Zitat:

Es setzt sich nur so viel Wahrheit durch, als wir durchsetzen; der Sieg der Vernunft kann nur der Sieg der Vernünftigen sein. - Bertold Brecht, „Leben des Galilei“

Zitat:

Bedrohlich ist das Volk für die Herrschenden, wenn es ohne Furcht ist.“ -Tacitus (römischer Historiker)

Zitat:

Die Furcht vor Übervölkerung tritt stets in Perioden auf, in denen der bestehende Sozialzustand im Zerfall begriffen ist. August Bebel

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Montag, 2. Dezember 2019

Die Bauern haben Protestiert, ...


Die Bauern haben Protestiert, einer der größten Proteste die diesem Land in den letzten Jahren, vor allen ein Protest der von den Bauern selbst gestaltet und ihre Interessen in den Mittelpunkt stellte. Reaktionen gab es einige, wobei viele relativ verhalten daher kommen. Da es bei diesen Protesten um eine effektive Gegenwehr gegangen, war eher der Eindruck zu gewinnen, dass da lieber ein Schleier drüber gelegt und am besten ignoriert. Auf Facebook fand ich einen interessanten Beitrag, welcher auch auf einen Beitrag in einer Zeitung verwiesen. Mit Zustimmung des Autor hier der Text:
Hier eine ganz gute Darstellung zu den Bauernprotesten aus der FAZ.
Ein paar freischweifende Assoziationen dazu:
Es ist wohl kein Zweig der kapitalistischen Wirtschaft dermaßen vom ideologischen Schein verhüllt wie die Landwirtschaft.
Es beginnt damit, dass man aus der scheinbaren Abwesenheit großer kapitalistischer Monopole "schließt", die Landwirtschaft stünde für sich allein und sei nicht Teil der Reproduktionsprozesses der kapitalistischen Wirtschaft. Von da wird übergegangen zur Aussonderung "der Bauern" als Objektgruppe, deren Produktionsweise angeblich auf ihren subjektiven Präferenzen beruhe.

Donnerstag, 31. Oktober 2013

Gedenken an einen großen Reformator – Thomas Müntzer –

Heute (31.10.13) ist Feiertag, Reformationstag und die Reformationsbewegungen an der Schwelle zur Neuzeit haben ihre Spuren hinterlassen. Dabei wird bei der Spurensuche durchaus sondiert und die Spuren in den Vordergrund gestellt, welche dem eignem Interesse dienlich sind. Da passt es heutzutage nicht unbedingt einen Reformator wie Thomas Müntzer zu ehren, eher wird bei Martin Luther stehen geblieben, mit welchem dessen Zeitgenosse Hieronymus Höltzel in seiner Schrift „Hoch verursachte Schutzrede und antwwort wider das Gaistlose Sanfftlebende fleysch zu Wittenberg“ abrechnete. Wie anderes auch, ist diese Streitschrift im Kontext ihrer Zeit zu sehen, sie ist auf dem Höhepunkt der Reformation, am Vorabend der Bauernkriege verfasst worden. Müntzer und seine Mitstreiter gingen mit ihren Vorstellungen von der Reformation weit über die Luthers hinaus, sie strebten die Befreiung des Volkes von seiner Knechtschaft an. Müntzer gehört zu den radikalen Kräften, welche nach 1521 weit über die Reformation Luthers hinausgingen und „sie stießen bis zu den revolutionären Konsequenzen einer Veränderung auch der weltlichen Herrschaft vor. In nur knapp fünf Jahren wurden neue Ideen hervorgebracht und zahlreiche Kräfte für den Kampf gegen die geistlichen und weltlichen Feudalgewallten mobilisiert. In dieser Zeit reifte auch Thomas Müntzer zum Prediger, Theologen und Streiter für die Revolution, für die Sache des „gemeinen Mannes“.“
In keinem Fall ist die historische Leistung Luthers zu schmälern, an der Schwelle zu einer neuen Zeit hat er Bahnbrechendes geleistet, nur sind Müntzer und seine Mitstreiter weit über dieses hinausgegangen und haben den Weg in eine neue Gesellschaft gewiesen. Am Rande sei aber auch daran erinnert, das Müntzer vor Luther in deutscher Sprache gepredigt hat. Somit gedenke ich heute am Reformationstag dem großen deutschen Reformator und Revolutionär Thomas Müntzer! 

Nachgedanke (01.11.2013):

Sonntag, 24. Juni 2012

Bücher vom Dachboden, eine Idee und Gedanken zur Freiheit!

Bücher vom Dachboden, eine Idee und Gedanken zur Freiheit!
Des öfteren steige ich auf den Dachboden und krame in den Bücherkisten, welche nach dem letzten Umzug nicht ausgepackt wurden. Einige Bücher landeten so wieder im Regal, andere im Buchladen Büchercouch Quedlinburg, gelegentlich als Tauschobjekt. So ertauschte ich mir vor einigen Wochen ein Buch von Otto Gotsche, mit dem Titel „… und haben nur den Zorn“. Im Roman geht es um Ereignisse während des dreißigjährigen Krieges im Harz und Harzvorland, speziell darum, wie die Bevölkerung unter diesem Krieg leiden musste, wie sich die eigenen Fürsten verhielten und zu welchen Maßnahmen vor allem Bauern und Bergleute aus dem Harzraum gegriffen haben, um sich der Willkür der verschiedensten, das Land verwüstenden Truppen zu entziehen und erfolgreich Gegenwehr organisierten. Nicht nur das in diesem Buch Ereignisse des dreißigjährigen Krieges aus Sicht „einfacher“ Menschen geschildert und die Folgen für diese beschrieben werden, sondern auch die Ansiedlung in der Region, mit seinen Orten, macht es interessant. Beim lesen werden in Gedanken die heute noch existierenden Orte aufgerufen und vermitteln so sehr anschaulich die Bewegung der Akteure im Harz und Harzvorland. Letztlich war es den Harzschützen über die Jahre gelungen, den Landsknechten den Durchgang durch den Harz weitestgehend zu verwehren, so das diese immer um den Harz herum mussten und weite Teile des Harzes als sicheres Rückzugsgebiet für Bauern, Bergleute und andere zur Verfügung standen. Dabei handelte es sich bei dieser Bewegung durchaus um etwas neues, diese Menschen, von schrecklichen Erfahrungen geprägt, kämpften für ihr eigenes Interesse und ließen sich von keiner Gruppierung vereinnahmen. So stellte ein Adliger nach einem Gespräch mit den Harzschützen fest, dass diese keine Patrioten sind, sonder Rebellen!
Dieses Buch habe ich in Folge eines Gespräches zur Hand genommen, welches mich animierte ein Thema für eine historische Radwanderung im Harzgebiet zu suchen und am Rande einer Veranstaltung im Rahmen des diesjährigen Quedlinburger Bücherfrühlings stattgefunden hat. Mit dem Buch habe ich nicht nur das Thema gefunden, sondern auch die Eckpunkte für eine solche Radwanderung, welche über mehrere Tage angedacht ist und durch entsprechende Vorträge zum Thema, sowie Besichtigungen entsprechender historischer Orte abgerundet wird.
Da auch dieses Thema sehr viel mit Freiheit zu tun hat, hier einige Punkte, welche ich vor einiger Zeit einem anderen Buch entnommen habe, nachdem ich dieses vom Boden geholt hatte und an anderer Stelle vor über zwei Jahren schon veröffentlicht hatte.

Mittwoch, 7. März 2012

Gedanken zu politischen Einteilungen, Ständen, Schichten und Klassen!

Gelegentlich verlässt eine Diskussion den ursprünglichen Gegenstand der Betrachtung und befördert Nachdenken in scheinbar andere Richtungen. So auch im Falle eines Beitrages, welcher sich ursprünglich mit der Kandidatin der Partei die Linke fürs Bundespräsidentinnenamt befasste. In diesem Zusammenhang macht es durchaus Sinn über die verschiedenen ideologischen Kategorien politischer Richtungen nachzudenken. Heute werden politische Richtungen vordergründig in ein Rechts/Linksschema gepresst, dabei sind die Grenzen fließend und eigentliche spezifische Interessenlagen geraten in den Hintergrund, was für manchen politischen Akteur durchaus von Nutzen sein kann. Das dabei Politik allgemein verklärt wird und als etwas unabhängiges, selbstständiges, oft über den gesellschaftlichen Verhältnissen stehendes, diese gar bedingend, dargestellt wird, entspricht durchaus dem Geist der Zeit, also der herrschenden Ideologie. Wobei Bekanterweise die herrschende Ideologie in einer Gesellschaft, die Ideologie der Herrschenden ist!
Und so habe ich mir die folgenden Gedanken zu politischen Einteilungen, Ständen, Schichten und Klassen gemacht!
Dabei benutze ich die Ausdrücke rechts und links für politische Richtungen ebenfalls, da ältere und treffendere Bezeichnungen aus der Mode gekommen sind und der Mode gelegentlich auch Tribut gezollt werden muss, allein schon um verstanden zu werden! Dem Tribut gezollt, sollte aber nicht vergessen werden, die eigentlichen Hintergründe politischen Treibens aufzuzeigen, also die eigentlichen Interessen offen zulegen, welche hinter diesem Treiben stehen. Dazu gehören vor allen auch die gesellschaftlichen Beziehungen aufzudecken, welche letztlich als politisches Treiben bezeichnet werden. Und seinen wir doch ehrlich, Links – Rechts, das ist doch ideologisch nichts anderes als Synonyme für Schwarz und Weiß, für Gut und Böse, wobei die Bösen immer die anderen sind!
Im Politischen System dieses Landes ist die Partei Die Linke z. B. von  Grunde her eine sozialdemokratische und nicht sozialistische Partei, im schwer zu definierenden linken Spektrum! Sie ist eine Partei, welche vorgibt Vertreterin des linken Spektrums zu sein. Klassengegensätze sind eine alte Masche, gerade weil die verschiedensten Modelle diese in der Vergangenheit marginalisiert haben, auch in dem sie mittels Rechts/Linksschema aufgeweicht und verklärt wurden. In diesem Zusammenhang wird sogar der Neigung nachgegeben, ehemalige Klassen, oder Gruppierungen innerhalb dieser neu zu definieren. Dabei muss selbst Bürgertum, speziell Kleinbürgertum sich neu definieren und geht als „lohnabhängiges Kleinbürgertum“ in der Mittelschicht auf. Da im Falle von Lohnabhängigkeit für die Zugehörigkeit zum Bürgertum eine entscheidende Grundlage fehlt, nämlich das Eigentum an Produktionsmitteln, spielt keine Rolle. Im Zuge gezeugter gesellschaftlicher Nebelbänke, wird der Vergessenheit anheim gestellt, das Bürgertum ursprünglich an den Besitz von Produktionsmitteln gekoppelt ist! Dass angeblich jeder auf Grund vormaller Chancengleichheit heute in diese Verlegenheit kommen kann, Besitzer von Produktionsmitteln zu werden, führte dazu diesen Begriff auf alle Menschen zu übertragen. Voraussetzung dafür war das die Klasse des Bürgertums die politische Macht übernommen hatte. (Mit dem Kleinbürgertum verhält es sich wie mit einem Butler, ursprünglich verarmter Adel, welcher seine Dienste anderen Adligen gegen entsprechende Bezahlung anbot, es wird vom Bürgertum künstlich erhalten, um ihm weiterhin zu dienen.)

Dienstag, 28. Juli 2009

Subvention, Heilmittel vieler Problem?

Subvention, Heilmittel vieler Problem?
Unter dem reißerischen Titel „Ohne Subventionen geht bei vielen das Licht aus“ findet sich in der MZ ein Beitrag zu einen Brief des Bauernbundpräsidenten an dem Bundesminister für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. In erste Linie geht es um Subventionen für die Landwirtschaft, eigentlich ein Irrläufer, wenn sich den Problemen der Bauern zu gewannt wird.
Hier meine Gedanken zu oben verlinkten Beitrag:
Geld, Geld, Geld und wenn es in Form von Subventionen daherkommt, anders scheinen Probleme nicht mehr zu lösen sein. Irgendwie schon irrwitzig diese Herangehensweise des Bauernbundpräsidenten! Denkt dieser Mensch wirklich das mit Geld, in Form von Subventionen, die Probleme der Bauern zu lösen sind?
Und welche Ursachen haben diese Probleme hervorgebracht? An diese Frage wird nicht einmal gedacht, sondern es wird in das übliche, neoliberale Horn gestoßen, Probleme mit den Mitteln zu lösen, welche diese hervorgebracht haben. Trottel möge ein zu hartes Wort sein, aber glaubt der Mann wirklich an den Klapperstorch? Auch die Lösungen, welche von Ihm favorisiert werden stammen eigentlich aus der Mottenkiste, wenn sie sich nicht gerade in Verteilung von Subventionen erschöpfen.
Sicher ist es ein Problem, dass in diesem Land „täglich etwa 120 Hektar Fläche der landwirtschaftlichen Nutzung entzogen“ werden, nur wie ist dem zu begegnen? Mit der gerechteren Verteilung und Umverteilung von Subventionen? Was unternehmen die Bauern gegen diesen Landraub? Denn die Zahl ist wirklich erschreckend! Wäre es nicht sinnvoller darüber nachzudenken wie diesem Prozess entgegen getreten werden kann, als über die mit dem Land verloren gehenden Zahlungsansprüche zu jammern? Ist es nicht angebracht darüber nachzudenken wie es gelingen kann, dass Bauern wieder von ihrer Hände Arbeit leben können, also ohne Subventionen? Auf diesen Gedanken scheint der Bauernpräsident nicht einmal zu kommen. Wo ist sie hin, die Bauernschläue? Nein, es wird gejammert und sich um Fleischtöpfe gestritten, welche von anderen zu füllen sind.
Sind die Bauern wirklich, wie dem Beitrag zu entnehmen ist, die „Schmarotzer“ der Nation, weil sie von ihrer eigenen Arbeit nicht mehr Leben können und wie jeder Hartz-IV-Empfänger auf Transferzahlungen angewiesen ist? Nun wären sie sicher nicht die einzigen, welche auf Transferleistungen angewiesen sind und das trotz Arbeit. Gedacht sei da im Besonderen an die wachsende Zahl prekärer Beschäftigungsverhältnisse.
Für den Bauernpräsidenten ist alles nur ein Verteilungsproblem, welches sich sogar noch auf Verteilung und Umverteilung von Subventionen zu beschränken scheint.
Aber wenn unzureichende Preise für landwirtschaftliche Produkte am Markt gezahlt werden, ist es ein Problem von Subventionen, wenn die Handelsketten Preise drücken, ist es ein Problem von Subventionen, wenn in veralteten landwirtschaftlichen Strukturen gearbeitet wird, ist es ein Problem von Subventionen, wenn hauptsächlich Monokulturen angebaut werden, ist es ein Problem von Subventionen, wenn die Landwirtschaft einer Region diese nicht mehr ausreichend mit Nahrungsmitteln versorgen kann, ist es ein Problem von Subventionen, wenn Äpfel aus aller Welt im Supermarkt zu haben sind, ist es ein Problem der Subventionen? Es gibt scheinbar nur Subventionsprobleme, jedenfalls für den Präsidenten der Bauern!
Und wie sieht es mit den Straßen aus? Den Bauern wird das Land genommen, entschädigt werden sie und so mancher Feldweg befestigt, aber sind die Straßen wirklich notwendig? Für Quedlinburg ist eine Umgehungsstraße geplant, welche bald gebaut werden soll, aber ist diese wirklich notwendig? Was unternehmen die betroffenen Bauern dagegen, sie fügen sich in ihr Schicksal, den der Bauernpräsident erhebt alles zu einen Subventionsproblem. Denn es sind die Zahlungsansprüche, welche mit dem Straßenbau verloren gehen, dass eigentliche Problem.
Aus was für einen Arsch aber der konservative Furz geschossen kommt ist an dieser Äußerung zu erkenne: „"Gerade in den neuen Ländern wird sich der Strukturwandel laut Agrarberichten weiter von uneffizienten agrarindustriellen Großbetriebsstrukturen hin zu leistungsfähigen bäuerlichen Betrieben vollziehen".“ Es lebe der Kleinbauer, welcher mit Hacke und Spaten den Acker bestellt, er ist die Zukunft einer modernen Landwirtschaft! Nur schaut man sich in der Welt um so sind es gerade jene Betriebe welche industrielle Landwirtschaft betreiben, die noch einiger Maßen über die Runden kommen, wenn sie nicht gar die Kleinen aus dem Rennen schicken. Eher scheint hier dem Präsidenten der Bauern das genossenschaftliche Eigentum ein Dorn im Auge zu sein und die Flächen welche von solchen Betrieben, oder deren Nachfolgern bewirtschafte werden. Einmal davon abgesehen das hier wahrscheinlich traditionell aufs ostdeutsche Erbe geschimpft wird, dürften dem Herren die Entwicklungen der letzten Jahrzehnte eigentlich nicht entgangen sein. Wenn die Ursachen aber an einer falschen Stelle gesucht und gesehen werden, wird eine Lösung der Problem der Bauern schwerlich möglich sein. Da ist es auch nicht verwunderlich wenn sich in Subventionen verkrampft wird.
Sicher sind die Bauern auch bestrebt Flächenverluste auszugleichen, nur warum gehen sie nicht gegen diese vor? Wem nützt die fortschreitende Zersiedlung unserer Kulturlandschaft? Gibt es nicht in Städten und Gemeinden genügend Flächen? Gerade im Osten des Landes, welcher durch erhebliche Bevölkerungsabwanderungen gekennzeichnet ist, sollte dieses doch kein Problem sein. Immerhin haben nach der Wende weit über drei Millionen Menschen den Osten verlassen, da sind einige Lücken entstanden.
Dem Präsidenten der Bauern geht es scheinbar nicht um die Bauern und deren Aufgabe als Nahrungsmittelproduzenten, Landschaftspfleger und Rohstofflieferant, sondern um die Bauern als Subventionsempfänger.
Es ist traurig wenn zu lesen ist: „"Ohne Subventionen geht in der Landwirtschaft das Licht aus", betonte der DBB-Präsident. Dies sei Folge der aktuellen Agrarpolitik. "Wir würden lieber kostendeckend produzieren, aber dann würden die Lebensmittelpreise in die Höhe gehen", sagte der Westerhäuser Landwirt weiter. Doch dies sei gerade in Wahlkampfzeiten politisch nicht gewollt. Die sachsen-anhaltischen Betriebe erwirtschafteten je Hektar etwa 200 Euro Gewinn. Darin sind aber neben den Erlösen aus dem Verkauf, so der Bauernbundpräsident, auch schon 300 Euro pro Hektar so genannte Subventionen enthalten.“
Was will der Mann eigentlich? Wahlkampf machen, um Subventionen buhlen, oder die Lage der Bauern verbessern? Die Frage warum in der Landwirtschaft das Licht ausgeht, wenn es keine Subventionen gibt, scheint sich der Bauernpräsident nicht einmal gestellt zu haben, genauso wenig wird er darüber nachgedacht haben wie es gelingen könnte, dass Bauern wieder ohne Subventionen leben könnten.
Und weil es so schön klingt, vielsagend, aussagefähig und die Bedeutung der Subventionen gut hervorhebt, noch einmal diese Aussage: „Die sachsen-anhaltischen Betriebe erwirtschafteten je Hektar etwa 200 Euro Gewinn. Darin sind aber neben den Erlösen aus dem Verkauf, so der Bauernbundpräsident, auch schon 300 Euro pro Hektar so genannte Subventionen enthalten.“
Das muss man sich einmal auf der Zunge zergehen lassen, 200 Euro Gewinn pro Hektar, in denen sind 300 Euro Subventionen pro Hektar enthalten und da behaupte noch mal einer Hartz-IV-Empfänger würden allein auf Kosten der Gesellschaft leben! Wie der Mensch da noch von Gewinn sprechen kann, wo es sich eigentlich nur um einen Verlust handelt, welcher von der Allgemeinheit mehr als ausgeglichen wird. Damit sich diese Situation nicht ändert und die Bauern weiter ihre Subventionen bekommen, dafür kämpft der Bauernpräsident! Wenn die Situation aber so ist, warum nehmen die Bauern nicht das Geld und lassen ihre Felder brach liegen? Einen jeden Bauern wird sein Verlust ausgezahlt, im obigem Fall 100 Euro pro Hektar und die restlichen 200 Euro Subventionen könnten gespart werden!
Das ist doch der reinste Irrsinn und der hat ja bekanntlich Methode, hier wird nicht um eine sicher Zukunft der Bauern gerungen, sondern nur um Subventionen gekämpft. Hier geht es nicht um gerechte Preise für Milch, sondern um die Sicherung eines Verlustausgleichs. Hier geht es nicht um die Rolle der Bauern als Ernährer einer Region, sonder um die Rolle des Bauern als Subventionsempfänger zu sichern, hier geht es nicht um den Schutz der Natur und den Erhalt landwirtschaftlicher Nutzflächen, sondern um die mit diesen Flächen schwindenden Subventionen!
Hier stimmt jemand einen Jammergesang um Transferleistungen an, obwohl die Bauern zu klagen hätten. Aber des Ergebnisses ihre Arbeit wegen. Subventionen können Ungerechtigkeiten nicht kompensieren, sie schaffen höchstens neue. Ein Nachdenken darüber täte Not und wer nur nach Subventionen schreit, sich hauptsächlich um deren Verteilung sorgt, verliert eigentlich nur die wirklichen Problem aus dem Auge. Warum können Bauern von ihre Arbeit ohne Subventionen heute nicht leben, warum ist die Landwirtschaft einer Region nicht in der Lage diese mit allem Notwendigen zu versorgen? Warum ist die ja so effiziente Landwirtschaft der Bundesrepublik nicht in der Lage zu vollbringen, was die „marode“ Landwirtschaft der DDR fertig gebracht hat, nämlich die Selbstversorgung zu sicher. Sicher nicht mit Bananen oder anderen Südfrüchten, die wachsen in diesen Breiten nun wirklich nicht, aber was nicht ist, kann ja noch werden, dank der Klimaerwärmung! Nach Vorstellung des Bauernpräsidenten sicher auch ein Problem, welches sich mit Subventionen lösen ließe.
Subventionen lösen keine Probleme und wenn sie nicht gar neue Problem schaffen, so sind sie bestenfalls ein Trostpflaster!