Zitat:

Es setzt sich nur so viel Wahrheit durch, als wir durchsetzen; der Sieg der Vernunft kann nur der Sieg der Vernünftigen sein. - Bertold Brecht, „Leben des Galilei“

Zitat:

Bedrohlich ist das Volk für die Herrschenden, wenn es ohne Furcht ist.“ -Tacitus (römischer Historiker)

Zitat:

Die Furcht vor Übervölkerung tritt stets in Perioden auf, in denen der bestehende Sozialzustand im Zerfall begriffen ist. August Bebel

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Dienstag, 21. Februar 2017

Hatte ich doch einen Kommentar hinterlassen ...

Hatte ich doch einen Kommentar hinterlassen und darauf Reaktion erfahren, allerdings wurde diese unüblicherweise nicht zum Kommentar geschrieben, sondern ein gesonderter Beitrag sollte es werden und ist es geworden. Den neuen Beitrag kopierte ich und fing an zu den einzelnen Punkten etwas zu schreiben. Es waren nicht wenige Bemerkungen welche zu einem Text zusammengefasst werden wollten. Allerdings habe ich diesen Text bis heute nicht veröffentlicht, hatte mich aber während des Schreibens nochmals über die gegenständliche Organisation informiert, einiges gelesen und die von dieser Organisation vorgelegte Verpflichtungserklärung kommentiert und als ersten Teil meiner Antwort wie folgt veröffentlicht.
Der erste Teil einer Antwort
Wem nutzt organisierte Transparenz, insbesondere von der Wirtschaft geförderte und finanzierte, wenn nicht der Wirtschaft? So ist es durchaus ein Streitpunkt wie sich einer solchen Organisation gegenüber zu verhalten ist und ob Vereine/Organisationen angebotene Verpflichtungserklärung zeichnen sollten. Nur was ist eine solche Organisation, wem hat sie zu dienen, wessen Interessen zu vertreten? Diese Organisation ist ein politisches Instrument des Kampfes zum Erhalt der Macht, ein Instrument des Klassenkampfes und ein gutes Beispiel wie dieser ökonomisch, politisch und ideologisch geführt wird. Auf der Seite des DFV ist ein entsprechendes Dokument (oder pdf) hinterlegt, in welchem sich mit einer entsprechenden Organisation auseinandergesetzt wird und begründet warum kein Interesse besteht sich an die Initiativen dieser Organisation zu beteiligen, dabei wird sich mit dem Thema allgemein, national, wie auch international beschäftigt. Im Folgenden die Verpflichtungserklärung mit Präambel der Initiative Transparente Zivilgesellschaft, welche für Vereine/Organisationen hierzulande gedacht ist und von mir mit einigen Anmerkungen versehen wurde:

Donnerstag, 10. Oktober 2013

Die Welten der Unterordnung – Gedanken zu einer Ausstellung – zwei

2.)        In der Blasiikirche in Quedlinburg findet sich eine Ausstellung von Josefh Delleg, sie ist Überschrieben mit „Unter Ordnung“! Die Blasiikirche, eigentlich geprägt von schlichten norddeutschen Barock, insbesondere durch das Kirchengestühl aus dem beginnenden 18 Jahrhundert, wird nun auch noch geprägt von schlichtem neuzeitlichen und von Vorurteilen geprägten, Kleesches bedienenden Denken!
Lautsprecher sollen Unterordnung unter das gesprochene Wort symbolisieren, Zettel die Unterordnung unter das geschriebene Wort und wortwörtlich wird die Gegenwart in diesem, unserem Land ausgeklammert, ... nein sie findet sich zum Teil zwischen den Exponaten. Das eine Medium findet sich maximal auf Augenhöhe, bei näherer Betrachtung im Bereich der Füße, das andere Medium über den Häuptern der Besucher, sofern diese nicht die Emporen erklimmen. Das Wort soll stehen für Unterordnung, nur wird der Mensch, wenn er denn geordnet, wenn er untergeordnet wird, dem Worte untergeordnet? Nein, das Wort ist Mittel zum Zweck, die Sprache ist Instrument zur Verständigung, sie ist ein verbindendes Glied, welches dem Austausch dient.
Die Ausstellung wird diesem allerdings nicht gerecht, die Vielschichtigkeit und Einsatzmöglichkeiten von Sprache werden beschränkt auf das Unterordnen von Menschen unter Menschen. Dabei hat sie zu jeder Zeit nicht nur unterordnende Bedeutung, sondern in erster Linie ordnende Bedeutung. Die Sprache ein Instrument der Ordnung und Verständigung! Um aber auch diesem Ansatz gerecht zu werden, bleibt zu fragen, in wessen Interesse geordnet wird? Denn letztlich stehen hinter jeder Ordnung, auch unterordnende Bestrebungen gehören dazu, praktische menschliche Interessen und keine ideell motivierten, wie oft suggeriert. Es sind nicht irgendwelche „Weltdeutungsmodelle“ -(diesen Begriff habe ich der Schrift „zur Eröffnung der Ausstellung“ entnommen)- welche animieren zur Tat, sondern es ist die Tat, menschlichem Interesse geschuldet, welche sich „Weltdeutungsmodelle“ schafft um sich selbst zu legitimieren. Gesellschaftliche Veränderungen werden nicht mittels „Weltdeutungsmodellen“ gezeugt, sondern mittels der praktischen, die Gesellschaft verändernden Tat, „Weltdeutungsmodelle“ taugen maximal dem Erhalt bestehender Verhältnisse, sie sind dem Glauben näher, als dem Wissen und so schwebt der in Schrift manifestierte Glaube in der Ausstellung über den Köpfen der Menschen.
Sich nun „alte“ Kommunikationsmittel zu nehmen, diese in einen Raum zu platzieren, ist letztlich nur der hilflose Versuch ein Thema zu greifen, welches selbst in seiner Einfachheit wesentlich komplexer ist, als in der Ausstellung gegenübergestellt. Dabei ist die Anordnung durchaus bezeichnend, sind die Lautsprecher doch konkret und in Funktion auf Augenhöhe und in greifbarer Nähe des Menschen, findet sich die Schrift in einem Abstand zu diesem, welcher es unmöglich macht sie zu lesen. So hat der Künstler, unterstellter Weise unbewusst, für unterschiedliche Lebensnähe gesorgt. Mit dem einen kann umgegangen, dass andere praktischerweise aber nicht genutzt werden. Was ist Menschen wohl näher? Das eine, in der Ferne, abgehoben, dem Zugriff des Menschen entrückt, den Blick auf das darüber befindliche verschleiernd und so Illusionen nährend, dass andere allgegenwärtig und greifbar! Zwischen diesen beiden Polen findet sich der Mensch des jetzt und heute, die Vergangenheit entrückt, nicht greifbar, nicht lesbar, eine andere Vergangenheit, greifbar, hörbar, der Modernität nicht entsprechend,  verfremdet, entstellt, ursächlich aber in die Zukunft weisend, weil dem Menschen nicht entrückt.
Unterordnung, Manipulation, wie sieht es heute damit aus? Und hatten diese alten Lautsprecher nicht schon in der DDR ausgedient, so dienten sie nicht der Verkündigung, aber der Information, der Nachrichtenverbreitung, wobei die Adressaten Lesen und Schreiben konnten, ja ihnen sogar ein beispielhaftes Bildungssystem zur Verfügung stand! Und wie verhält es sich mit der Schrift, mussten die Menschen nicht erst lesen können, was eine bestimmte Bildung voraussetzte, um sich ihren Inhalt zu erschließen? Wurde diese Schrift nicht gepredigt, von Menschen und warum und das lange gegenüber Menschen, welche nicht selbst lesen und schreiben konnten?

Die Welten der Unterordnung – Gedanken zu einer Ausstellung -

Zwei Versuche sich mit einer Ausstellung auseinanderzusetzen. Der erste Versuch wurde gestern geschrieben, der zweite heute:
1.)        Die Welten der Unterordnung, beschränkt und altbacken kommt sie daher, in einer Ausstellung, welche sich zurzeit in der Blasiikirche in Quedlinburg findet und unter dem Titel „Unter Ordnung“ zu sehen ist. Die MZ wartet mit einem Bericht auf und die Reaktionen im Gästebuch der Kirche zeugen von einem gespaltenen Verhältnis der Besucher zur Ausstellung. Letzteres ist nicht schlecht, sorgt diese Ausstellung doch für Pollarisierung, wobei die Gründe des für und wieder sehr verschieden sein können und es auch sind. In der Kirche liegen einige Materialien zur Ausstellung aus, wobei diese Ausstellung durchaus erklärungsbedürftig ist.
Über dem Kirchengestühl hängen an Leinen Seiten aus der Bibel, festgeklammert mit Wäscheklammern und im Chorraum vor dem Altar stehen alte Trichterlautsprecher aus der DDR, aus welchen Marschschritte und ein Lied zu hören sind. Flieg Maikäfer flieg, was schon allein aus dem Grund nicht angebracht ist, weil die DDR der bis jetzt einzige Staat auf deutschem Boden war, welcher keinen Krieg geführt hat, keine anderen Völker überfallen und eine offensive Friedenspolitik betrieb.
Zur Ausstellung findet sich eine Schrift, vier DinA4 Seiten, überschrieben mit „Zur Eröffnung der Ausstellung“, welche mitgenommen werden kann, letztlich sich aber als ein Werk ausgeprägten Irrationalismus entpuppt. Schwarz und Weiß, Gut und Böse als die Antipoden nicht nur vergangenen Seins wird hofiert und führen zu mittelalterlichen Denkansätzen zurück. Der Hexenhammer wird zwar nicht zitiert, dafür aber der Fernseh- und Modephilosoph Sloderdijk. Der Anspruch wird hoch gedeutet und so ist zu lesen: „Die Doppelinstallation formuliert also nichts Geringeres als eine Metapher auf die allgemeine Existenzbedingung – sind doch auch wir (das Ausstellungspublikum) gleichfalls eingespannt zwischen Oben und Unten, zwischen Himmel und Hölle, zwischen die konkurrierenden Weltdeutungsmodelle und sonstige Versprechungen von Politik und Religion.“ Wo allerdings das praktische Leben der Menschen zwischen den verschiedensten „Weltdeutungsmodellen“ bleibt, bleibt offen und so ziehe ich dann doch Marx mit seiner 11 Feuerbachthese „Die Philosophen haben die Welt nur verschieden interpretiert; es kommt aber darauf an, sie zu verändern, “ vor. 
Ja die Lautsprecher als Verkündungsorgan, die festgeklammerten Blätter an der Decke kommen da schon etwas ruhiger daher, setzen aber die Fähigkeit des Lesens voraus, ohne allerdings gelesen werden zu können, suggerieren Bildung als Gegenpol zum beschalt werden. Illusionen verinnerlichend, wird die Gegenwart ausgeklammert, der Schein erweckt, dass Massenmanipulation der Vergangenheit angehört und es diese nur in der vor- und nachbürgerlichen Gesellschaft gab. Aber nicht nur hier werden die eigentlichen Verhältnisse auf den Kopf gestellt, in dem den Adressaten der Bibeltexte unterstellt wird, der Schriftsprache mächtig zu sein und den Beschalten in der DDR diese Fähigkeit indirekt abgesprochen wird, obwohl bekannt sein dürfte, dass die DDR über ein beispielhaftes Bildungssystem verfügte und die Menschen auf eine hohe Allgemeinbildung zurückgreifen konnten. Die Texte der Bibel hingegen wurden in erster Linie gepredigt, wobei die Zuhörer im ausgehenden Mittelalter und zum Beginn der Neuzeit meistens Analphabeten waren. 
Dem Schreiber des Textes stört, dass die Erinnerung an die DDR bei vielen Menschen wach ist, unterstellt dieses aber einem Sein unter Manipulation und nicht den realen Lebensbedingungen der Menschen, den Erfahrungen welche gemacht und den Erkenntnissen welche im Nachhinein gewonnen wurden. Selbst Brecht wird bemüht, versucht gegen Brecht zu verwenden und aus dem Zusammenhang gerissen zitiert.

Montag, 3. September 2012

Eine Sendung im Fernsehen, mediale Reaktionen darauf und eine Meinung

Per E-Mail wurde ich auf mehrere Artikel in Zeitschriften aufmerksam gemacht, welche sich mit der „verblödenden Wirkung moderner Technologien“ als Thema einer Diskussionsrunde im Fernsehen auseinandersetzen. Die Sendung selbst habe ich nicht gesehen, derartiges habe ich einfach aufgegeben, wobei die Beiträge bezeichnend sind und die eigentlichen Quellen breitenwirksamen Verblöden zumindest erahnen lassen. Das in diesem Zusammenhang die verschiedensten Ursachen herhalten müssen ist nicht neu, genauso wenig wie frühzeitige Selektion im Bildungssystem der Bundesrepublik. Gesellschaftliche Ursachen werden ausgeblendet oder nur am Rande erwähnt, der Zeitgeist bemüht, selbst wenn er sich als Ungeist entpuppt.

Der Unterüberschrift: "Klicken wir uns das Gehirn weg?" Bei Günther Jauch durfte Psychiater Manfred Spitzer seinen Feldzug gegen das angeblich so gefährliche Internet fortsetzen. Immerhin hielten andere Gäste mit Gelassenheit und Kompetenz dagegen,“ ist zu entnehmen worum es geht.
Ergänzend ist dieser Beitrag wie folgt überschrieben: Wenn Hirnforscher uns vor Dummheit schützen wollen: Haltet die Nervenbahnen sauber. Oder was meinen die Öffentlich-Rechtlichen, wenn sie uns vor den mentalen Katastrophen warnen?“
Hier wiederum geht es nicht direkt um die Sendung, sonder um „Bestsellerautoren“ der jüngeren Vergangenheit, wobei folgende abschließende Frage durchaus zum Nachdenken anregen kann: Wo ist eigentlich jener Teil des Bildungs-Bürgertums abgeblieben, der mit dem Fortschritt, mit der Globalisierung, mit komplexen gesellschaftlichen Verhältnissen und Entscheidungsstrukturen, mit Technik und Internet, mit Bildungs- und Vernetzungsmöglichkeiten – also mit der heutigen Welt – etwas anzufangen weiß?“
Meines Erachtens ist das Bildungs-Bürgertums längst in den Weiten potenzierter Belanglosigkeit angekommen und ist in dem Maße Vergangenheit, wie es in der Vergangenheit verhaftet ist. Es hat sein progressives Sein lang schon verloren, spätestens seit dem sich das System des Kapitals auf den absteigenden Ast befindet und schöpferisches Denken durch bewahrenden abgelöst wurde. Solche Diskussionsrunde, wie auch die erwähnten Autoren und ihre Bücher sind Zeugnis dafür.
In Zusammenhang mit technologischen Entwicklungen sei daran erinnert, als die erste Eisenbahnlinie in diesem Land in Dienst genommen wurde, gab es nicht wenige Stimmen, welche vor einer Fahrt warnten, da der Mensch solche Geschwindigkeiten nicht vertragen würde. Sie wurden vertragen und wenn daran gedacht wird, wie schnell die ersten Eisenbahnen durch die Landschaft zuckelten und mit welchen Geschwindigkeiten Menschen gelernt haben umzugehen, ohne das sich ihr Hirn am Hinterkopf staut und komprimiert, ist zu erkennen das Menschen durchaus in der Lage sind, mit den technologischen Errungenschaften umzugehen, welche sie selbst hervorgebracht haben. Das technologische Errungenschaften auch Konsequenzen für die Menschen, ja die Menschheit haben, ist nicht von der Hand zu weisen, aber nicht die oft beschworenen, sondern andere, welche von diesem System nicht beherrscht werden und auch nicht beherrscht werden können. Nicht das Internet mit seinen Möglichkeiten ist das Problem, sondern das die modernen Produktivkräfte, welche die dritte industrielle Revolution hervorgebracht, letztlich den Menschen immer weiter aus dem Produktionsprozess verdrängt. Die Lösung für dieses Problem kann aber nicht in der Vergangenheit gefunden werden, sondern nur in der Zukunft, in dem den neu entstandenen Produktivkräften die notwendigen Entfaltungsmöglichkeiten geschaffen werden.
Die ganze Diskussion ist letztlich nur Werbung für das Buch des Hirnforschers, egal wie die Kritik ausfällt. Übrigens war der Freidenker 1/11 mit „Illusion Willensfreiheit?“ überschrieben, ein interessantes Heft, welches sicher noch zu bestellen ist.

Sonntag, 14. Februar 2010

Freidenken, in Zügen weltanschaulichen Idealismus!?

Nun gibt es in der Mailliste der Freidenker ein freigeistiges Wort zum Sonntag, das Aktuelle ist hier Gegenstand folgender Betrachtung.

Freidenken, in Zügen weltanschaulichen Idealismus!?

Der große Mangel mancher Erkenntnis besteht darin, dass sie nur von der oberflächlichen Erscheinung ausgeht und es vermeidet die eigentlichen Ursachen zu benennen. Dieses trifft besonders auch auf das besagte Problem der Umweltzerstörung zu, es wird zwar erkannt, dass der Mensch seine eigenen Lebensgrundlagen zerstört und dass dem Einhalt geboten werden muss um fort existieren zu können, aber warum er dieses tut, bleibt im Dunkeln. Auch ist es ein Irrtum, dass das Verhältnis zwischen Mensch und Natur durch dieses Problem in den Vordergrund rückt, da es immer schon im Vordergrund gestanden hat, es nur nicht als solches benannt wurde. Das Verhältnis Mensch - Natur ist ein beständig bestehendes und notwendiges Grundbedürfnis des menschlichen Seins selbst. Nur trifft für dieses Verhältnis zu, was für die Elementarbedürfnisse (Atmung, Nahrung, Schlaf, Sexualität) zutrifft, sie sind so selbstverständlich, dass man ihnen wenig Beachtung schenkt, solange sie kontinuierlich und im erforderlichem Maße befriedigt werden. Kommt aber dieser Austauschprozess ins stocken, wird gestört, droht gar zum erliegen zu kommen, so wird sich der Mensch dieses Zusammenhanges immer stärker bewusst und treibt damit auch die bürgerliche Ideologie in einen Strudel von Erklärungsnöten. Was immer Ideologie auch ist, sie hat ihren Ursprung und ihre Aufgabe zu erfüllen! So wird zwar das Dilemma, in welches sich die Menschheit dank eigener bewusster Tat manövriert, erkannt, nur die eigentlichen Ursachen bleiben im Dunkel, ja, sie werden bewusst dort belassen. Dementsprechend sind auch die Lösungsvorschläge, mit deren Hilfe dieses Dilemma beseitigt werden soll! Eine neue Verfassung soll es richten, auf juristischem Wege soll die Welt gerettet werden, dass aber selbst juristische Strukturen objektive Ursachen haben und Mittel zum Zweck sind, bleibt im Nebel allgemeiner Verklärung verborgen. Juristisch ist diesem Problem nicht beizukommen, da die gegenwärtige Justiz auf dem selben Misthaufen erblüht, welcher diese Problem hervorgebracht hat. In diesem Zusammenhang wäre es durchaus von Interesse zu klären was Recht eigentlich ist und welche Ursachen es hat? Recht ist nämlich selbst eine menschliche Schöpfung, welche der herrschenden ökonomischen Struktur der Gesellschaft entspricht und zur Durchsetzung von Interessen (menschliche) und zwar gegen andere Interessen (menschliche), dient. Und so wird Recht, genauso wenig wie im Interesse aller, auch nicht im Namen der Natur gesprochen, wie auch? Ja, wie sollte ein neues Rechtsdenken die Welt verändern und welche Ursachen hat diese ökologische Weltkrise“ überhaupt, ist sie nicht letztlich ein Bestandteil der allgemeinen Krise des Kapitalismus?

Gesicht gewahrt, Paukenschlag mit der Triangel!

Gesicht gewahrt, Paukenschlag mit der Triangel!
Und nun ist die Welt wieder heil! Ja, das Bundesverfassungsgericht hat entschieden, Hartz IV muss nachgebessert werden und das Sozialstaatsprinzip gilt es zu erhalten! Nun, zum Glück haben wir dieses Gericht, um Fehlleistungen des Parlamentarismus auszugleichen. Gloria, Gloria, welch Errungenschaft übergeordneter Politik-Gestaltung!
Heile Welt, schöne Welt, wenn es eine Institution gibt, welche politische Entscheidung korrigieren kann, und es hat ja auch lange genug gedauert! Und mal Ehrlich, ich kann nicht verstehen wie man so voller Euphorie sein kann, nur weil soziale Grausamkeiten in der Spitze etwas abgeschwächt, oder zumindest deren Abschwächung angemahnt wurde. Um dieses umzusetzen wird der Politik Zeit gegeben, immerhin sollte ja gerade so etwas nicht über den Daumen gebrochen werden. Nun ja, so ist Zeit vergangen (wie lange gibt es Hartz IV), bis das Gericht entschieden hat und nochmals wird Zeit vergehen, bis diese Entscheidung praktische Konsequenzen haben wird. Wichtig scheint der Erfolg an sich, die Tragweite spielt keine Rolle und am Hartz IV System wird sich dadurch grundlegend nichts ändern.
Das angeführte Beispiel mit dem Abschuss von entführten Flugzeugen, nun ja, könnte ja sein das ein Richter selbst drin sitzt, in so einem Flugzeug, von Hartz IV wird ein solcher eher nicht betroffen sein! So wurde das eine, berechtigterweise, im Vorfeld verhindert, dem anderen wird nur Korrektur im Nachhinein zugebilligt. So hat dieses Gericht das Gesicht des Systems gewahrt, in dem etwas Kosmetik verordnet wurde!



Donnerstag, 20. August 2009

Glaube gegen Alternative!

Glaube gegen Alternative!

In der MZ von heute (18.08.2009) findet sich auf Seite 3. ein Beitrag mit dem bezeichnenden Titel „Schönbohm will Kirche im Osten wieder beleben“. Leider findet sich dieser Beitrag nicht auf der Internetseite der Zeitung.

Es ist schon interessant wenn ein Politiker, welcher durchaus ernst genommen werden möchte, für den Osten Deutschlands eine Zwangs-Christianisierung fordert, zurück zu den Ursprüngen, zumindest bis zu Karl dem Großen, welcher ja nicht nur die Sachsen zum christlichen Glauben bekehrt hat.

Nun fordert Schönbohm „eine Wiederbelebung des Christentums im Osten Deutschlands.“ Und weiter ist zu lesen: „Nach 40 Jahren Indoktrination in der DDR müsse intensiv darüber gesprochen werden, wie Verwahrlosung und Entbürgerlichung verhindert werden könnten, erklärte der 71-Jährige.“ Ja, 40 Jahre DDR haben ihre Spuren hinterlassen, auch sind viele Christen von der Kirche abgefallen, eine Verwahrlosung und Entbürgerlichung fand aber nicht statt, eher das Gegenteil, ja, man könnte sogar von einer Verkleinbürgerlichung sprechen.

Frühere Äußerungen Schönbohms, wonach „Gewaltbereitschaft und Werteverlust im Osten … hauptsächlich auf Proletarisierung und Zwangskollektivierung … zurückzuführen“ sind, zeigen wessen Geistes Kind dieser Mensch ist. Hier werden Tatsachen auf den Kopf gestellt und dem politischen Interesse entsprechend Interpretiert. Denn um beim Letzteren zu bleiben, ist heute mehr Gewaltbereitschaft in der Gesellschaft vorhanden als vor 20 Jahren. Aber nicht nur die Bereitschaft, wie an den kriegerischen Auseinandersetzungen gesehen werden kann, in welche dieses Land seit 1990 verwickelt ist! Aber auch die Zunahme von Gewallt in fast allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens.

Werteverluste im Sinne Schönbohms hat es durchaus gegeben, es handelt sich dabei aber weniger um den Verlust hier christlich vereinnahmter Werte, sondern um den Verlust jener Werte, welche mit der ausgeprägten Egozentrik, dem notwendigen Egoismus, welcher mit dem jetzigen System verbunden ist. Schönbohm faselt mit Schaum vor dem Mund nicht nur über etwas von dem er nichts versteht, sondern über etwas, was er selbst aus eigenem Erleben nicht kennt. Das Leben in der DDR entzieht sich einfach seiner praktischen Erfahrungswelt, er war als Bundeswehrgeneral maximal Zaungast, mit der beruflichen Ambition in permanenter Feindschaft zu erstarren. Diese Starre hat er bis heute beibehalten und es ist durchaus wahrscheinlich das sich bei dem 71-Jährigen noch Altersstarsinn hinzugesellt. Davor kann ihn auch die Position eines Ministers nicht bewahren. Er kam in den Osten mit missionarischem Auftrag, welchen er bis heute nicht erfüllen konnte und so stellt er fest, um die „Verwahrlosung und Entbürgerlichung“ zu verhindern, „dazu gehörten auch Überlegungen, was gegen die >Entkirchlichung<> Ja, was könnte wohl gegen „die Entkrichlichung“ getan werden?

Nun, einmal von freiheitlicher Begriffsschöpfung abgesehen, so ist man doch geneigt Begriffe mit Inhalten zu füllen, nur für was ein Begriff steht und für was er stehen soll, muss nicht unbedingt übereinstimmen. Hier spricht der Exgeneral von „Entkirchlichung“ und meint eigentlich schwindenden religiösen Glauben. Was letztendlich nichts anderes bedeutet, als das das Vertrauen in diverse Religionen verloren gegangen ist und weiter verloren geht. Da gegen helfen auch keine Appelle, Beschwörungen und Beschimpfungen. Die Ursache dieses Glaubensverlustes ist nicht in der Existenz der DDR begründet, sondern hat ihren Ursprung in den gesellschaftlichen Verhältnissen selbst. Spätestens seit der Aufklärung ist der Einfluss der Kirchen am schwinden. Wo das frühe Bürgertum noch eine Reform der Kirche brauchte, welche mit dem Protestantismus daher kam, benötigte die französische Revolution diese schon nicht mehr, sie schaffte die Religion kurzerhand ab. Die Trennung zwischen Staat und Kirche wurde konsequent vollzogen. Erst Napoleon führte die Religion wieder ein, sie entwickelte sich auch für das Bürgertum zu einer Stütze der Macht.

Das unter Bedingungen wie sie in der DDR geherrscht haben, Religionsgemeinschaften stärkere Verluste hinnehmen mussten, war eigentlich auch dem Umstand geschuldet, dass Kirche und Staat konsequent getrennt waren und Religion Privatsache. Erst zum Ende der DDR änderte sich dieses, als die Kirchen sich den Kritikern der Verhältnisse in der DDR zur Verfügung stellten und es ihnen auch dadurch gelang diese für ihre Interessen zu vereinnahmen. Dieses war aber keines Wegs ein Flucht in religiösen Glauben, sonder eher der Tatsache geschuldet, dass das politische System in der DDR nicht Willens und in der Lage war, sich der Auseinandersetzungen direkt zu stellen und damit eigentlich auch selbst seinen Bankrott erklärte.

Dass nun die Linke Schönbohms Vorstoß ablehnt, ist erst einmal zu begrüßen, dass dann aber der Kirche in den Allerwertesten gekrochen wird, verwundert doch ein bisschen. Denn nichts anderes bedeutete wenn man „aber auch“ sagte, „dass die DDR-Fehler im Umgang mit der Religion gemacht habe. Junge Leute sollen sich stärker an Werten orientieren. >Die Werte, die Kirche vermittelt, sollten dabei sogar noch stärker als bisher im Mittelpunkt stehen<“. Und einmal davon abgesehen, das in der DDR durchaus Fehler im Umgang mit der Religion gemacht wurden, hatten junge Leute in der DDR ein zum Teil anderes Wertegefüge als es den heutigen Vorstellungen entspricht und liefen alles andere als Orientierungslos (Perspektivlos) umher. Das aber der Kirche eine dominierende Rolle bei der Wertevermittlung eingeräumt wird, setzt dem Ganzen eigentlich die Krone auf und das nicht nur weil der Kirche damit ein Wertemonopol zugesprochen wird, welchem sie in keiner geschichtlichen Epoche gerecht wurde, sonder weil diese Tatsache eigentlich ins Mittelalter zurückwirft, als an Aufklärung vielleicht noch nicht einmal gedacht wurde. (Nebenbei bemerkt gibt es keine absoluten, immer geltenden Werte, denn auch diese haben sehr objektive Ursachen und entsprechen den jeweiligen gesellschaftlichen Verhältnissen. Wenn nun ein Mangel an Werten festgestellt wird, lässt dieses nicht darauf schlissen das sich nicht an Werten orientiert wird, nur sind es mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht die Werte, an welchen sich die Menschen orientieren sollen. Auch Werte werden Interessenspezifisch gebraucht und missbraucht!

Ich weiß nicht wessen Aussage erschreckender ist, die eines greisen Politikers, welcher sich immer noch im kaltem Krieg befindet, vielleicht auch weil er für die gegenwärtigen heißen Kriege einfach zu alt ist, oder die Aussage des Politikers der Linkspartei, welcher alle Errungenschaften der Aufklärung negiert, in dem er der Kirche ein Wertemonopol zuerkennt. Hier wird nicht „Entkirchlicht“, hier wird der gesunde Menschenverstand am Kruzifix aufgehängt.

Es verdreht nicht nur der greise Minister die Tatsachen, sondern es wird dem religiösen Glauben ein humanistisches Primat zu erkannt, welches die Ursachen gegenwärtiger Probleme, ihre Basis, ihren Ursprung nach negiert. Es wird der Kirche wieder eine erlösende Rolle zugesprochen, es wird die Illusion geweckt, mit Hilfe der Kirche und des Glaubens könnten gegenwärtige Probleme gelöst werden. Die Menschen brauchten nur den rechten Glauben, die Menschen müsste nur die richtigen Werte verinnerlichen und schon würden sich ihre Probleme in Gottvertrauen auflösen.

Aber reicht eigentlich nicht ein Blick in die Gegenwart, wie auch in die Vergangenheit, um die Aussagen des Einen wie des Anderen zu entkräften, ja zu widerlegen?

Um auf den Politgreis, welchem es scheinbar entgangen ist, dass den 40 Jahren DDR schon 20 Jahre deutsche Einheit gefolgt sind, noch einmal zurück zu kommen, sollte schon in der Gegenwart angesetzt werden, um der „Verwahrlosung und Entbürgerlichung“ entgegen zu wirken. Ist es nicht die Unsicherheit und Perspektivlosigkeit von welcher immer mehr Menschen betroffen werden, welche zu solchen Konsequenzen führt? Ist es nicht offizielle Politik, welche Gewalt Salonfähig gemacht hat, und das nicht nur durch die geführten Kriege, sondern auch mit Hilfe von Gesetzen und der Agenda 2010?

War ein Ergebnis des zweiten Weltkrieges nicht, dass von deutschem Boden nie wieder ein Krieg ausgehen sollte? Und ging nicht gerade auch dieses Vermächtnis mit der DDR unter? Ist es nicht auch der blinde Glaube, welcher solches geschehen lässt?

In der imperialen Welt, in welcher wir leben, spitzen sich die Widersprüche immer weiter und schneller zu, dass System des Imperialismus verschärft bestehende Probleme um ein Vielfaches und überzieht die Welt mit Kriegen. Frieden ist ein Fremdwort, wenn es um Macht und Profit geht, gekämpft wird an allen Fronten und in erster Linie auch gegen das eigene Volk. Der Überwachungsstadt wird ausgebaut, soziale Sicherheiten abgebaut, die Menschen werden gezwungen für immer geringere und oft nicht einmal Existenz-sichernde Einkommen zu arbeiten. Die Massenmedien überschütten die Menschen mit Unmengen von Informationsmüll, um von den eigentlichen Problemen abzulenken und da kommen die Verkünder rettender Werte, welche die Lösung der Probleme ins Nirwana verschieben, gerade recht.

Die DDR muss verteufelt werden, sie ist die Ursachen allen Übels und wenn man den Menschen immer schlechter verkaufen kann, dass sie für die gegenwärtigen, wirtschaftlichen Problem verantwortlich ist, wird sich schon mal in den ideellen Bereich und den Bereich für Verhaltensnormen begeben. Es muss alles dafür getan werden, dass kein Mensch auch nur auf die Idee kommt, nach Alternativen zum System des Imperialismus zu suchen. Wenn schon Flucht aus dem System, dann doch bitte in das Reich Gottes, wenn nicht gar ins Reich der Phantasie! Die Quintessenz, wenn wir den richtigen Werten folgen, anständig, fleißig und duldsam sind und auch fleißig und inbrünstig an unsere Erlösung glauben, dann, ja dann …!

Aber wie heißt es so treffend in der zweiten Strophe der Internationale:

Es rettet uns kein höh'res Wesen,
kein Gott, kein Kaiser noch Tribun
Uns aus dem Elend zu erlösen
können wir nur selber tun!
Leeres Wort: des Armen Rechte,
Leeres Wort: des Reichen Pflicht!
Unmündig nennt man uns und Knechte,
duldet die Schmach nun länger nicht!
Internationale