrem Feldzug Marktanteile zu erobern. Heute wird nicht mehr mit Schwert und Schild gefochten, sondern mit Recht und Gesetz Reichtümer erobert. Wie in den Kreuzzügen Ende des 11 bis 13 Jahrhunderts geht es um Eroberungen, Macht, Einfluss und Geld. So haben die „Kreuzritter“ vom Malteser-Orden geklagt und Recht bekommen und der Harzkreis muss „Leistungen im Rettungsdienst … erneut“ ausschreiben. „Seit 1992 teilen sich diese Aufgabe im Harz das Deutsche Rote Kreuz (DRK), der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) sowie der Eigenbetrieb Rettungswesen des Landkreises.“ Wobei von der Teilausschreibung erst einmal der ASB betroffen ist und „deswegen hat der ASB Halberstadt all seinen 20 Mitarbeitern im Rettungsdienst zum Ende des Jahres gekündigt.“ Ein Teil dieser ist seit Jahren beschäftigt und hat aus diesem Grund eine sechsmonatige Kündigungsfrist. Der Landkreis selbst war mit der Arbeit zufrieden und außer des formalen und nun gerichtlich bestätigten Ausschreibungsverfahrens gibt es eigentlich keine Notwendigkeit etwas am gegenwärtigen Zustand zu ändern. Und selbst wenn die meisten der Mitarbeiter wieder eingestellt werden, so wird sich ihre arbeitsrechtliche Situation nicht gerade verbessern, denn „für den Halberstädter ASB hat die veränderte Ausschreibung weitreichende Konsequenzen, wie die Geschäftsführerin Uta Pfaff gegenüber der Volksstimme zugeben muss. "Um überhaupt eine Chance zu haben, diese Ausschreibung zu gewinnen, müssen wir bei unseren Kosten sparen", erklärt sie.“ Ja so ist es bestellt um die christliche Nächstenliebe, wenn es ums Geld geht! Da hilft auch nicht, wenn von Seitens des „Kreuzritter“ betont wird, „für die Malteser gehe es ums Prinzip!“ Ums Prinzip ist es damals in den Kreuzzügen ebenfalls gegangen, religiös und wirtschaftlich war die Motivation, wobei das Religiöse in den Vordergrund gestellt und die Kreuzfahrer motivieren sollte und das wirtschaftliche Interesse verdecken. Letztlich war für die Motivation der Kreuzfahrer aber die Aussicht auf reichlich Beute ausschlaggebender den Weg aufzunehmen und andere Völker mit Krieg zu überziehe. Um etwas anderes geht es heutzutage allerdings auch nicht, wenn Truppen in Bewegung gesetzt werden um Völker weltweit mit westlichen Segnungen zu beglücken. So werden im Harzkreis zwar keine Truppen in Bewegung gesetzt, sondern im Sinne von Freiheit und Demokratie Gerichte bemüht um wirtschaftliche Interesse durchzusetzen, in erster Linie gegen die Beschäftigten! Und „deswegen habe man vor Gericht eine neue Ausschreibung eingeklagt. Diese läuft bis Oktober dieses Jahres. "Es geht uns nicht darum, aggressiv gegen die Mitbewerber aufzutreten. Wir wollen nicht mit aller Macht auf den Markt drängen. Wir wollen nur eine faire Chance bekommen."“ Diese bekommen die Mitarbeiter des ASB natürlich auch, wenn zu lesen ist: „für die Mitarbeiter des ASB könnte diese faire Chance bedeuten, dass sie künftig für mehrere hundert Euro weniger die gleiche Arbeit wie bisher verrichten müssen.“ Wenn diese Chance nicht fair ist, für weniger Geld dürfen sie dann wenigstens die gleiche Arbeit leisten! Ob nun die „Kreuzfahrer“ ihren Kreuzzug gewinnen, steht nicht fest, verloren haben in jedem Fall die entsprechenden Mitarbeiter des ASB! Somit entpuppt sich dieser Kreuzzug als ein Kreuzzug gegen die Arbeitskräfte, für niedrigere Löhne!

Sonntag, 22. Juli 2012

Es geht um mehr als nur um die Vorhaut von Knaben!

In der Mailingliste der Freidenker gibt es einen Meinungsaustausch über das Kölner Urteil zur rituellen Beschneidung von Knaben und dessen Folgen. Genaugenommen ein komplexes Thema, da es in seiner Bedeutung weit über den eigentlichen Gegenstand hinausgeht, was übrigens die Reaktionen aus Regierungskreisen und dem Bundestag belegen. Folgende Gedanken zum Thema meinerseits:
 Ein hartnäckiges Thema, das Thema der Beschneidung kleiner Knaben aus religiösen Gründen und sicher handelt es sich dabei wie behauptet um ein nebensächliches Thema, wie viele andere Themen auch, mit denen die Menschen Tag für Tag zugemüllt werden. Oberflächlich zumindest, denn was ist schon die Vorhaut eines Knaben, gegen den Tod von Menschen im Krieg? Und trotzdem wird dieses Thema zur Chefsache erklärt, befasst sich gar der Bundestag damit und zelebriert ansonsten nur für Kriege typische Geschlossenheit! Sicher hat auch diese Geschlossenheit eine Lücke, nur bin ich mir nicht ganz sicher ob die „außenstehende“ Partei dieses eigen motiviert, der Sache wegen, oder fremd motiviert, zur Aufrechterhaltung ansonsten üblicher parlamentarischer Rituale tut. Ganz ohne Opposition lässt sich das politisch demokratische Spiel auf Dauer auch nicht verkaufen.
Nein, so nebensächlich ist dieser Schauplatz nicht, besonders wenn die Rolle religiösen Seins in unserer Gesellschaft betrachtet wird und mit religiösem Sein meine ich nicht nur die oft und über ihre gesellschaftliche Bedeutung hierzulande hinaus bemühten Religionsgemeinschaften. Die meisten Menschen laufen nicht mehr in die alten Tempel, sondern in die neuen Tempel, mit ihren neuen Götzen! Das dabei alte Glaubensrichtungen noch ihren Dienst zu tun haben, steht außer Frage, besonders auch wenn es um die Begründung so manchen Krieges geht. Letztlich wissen wir, das die gesellschaftlichen Verhältnisse den Unterschied machen, viele Menschen hingegen lassen sich immer noch einreden, das Religionen und Glaube dafür verantwortlich sind. Im Zusammenhang mit dem Urteil sei auch daran erinnert, dass es um einen muslimischen Knaben gegangen ist, in der Diskussion aber dieses Ritual in erster Linie mit Juden in Verbindung gebracht wird. Zufall, oder politisch gewollt? Welche Keule wird da wohl im Hintergrund geschwungen und warum?
Dieses Urteil stellt ungewollt ein ganzes System von Riten und Mythen in Frage und wo kommen wir den hin, wenn am Glauben der Menschen gerüttelt wird, wenn sich Riten und deren unzeitgemäße Fortführung als das erweisen was sie sind, ein Mittel zur Machterhaltung, in dem Menschen sich diesen beugen müssen? Beschneidung ist nun ein Ritual was für die wenigsten Menschen hierzulande aus religiösen Gründen von Bedeutung ist, nur wie sieht es mit anderen Ritualen aus, welche gern praktiziert werden? Dabei geht es nicht nur um klassisch religiöse, sondern vor allen auch um moderne Rituale! Zum Beispiel dem Ritus welcher im allgemeinen als Parlamentarismus bezeichnet wird? Oder auch der Glaube an die alles-selig-machende bürgerliche Demokratie? Vom Guten und vom Bösen, welches sich in der Welt einen ewigen Kampf liefert, wobei die Guten „unvermeidlicherweise“ immer die uns beherrschenden Kräfte mit ihren politischen Strukturen, zu welchen auch Kirchen gehören, sind.

Mittwoch, 19. Oktober 2011

Das ist mir alles zu kompliziert, also behaltet die Fehler!

Das ist mir alles zu kompliziert, also bleiben die Fehler stehen!
Nun hatte ich mir Mühe gegeben und wollte einige Fehler im Beitrag zur Aegidiikirche in Quedlinburg bei wikipedia korrigieren. Da aber mehrere „Ungereimtheiten“ im Text zu finden sich und ich mich durchaus etwas eingehender mit dieser Kirche beschäftigt habe, beschloss ich den gesamten Text nicht nur zu überarbeiten, sondern auch etwas zu ergänzen. Als Grundlage nahm ich Texte, welche ich schon geschrieben hatte. Dabei kopierte ich als Grundlage einen Textteil, bei welchen es sich um eine schon verkürzte Fassung handelte, von der Internetseite des Förderkreises. Grundlage dieses Textes ist der Text eines Handzettels, welcher dieses Jahr gedruckt wurde und für den ich aus Platzgründen den ursprünglichen Text gekürzt hatte. Auf Basis dieser Grundlage formulierte ich den Text für wikipedia, kopierte ihn ins Netz und versah ihn mit entsprechenden Links. Einer dieser Links führt auf die Seite des Förderkreises, welchem ich übrigens selbst mit angehöre.
Der Text bedurfte noch einer Bestätigung, diese erfolgte aber nicht, sondern ich erhielt ein umfangreiches Mail, in welchem mir urheberrechtliche Bestimmungen und Bedenken dargelegt wurden. Auf eine Erklärung hin wurde ich darauf aufmerksam gemacht, dass ich ein E-Mail mit Erklärung senden solle, damit der Text dann erscheinen kann, damit der Verdacht des E-Mailschreibers ausgeräumt werden kann.
Letztendlich habe ich den E-Mailschreiber wahrscheinlich in seiner Eitelkeit gekränkt, dass er sich gezwungen sah, mich derart zu verdächtigen und zu kontaktieren, zumindest den Verdacht der Urheberrechtsverletzung gegen mich vorzubringen. Hätte er sich hingegen die Mühe gemacht, Weblinks, welch ich in der Vergangenheit zum Text platziert hatte, zu folgen und sich die dortigen Texte (1 & 2) mit Angabe von Quellen anzuschauen, wäre ihm vielleicht aufgefallen, was die eigentlichen Quellen sind. Aber Akribie scheint nicht die Stärke des Schreibens zu sein, in einer früheren und nachzuvollziehenden Diskussion, hatte ich darauf aufmerksam gemacht, dass die einmal im Text vorhandene Aussage, dass am Hochaltar Spuren eines Schülers von Riemenschneider zu erkennen sind, falsch ist. Allein schon nicht richtig sein kann, weil es diesen Hochaltar schon gegeben hat, als Riemenschneider noch nicht einmal geboren war. Auch die jetzt noch im Text vorhandene Datierung (14. Jahrhundert) ist falsch, …

Donnerstag, 20. August 2009

Glaube gegen Alternative!

Glaube gegen Alternative!

In der MZ von heute (18.08.2009) findet sich auf Seite 3. ein Beitrag mit dem bezeichnenden Titel „Schönbohm will Kirche im Osten wieder beleben“. Leider findet sich dieser Beitrag nicht auf der Internetseite der Zeitung.

Es ist schon interessant wenn ein Politiker, welcher durchaus ernst genommen werden möchte, für den Osten Deutschlands eine Zwangs-Christianisierung fordert, zurück zu den Ursprüngen, zumindest bis zu Karl dem Großen, welcher ja nicht nur die Sachsen zum christlichen Glauben bekehrt hat.

Nun fordert Schönbohm „eine Wiederbelebung des Christentums im Osten Deutschlands.“ Und weiter ist zu lesen: „Nach 40 Jahren Indoktrination in der DDR müsse intensiv darüber gesprochen werden, wie Verwahrlosung und Entbürgerlichung verhindert werden könnten, erklärte der 71-Jährige.“ Ja, 40 Jahre DDR haben ihre Spuren hinterlassen, auch sind viele Christen von der Kirche abgefallen, eine Verwahrlosung und Entbürgerlichung fand aber nicht statt, eher das Gegenteil, ja, man könnte sogar von einer Verkleinbürgerlichung sprechen.

Frühere Äußerungen Schönbohms, wonach „Gewaltbereitschaft und Werteverlust im Osten … hauptsächlich auf Proletarisierung und Zwangskollektivierung … zurückzuführen“ sind, zeigen wessen Geistes Kind dieser Mensch ist. Hier werden Tatsachen auf den Kopf gestellt und dem politischen Interesse entsprechend Interpretiert. Denn um beim Letzteren zu bleiben, ist heute mehr Gewaltbereitschaft in der Gesellschaft vorhanden als vor 20 Jahren. Aber nicht nur die Bereitschaft, wie an den kriegerischen Auseinandersetzungen gesehen werden kann, in welche dieses Land seit 1990 verwickelt ist! Aber auch die Zunahme von Gewallt in fast allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens.

Werteverluste im Sinne Schönbohms hat es durchaus gegeben, es handelt sich dabei aber weniger um den Verlust hier christlich vereinnahmter Werte, sondern um den Verlust jener Werte, welche mit der ausgeprägten Egozentrik, dem notwendigen Egoismus, welcher mit dem jetzigen System verbunden ist. Schönbohm faselt mit Schaum vor dem Mund nicht nur über etwas von dem er nichts versteht, sondern über etwas, was er selbst aus eigenem Erleben nicht kennt. Das Leben in der DDR entzieht sich einfach seiner praktischen Erfahrungswelt, er war als Bundeswehrgeneral maximal Zaungast, mit der beruflichen Ambition in permanenter Feindschaft zu erstarren. Diese Starre hat er bis heute beibehalten und es ist durchaus wahrscheinlich das sich bei dem 71-Jährigen noch Altersstarsinn hinzugesellt. Davor kann ihn auch die Position eines Ministers nicht bewahren. Er kam in den Osten mit missionarischem Auftrag, welchen er bis heute nicht erfüllen konnte und so stellt er fest, um die „Verwahrlosung und Entbürgerlichung“ zu verhindern, „dazu gehörten auch Überlegungen, was gegen die >Entkirchlichung<> Ja, was könnte wohl gegen „die Entkrichlichung“ getan werden?

Nun, einmal von freiheitlicher Begriffsschöpfung abgesehen, so ist man doch geneigt Begriffe mit Inhalten zu füllen, nur für was ein Begriff steht und für was er stehen soll, muss nicht unbedingt übereinstimmen. Hier spricht der Exgeneral von „Entkirchlichung“ und meint eigentlich schwindenden religiösen Glauben. Was letztendlich nichts anderes bedeutet, als das das Vertrauen in diverse Religionen verloren gegangen ist und weiter verloren geht. Da gegen helfen auch keine Appelle, Beschwörungen und Beschimpfungen. Die Ursache dieses Glaubensverlustes ist nicht in der Existenz der DDR begründet, sondern hat ihren Ursprung in den gesellschaftlichen Verhältnissen selbst. Spätestens seit der Aufklärung ist der Einfluss der Kirchen am schwinden. Wo das frühe Bürgertum noch eine Reform der Kirche brauchte, welche mit dem Protestantismus daher kam, benötigte die französische Revolution diese schon nicht mehr, sie schaffte die Religion kurzerhand ab. Die Trennung zwischen Staat und Kirche wurde konsequent vollzogen. Erst Napoleon führte die Religion wieder ein, sie entwickelte sich auch für das Bürgertum zu einer Stütze der Macht.

Das unter Bedingungen wie sie in der DDR geherrscht haben, Religionsgemeinschaften stärkere Verluste hinnehmen mussten, war eigentlich auch dem Umstand geschuldet, dass Kirche und Staat konsequent getrennt waren und Religion Privatsache. Erst zum Ende der DDR änderte sich dieses, als die Kirchen sich den Kritikern der Verhältnisse in der DDR zur Verfügung stellten und es ihnen auch dadurch gelang diese für ihre Interessen zu vereinnahmen. Dieses war aber keines Wegs ein Flucht in religiösen Glauben, sonder eher der Tatsache geschuldet, dass das politische System in der DDR nicht Willens und in der Lage war, sich der Auseinandersetzungen direkt zu stellen und damit eigentlich auch selbst seinen Bankrott erklärte.

Dass nun die Linke Schönbohms Vorstoß ablehnt, ist erst einmal zu begrüßen, dass dann aber der Kirche in den Allerwertesten gekrochen wird, verwundert doch ein bisschen. Denn nichts anderes bedeutete wenn man „aber auch“ sagte, „dass die DDR-Fehler im Umgang mit der Religion gemacht habe. Junge Leute sollen sich stärker an Werten orientieren. >Die Werte, die Kirche vermittelt, sollten dabei sogar noch stärker als bisher im Mittelpunkt stehen<“. Und einmal davon abgesehen, das in der DDR durchaus Fehler im Umgang mit der Religion gemacht wurden, hatten junge Leute in der DDR ein zum Teil anderes Wertegefüge als es den heutigen Vorstellungen entspricht und liefen alles andere als Orientierungslos (Perspektivlos) umher. Das aber der Kirche eine dominierende Rolle bei der Wertevermittlung eingeräumt wird, setzt dem Ganzen eigentlich die Krone auf und das nicht nur weil der Kirche damit ein Wertemonopol zugesprochen wird, welchem sie in keiner geschichtlichen Epoche gerecht wurde, sonder weil diese Tatsache eigentlich ins Mittelalter zurückwirft, als an Aufklärung vielleicht noch nicht einmal gedacht wurde. (Nebenbei bemerkt gibt es keine absoluten, immer geltenden Werte, denn auch diese haben sehr objektive Ursachen und entsprechen den jeweiligen gesellschaftlichen Verhältnissen. Wenn nun ein Mangel an Werten festgestellt wird, lässt dieses nicht darauf schlissen das sich nicht an Werten orientiert wird, nur sind es mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht die Werte, an welchen sich die Menschen orientieren sollen. Auch Werte werden Interessenspezifisch gebraucht und missbraucht!

Ich weiß nicht wessen Aussage erschreckender ist, die eines greisen Politikers, welcher sich immer noch im kaltem Krieg befindet, vielleicht auch weil er für die gegenwärtigen heißen Kriege einfach zu alt ist, oder die Aussage des Politikers der Linkspartei, welcher alle Errungenschaften der Aufklärung negiert, in dem er der Kirche ein Wertemonopol zuerkennt. Hier wird nicht „Entkirchlicht“, hier wird der gesunde Menschenverstand am Kruzifix aufgehängt.

Es verdreht nicht nur der greise Minister die Tatsachen, sondern es wird dem religiösen Glauben ein humanistisches Primat zu erkannt, welches die Ursachen gegenwärtiger Probleme, ihre Basis, ihren Ursprung nach negiert. Es wird der Kirche wieder eine erlösende Rolle zugesprochen, es wird die Illusion geweckt, mit Hilfe der Kirche und des Glaubens könnten gegenwärtige Probleme gelöst werden. Die Menschen brauchten nur den rechten Glauben, die Menschen müsste nur die richtigen Werte verinnerlichen und schon würden sich ihre Probleme in Gottvertrauen auflösen.

Aber reicht eigentlich nicht ein Blick in die Gegenwart, wie auch in die Vergangenheit, um die Aussagen des Einen wie des Anderen zu entkräften, ja zu widerlegen?

Um auf den Politgreis, welchem es scheinbar entgangen ist, dass den 40 Jahren DDR schon 20 Jahre deutsche Einheit gefolgt sind, noch einmal zurück zu kommen, sollte schon in der Gegenwart angesetzt werden, um der „Verwahrlosung und Entbürgerlichung“ entgegen zu wirken. Ist es nicht die Unsicherheit und Perspektivlosigkeit von welcher immer mehr Menschen betroffen werden, welche zu solchen Konsequenzen führt? Ist es nicht offizielle Politik, welche Gewalt Salonfähig gemacht hat, und das nicht nur durch die geführten Kriege, sondern auch mit Hilfe von Gesetzen und der Agenda 2010?

War ein Ergebnis des zweiten Weltkrieges nicht, dass von deutschem Boden nie wieder ein Krieg ausgehen sollte? Und ging nicht gerade auch dieses Vermächtnis mit der DDR unter? Ist es nicht auch der blinde Glaube, welcher solches geschehen lässt?

In der imperialen Welt, in welcher wir leben, spitzen sich die Widersprüche immer weiter und schneller zu, dass System des Imperialismus verschärft bestehende Probleme um ein Vielfaches und überzieht die Welt mit Kriegen. Frieden ist ein Fremdwort, wenn es um Macht und Profit geht, gekämpft wird an allen Fronten und in erster Linie auch gegen das eigene Volk. Der Überwachungsstadt wird ausgebaut, soziale Sicherheiten abgebaut, die Menschen werden gezwungen für immer geringere und oft nicht einmal Existenz-sichernde Einkommen zu arbeiten. Die Massenmedien überschütten die Menschen mit Unmengen von Informationsmüll, um von den eigentlichen Problemen abzulenken und da kommen die Verkünder rettender Werte, welche die Lösung der Probleme ins Nirwana verschieben, gerade recht.

Die DDR muss verteufelt werden, sie ist die Ursachen allen Übels und wenn man den Menschen immer schlechter verkaufen kann, dass sie für die gegenwärtigen, wirtschaftlichen Problem verantwortlich ist, wird sich schon mal in den ideellen Bereich und den Bereich für Verhaltensnormen begeben. Es muss alles dafür getan werden, dass kein Mensch auch nur auf die Idee kommt, nach Alternativen zum System des Imperialismus zu suchen. Wenn schon Flucht aus dem System, dann doch bitte in das Reich Gottes, wenn nicht gar ins Reich der Phantasie! Die Quintessenz, wenn wir den richtigen Werten folgen, anständig, fleißig und duldsam sind und auch fleißig und inbrünstig an unsere Erlösung glauben, dann, ja dann …!

Aber wie heißt es so treffend in der zweiten Strophe der Internationale:

Es rettet uns kein höh'res Wesen,
kein Gott, kein Kaiser noch Tribun
Uns aus dem Elend zu erlösen
können wir nur selber tun!
Leeres Wort: des Armen Rechte,
Leeres Wort: des Reichen Pflicht!
Unmündig nennt man uns und Knechte,
duldet die Schmach nun länger nicht!
Internationale