Zitat:

Es setzt sich nur so viel Wahrheit durch, als wir durchsetzen; der Sieg der Vernunft kann nur der Sieg der Vernünftigen sein. - Bertold Brecht, „Leben des Galilei“

Zitat:

Bedrohlich ist das Volk für die Herrschenden, wenn es ohne Furcht ist.“ -Tacitus (römischer Historiker)

Zitat:

Die Furcht vor Übervölkerung tritt stets in Perioden auf, in denen der bestehende Sozialzustand im Zerfall begriffen ist. August Bebel

Sonntag, 20. Januar 2013

Eine Meinung, meine Meinung zur Wahl oder auch zu Wahlen!


Demokratie, was immer sie ist und allgemeinem Verständnis folgend, hat diese etwas mit Wahlen zu tun. Nur haben wir die Wahl, oder wählen wir um die Wahl zu haben und was wählen wir, ja was können wir wählen? Dieses Jahr soll ja wieder viel gewählt werden, Landtagswahlen, sogar eine Bundestagswahl stehen an und so gibt es Initiativen, welche „Wahlprüfsteine“ herausgeben, auf deren Basis es Wahlempfehlungen geben soll. Seiten im Internet beschäftigen sich damit, wie es gelingen kann, die Kandidaten herauszufinden, welche am besten geeignet sind, oder sein sollen, Volkes Interessen zu vertreten. Einfluss auf die Kandidatenauswahl haben diese Seiten aber nicht und oft werden auch nur die Kandidaten welche über einen entsprechenden Bekanntheitsgrat verfügen berücksichtigt. Die Kür der Kandidaten an sich bleibt davon unberührt, genauso wie die Ergebnisse der Wahlen, welche gern in prozentualen Anteilen ausgedrückt werden. 
Es ist die Wahl der Qual, oder war es die Qual der Wahl? Egal, wählen darf der „mündige“ Bürger, entscheiden darf er nicht! Dabei wird ihm suggeriert, er würde entscheiden, wenn er denn wählen würde. Letztlich bleibt ihm aber nur die Wahl zwischen den verschiedenen Bettelsuppen, welche ihm vorgesetzt werden. In der Regel wählt er die Bettelsuppe, welche für ihn am besten duftet (der Schein kann trügen), deren Kessel sichtbar (präsent in den Medien z. B.) gut aufgestellt ist und nicht Gefahr läuft vom präsentiertem Buffet zufallen (5%Hürde z. B.)!
Menschen welche sich nun entschieden haben keine der dargebotenen und möglichen Bettelsuppen zu schlucken, sind aus diesem Grund lange noch nicht unpolitisch, wie oft und gern unterstellt, sondern engagieren sich oft mittels praktischer Tat für ihre Interessen auf den verschiedensten Ebenen. Politik ist letztlich auch nicht der Zirkus (Parlamentarismus), welcher uns von Politikern als solche verkauft wird. Das Wachstum der Partei der Nichtwähler ist kein Zeichen für Politikmüdigkeit, sondern für die zunehmende Zerstörung der Illusion, mittels Wahlen könnten gesellschaftliche Verhältnisse verändert werden! Das eine solche Erkenntnis unter Umständen resignierend daherkommt, ist oft der ergebnislosen Suche nach Alternativen geschuldet. Aus diesem Grund ist es notwendig alternative Möglichkeiten zu nutzen, ihre Wirksam- oder Unwirksamkeit zu erfahren und diese Erfahrungen zu propagieren. „Mehr Demokratie wagen“, möge sich gut anhören, allein sind es die gesellschaftlichen Verhältnisse welche die Möglichkeiten vorgeben, den Rahmen abstecken und zeigen, dass Demokratie eine „Form der Machtausübung“ und keine selig machende Institution allgemeinen Interessenausgleichs ist. … einiges würde mir noch einfallen, aber ich muss jetzt los, die Arbeit ruft, oder die Beschäftigung … nun ja, …!

Samstag, 19. Januar 2013

Die Anwendung antiker Mythologie ...

Zu diesem Beitrag an anderer Stelle erhielt ich einen Kommentar, auf welchem ich wie folgt antwortete:
Die Anwendung antiker Mythologie auf gegenwärtige Verhältnisse, in ihrer verklärten Form, möge zwar lustig sein, aber nicht konstruktiv!
Und wieder einmal kommt Zappelhustra daher und verkündet die Weisheiten der „Rettungsökonomie“ eines Gesell! Was soll es, eine jede Religion ist Mittel zum Zweck und so kann diese zweckentsprechend eingesetzt und angewendet werden. Historische Entwicklung wird dabei bewusst auf vermeidliche Geldentwicklung, oder die Entwicklung und Veränderung der Rolle des Geldes im Laufe der Zeit beschränkt. Wobei diese als Ursache und nicht als Folge gesellschaftlicher Entwicklung gesehen wird. Dass aber auch Geld in erster Linie Mittel zum Zweck ist wird gern vergessen. Lieber werden das alte und neue Testament genommen und Ereignisse aus diesen „kapitalisiert“. Dabei konnte zur Zeit der Entstehung besagter Testamente von einem kapitalistischen System noch keine Rede sein. Aber gut, so wie der Mensch mit dem Geld umgegangen, was fälschlicherweise mit Kapital gleichgesetzt wird, so hat er sich entwickelt, der Umgang ist eine Folge der Entwicklung.
Flucht aus der Sklaverei als die Aufgabe der Planwirtschaft? Wobei der ägyptische Pharao sicher mit den Sklaven geplant hat, ob die Sklaven die Wirtschaft geplant haben ist fraglich. In jedem Fall soll mit der Sklaverei auch die Planwirtschaft verlassen worden sein, um sich der Marktwirtschaft zuzuwenden. Das ist schlichtweg falsch und Unfug! Das Ziel einer solchen Aussage, die Verneinung von Planwirtschaft als Alternative zur Anarchie kapitalistischen Wirtschaftens, hingegen durchaus erkennbar.
Ohne hier nun die Frage aufzuwerfen woher die Menschen kamen, bevor sie Sklaven wurden, gingen sie nach ihrer Flucht erst einmal auf die Wanderschaft und zogen, wie zu dieser Zeit durchaus noch üblich, in Stammesverbänden umher. Sie waren auf der Suche nach dem gelobten Land, welches der Herr, ihr Gott, ihnen versprochen hatte. Dieses Land Unvermeidlicherweise gefunden, die dort lebenden verdrängt oder assimiliert, wurde das Volk sesshaft und begann neben der Viehzucht auch Ackerbau zu betreiben. Dass damit der Handel ebenfalls eine neue Qualität bekam, muss sicher nicht gesondert erwähnt werden, kapitalistisch war dieses System deshalb lange noch nicht. Zeit verging, die Entwicklung ging weiter, Höhen und Tiefen sind auch für diese Geschichte kennzeichnend. Irgendwann kamen die Römer und besetzten das ganze Land. Für das Volk bedeutete dieses neue Lasten zu den alten dazuzubekommen, da ihre alten Herren nicht unbedingt geneigt waren auf ihre Forderungen zu verzichten. Wem wundert es da, dass die Sehnsucht nach einem Messias an Bedeutung gewann. Und wo nach Lösungen gesucht wird, werden solche auch gefunden und da alles was die Menschen in Bewegung setzt, durch ihren Kopf hindurch muss, Propheten aus der Mode gekommen waren und Reformatoren noch nicht erfunden, gab es Menschen wie Christus, welche durchs Land zogen, bestrebt ihren Glauben an die neuen Verhältnisse anzupassen. Das diese Herren (gedacht sei an die Rolle der Frau zu jener Zeit) Erfolge verzeichnen konnten, kann an den folgenden Entwicklungen abgelesen werden. Mit Kapitalismus allerdings hatte das nichts zu tun. Eher war es der Versuch eine Religion, welche ihre Wurzeln in der nomadisierenden Stammeskultur hat, an die sich veränderten Verhältnisse anzupassen. Dazu wurde die Religion nach außen geöffnet, in dem nicht mehr die Geburt, sondern die Taufe zum Maßstab für die Zugehörigkeit zur Religionsgemeinschaft erhoben wurde. Dass dieses nicht gerade auf Gegenliebe bei der Priesterschaft gestoßen ist, verwundert eigentlich nicht, wurde die Religion doch ihrer Meinung nach in ihren Grundfesten (Fundament) erschüttert.

Dienstag, 15. Januar 2013

Lobbyismus, gesellschaftliche Alternativen und eine Meinung

In der Mailingliste der Freidenker wurde ein Beitrag veröffentlicht, welcher sich mit Lobbyismus beschäftigte, wozu es sicher verschiedene Meinung gibt. Lobbyismus ist eigentlich eine heute schon überholte Form der Einflussnahme auf die Politik von Politikern, heutige Einflussnahme ist wesentlich direkter und erfolgt oft über den Verwaltungsapparat. Zum Beitrag gab es einen Kommentar, welcher auf einen Beitrag im Internet verweist. Die Seite selbst ist mir schon öfter empfohlen worden, so habe ich dort gelesen und meine Meinung zur Seite kundgetan. Zum empfohlenen Beitrag habe ich folgendes als Kommentar in der Mailingliste hinterlassen:

Hallo …,
ja, die Wissensmanufaktur, ich hatte an anderer Stelle meine Meinung zur Seite niedergeschrieben. Zu den ersten zwei drei Absätzen des Beitrags, welchen ich komplett gelesen habe, hier meine Meinung:
Nun, was nicht so alles unter Freiheit verstanden werden kann, das Freiheit hingegen „eine Frage des richtigen Geldsystems“ ist, war mir nicht so neu. Die Überschrift zeigt aber auch wohin die Reise geht, nicht das gesellschaftliche System, nicht das Wirtschaftssystem, sondern das Geldsystem ist entscheidend. Das der Autor sehr oberflächliche und klischeebeladene Vorstellung von Freiheit hat, kann dem Text entnommen werden. Bezeichnend auch, dass zu Beginn erst einmal gegen die einzige Alternative zum Kapitalismus, den Sozialismus, geschossen wird. Immerhin wollten die Menschen in Leipzig „Freiheit statt Sozialismus“. (Wollten sie das?) Da diese Forderung Naiv war, wurden sie mit „Kapitalismus statt Freiheit“ bestraft. Aber was soll es, wenn die Freiheit im Geldsystem zu finden ist, werden sie irgendwann mit dem Monetarismus belohnt.
Nun bin ich in der DDR groß geworden und ehrlich gesagt partizipiere ich heute noch von der Freiheit, welche ich in der DDR erfahren konnte und auch wenn ein System, in welchem „man frei von Existenzängsten ist“, freier ist, als in einem System wo dieses nicht der Fall ist, wurde Freiheit nicht so definiert wie behauptet. Eher wurde gelehrt, dass Freiheit keine Frage der Definition, sondern eine des praktischen Lebens der Menschen ist.

Im Felde unbesiegt

Ein weiteres Gedicht von Hannelore Fleiß, welches ich aus der Mailingliste der Freidenker übernehme. 





 



Im Felde unbesiegt

     "Wir brauchen außerdem realistische Ziele
     und nicht zuviel menschenrechtlichen Überschwang
     bei der Entscheidung, Soldaten in ein anderes Land
     zu schicken."
     (Thomas de Maiziere, Bundesminister für Verteidigung)

Die alten Preußen wären mächtig neidisch,
so forsch war nicht einmal der Alte Fritz.
Heut heißt es wieder Mann sein und nicht weibisch,
drum ran ans deutsche Patriot-Geschütz!

Lasst Hinterbacken knallen wie die Fürze,
reiss dich zusamm', Mann, es geht wieder los,
das gibt dem deutschen Krieger echte Würze!
Mensch, Männer, ihr zieht hier das Große Los!

Afghanistan ist fast schon abgehakt,
gen Syrien liegen wir schon auf der Lauer.
Aus Mali hat man heuer angefragt,
das wird ein schöner Krieg von längrer Dauer.

Rauf auf die Kerle wie einst Wilhelms Hunnen!
Was denkt sich denn die schwarze Läusebrut?!
Ein deutscher Landser baut doch keine Brunnen,
das macht im Schlaf der schäbigste Rekrut.

Nein, Leute, diesmal heißt es zuzuschlagen!
Das Pack da unten soll mal blutig spüren,
wer Herr im Hause ist seit Wilhelms Tagen,
wir wer'n die Moslems tüchtig massakrieren!

Und dass mir keiner nasse Hosen kriegt,
wenn euch so'n Muttchen vor die Flinte springt!
Der Deutsche bleibt im Felde unbesiegt,
egal, was an Verlusten das auch bringt!

Im Namen unsrer neuen deutschen Macht
kommt jetzt das letzte, noch ein Wort zum Schluss:
Und nieder mit des Franzmanns Niedertracht!
Dass alles kommt, so wie es kommen muss!


Zum Krieg in Mali ...

Zum Krieg in Mali findet sich ein interessanter Beitrag mit weiteren Verweisen auf der Seite Kritische Massen, welchen ich gern übernehme: 
 

Mali wird gerettet, aber schön langsam

Wird der neue Krieg in Mali geführt, weil wieder einmal die Menschenrechte und die armen Zivilisten gerettet werden müssen? Diese edlen Motive bleiben im Moment im Hintergrund. Herr Westerwelle brabbelt etwas von "humanitärer Hilfe" - zur Unterstützung der französischen Intervention. Aber man muss ja den eigenen Altruismus nicht in den Mittelpunkt stellen. Das wäre unbescheiden. Was aber sonst treibt die französische Fremdenlegion nach Mali? - Es geht um den Bestand des malischen Staates heisst es, um die "Sicherheit" der ganzen Region, gegen die Ausbreitung des "islamischen Fundamentalismus", Al Kaida, gegen den Teufel schlechthin also. Auch edel.
Um die malischen Bodenschätze geht es nicht, wie die Linken reflexhaft behaupten, sobald irgendwo ein neuer Krieg angefangen wird. Das beweist die FAZ in diesem Artikel: link. Zwar ist das ganze Land in Prospekte aufgeteilt, in denen die verschiedenen internationalen Konzerne nach Bodenschätzen suchen. Auch holt man jetzt schon jährlich um die 50 Tonnen Gold aus der malischen Erde. Uran soll es auch geben. Das wäre für Frankreich ein schönes zweites Standbein neben Niger, von wo man die saubere Energie bis jetzt in die französischen Atomkraftwerke holt. Eine Kleinigkeit ist da noch: Mali wickelt 25 % seines Aussenhandels mit China ab. Was haben denn diese Chinesen in französischen Schutzgebieten zu suchen?
Interessant sind die Verlautbarungen von deutscher Seite. Westerwelle sagt, eine deutsche Beteiligung an der Intervention komme nicht in Frage. Man könne allenfalls logistisch, mit medizinischem Personal und humanitär helfen. De Maiziere sagt, das könne man tun und ausserdem malisches Militär ausbilden. Niebel war kürzlich in Mali. Westerwelle war im November dort. Quattara, der derzeitige Vorsitzende der Wirtschaftsgemeinschaft westafrikanischer Staaten Ecowas und von Frankreich eingesetzte Präsident der Elfenbeinküste, ist morgen, Mittwoch, in Berlin. Frankreich bombt. Deutschland zieht an den diplomatischen Strippen. Das Problem ist nämlich: Was haben die Deutschen in französischen Schutzgebieten zu suchen?
Die FAZ schreibt von "Hollandes Alleingang" ( link ). - "Innerhalb weniger Stunden hat sich Hollande vom Zauderer in einen Kriegsherren verwandelt." Nicht einmal mit den Volksvertretern habe er Rücksprache genommen. Lies: Nicht einmal Berlin hat er gefragt. Dafür kommt der von Frankreich eingesetzte Quattara - nach Berlin. Was will er da? "Deutsche Transall-Maschinen", weiss die FAZ, für den Transport von Ecowas-Truppen nach Mali. Die sollten erst im Herbst in Mali stationiert werden, aber jetzt pressiert es. Die französische Intervention nämlich, so die FAZ, "erinnert mehr an klassische Einsätze der Kolonialmacht in ihrem afrikanischen Hinterhof als an das von Hollande beschworene Vorgehen "im strengen Rahmen der UN-Resolution"". Die höflich vorgetragenen Ermahnungen, Frankreich möge sich doch nicht aufführen wie immer, wenn es um den Claim seiner ehemaligen Kolonien geht, sondern, wie es die modernen Zeiten erfordern, die Wilden kollektiv-imperialistisch, d.h. unter deutscher Beteiligung, befrieden, lassen nur eine Entschuldigung zu: Frankreich habe vielleicht müssen, weil sich andernfalls das Problem der Rettung der malischen Regierung wegen deren Abhandenkommens von selbst erledigt hätte.
Aber beim französischen Alleingang bleiben darf es nicht. Das finden wohl auch die USA, die sich diskret im Hintergrund halten, die französischen Legionäre mit Luftaufklärung unterstützen und vorerst die Kanadier und Dänen dazu auserkoren haben, möglicherweise ein paar Truppen zu schicken. Hinter der USamerikanischen wie der deutschen "Zurückhaltung" steht unausgesprochen: Die Franzosen können es ja auf die Dauer eh nicht allein. Wenn es zu einem ernsthaften Krieg kommt, werden sie den Rest der Demokratie-Exporteure nicht von der postkolonialen, d. h. neokolonialen Betreuung der Region ausschliessen können, weil sie allein dafür schon zu schwach sind. Die "Kriegherren"-Herrlichkeit eines Hollande wird nicht anhalten. Angekrochen wird er kommen, weil er um Hilfe bitten muss. Er wird die Beute schon teilen müssen, wenn er sie haben will.

Sonntag, 13. Januar 2013

Der Faulpelz

Der Faulpelz
Bist Du nun ein dienstbar Geist,
So unterstellt man Dir, auch Fleiß,
Doch verweigerst Du,
Und mit Erfolg den Dienst,
Wirst als Faulpelz Du gepriesen.


Machst den Buckel Du recht krumm,
Hast wenig nur zu sagen,
Duldest fleißig und bleibst stumm,
Und verkneifst Dir manche Fragen!
Gibst kein Anlass Du zum klagen,
Wird man Dich auch loben,
Und nur gutes von Dir sagen.


Gehst Du Aufrecht,
Bist nicht stumm.
Neigst zum Hinterfragen,
Stellst Dich selber auch nicht Dumm,
Gibst Du Grund zum klagen!
Stehst Du so, auf Augenhöhe,
Hast auch selber was zu sagen,
Wirst Du Opfer mancher Klagen.


Lob wird Dir gewiss da sein,
Wenn Du treu ergeben,
Unterordnest Dich allein,
So dem fremden Streben.


Doch zeigst eignen Willen Du,
Ignorierst das fremde Streben,
Bist ein Bösewicht in nun,
Machst Dir selber schwer Dein Leben!


Wenn vor Scham,
Du senkst das Haupt,
Egal aus welchem Grunde,
Man wird Dich Loben, mit Verlaub,
Verbreiten frohe Kunde.


Doch wenn Du, aufrecht stehst,
Und mit der Frage schwanger gehst,
So bist Du schon verloren,
Festzustellen ist geschwind,
Als Faulpelz, wurdest Du geboren!




Arbeitslos²

In der Mailingliste der Freidenker fand sich folgendes Gedicht von Hannelore Fleiß.  

Arbeitslos

Uff, wüsst ick bloß, wie et jetzt weiterjeht
mit dir und mir und allet det Jebimse.
Man sitzt wie'n Vogel uff't Jesimse,
und eener nimmt den andern in't Jebet.

Wie soll det weiterjehn, det frag ick dir.
So ohne Aussicht, ohne Jeld und Jott?
Nu stehn wir alle beede vorm Bankrott.
Kiek mir nich an so wie een wilder Stier!

Wat kommt, is jetzt schon nischt als Härtetest.
Uff'm Amt die und ihr Schönjetue!
Die lassen uns janz cool im Rejen stehn.

Uff'n Teller Karo Einfach, dass det weeßt.
Die Jören brauchen wieda neue Schuhe.
Na, allet Weitre wer'n ma denn ja sehn.

Bis dann
Hannelore

Obiges Gedicht, treffend und emotional, schildert das persönliche Problem Arbeitslosigkeit und die damit verbundenen Folgen. Was mich animierte allgemeiner über dieses Problem nachzudenken. Letztlich wäre in diesem Zusammenhang zu klären, was Arbeit eigentlich ist und welche Bedeutung sie für den Menschen hat. Und so formulierte ich folgendes Gedicht und veröffentlichte es in der Liste:

Es ist das Elend,
was Du besingst,
welches Arbeit heute mit sich bringt!
Der Mensch ist nicht die Arbeit los,
eher ist die Arbeit sein großes Los,
Es ist die Arbeit,
sie lässt ihn Sein!

Arbeitslos? … (allgemeine Gedanken)

Freitag, 11. Januar 2013

... ein Ausflug ist triviale.

Sinnsprüche sind eigentlich Sinnlos, oder? Früher wurden sie auf Stoff gestickt, mit Blümchenmuster oder ähnlichen kitschig verziert, in Küchen, Hausfluren, Wohnzimmern, Bädern, Toiletten usw. aufgehängt. Ging der Blick zum Herd, so prangte gelegentlich neben diesem ein Sprüchlein wie „eigener Herd ist Goldes wert“ oder „trautes Heim, Glück allein“, ob die
Menschen dadurch glücklicher waren, kann ich nicht sagen. Gelegentlich wurden Sinnsprüche aber auch in Holz geritzt oder gebrannt, manches Brettchen wurde auch kunstvoll bemalt, zum nutzen des Ansehens und sich des drauf befindlichen Spruches zu erfreuen. Manchen Sinnspruch findet man heute auch noch auf Fußmatten, aber die meisten Sinnsprüche sind unserer Zeit entsprechend im Internet zu finden, insbesondere in sozialen Netzwerken wie Facebook. Dabei kann ich mich nicht des Eindrucks erwehren, dass Frauen solchen Sprüchen eher zugetan sind, als Männer, wobei auch diese solche Sprüche teilen und so mitteilen welchem Sinn sie folgen. Ohnehin sind solche Netzwerke in mehrfacher Hinsicht Märkte, nicht nur so mancher Eitelkeit, sondern auch so mancher Trivialitäten. Von konkret und differenziert platzierter Werbung einmal abgesehen.
Sinnsprüche sind Sprüche, welche dem Leben einen Sinn geben sollen, oder den Sinn des Lebens der Nutzer verkünden. Auch stellen sie eine Art der Auseinandersetzung da, mit sich, dem Umfeld und besonders mit anderen Menschen. Und so könnte der passende Sinnspruch lauten, „fasse Dein Leben, kurz und zum Schluss, weil einmal Schluss sein muss!“ So sei hier Schluss, den Sinn des Beitrags versuche ich nicht zu erklären, nur ohne Sinn hätte ich ihn nicht geschrieben. So sei es ein Ausflug ist triviale.