Zitat:

Es setzt sich nur so viel Wahrheit durch, als wir durchsetzen; der Sieg der Vernunft kann nur der Sieg der Vernünftigen sein. - Bertold Brecht, „Leben des Galilei“

Zitat:

Bedrohlich ist das Volk für die Herrschenden, wenn es ohne Furcht ist.“ -Tacitus (römischer Historiker)

Zitat:

Die Furcht vor Übervölkerung tritt stets in Perioden auf, in denen der bestehende Sozialzustand im Zerfall begriffen ist. August Bebel

Freitag, 13. September 2013

U18 Wahl, früh übt sich, ...


U 18 Wahl, früh übt sich, wer ein richtiger Wähler oder eine richtige Wählerin werden möchte, dazu gab es nun auch in Quedlinburg die Möglichkeit. Wird aber nach praktischer Bedeutung von Wahlen gefragt, so ist zuerkennen, dass mittels Wahlen keine Veränderungen generiert werden, letztlich kann auch nur gewählt werden, was einen vorgesetzt wird. Die praktische politische Tat der Menschen, soll so auf den Walakt beschränkt werden. Wichtig ist das Ritual, welches in seiner Bedeutung überhöht und die Möglichkeit der Einflussname mittels Wahlen auf das politische Geschehen suggeriert. Letztlich dienen Wahlen nur dem Zweck, wie jedes andere Ritual auch, die bestehenden Verhältnisse zu bestätigen und zu legitimieren. Die Teilnahme an politischen Wahlen entpuppt sich somit als ein Glaubensbekenntnis zu den bestehenden politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse. Menschen welche sich entschlossen haben nicht wählen zu gehen und auf ein entsprechendes Glaubensbekenntnis verzichten oder es sogar verweigern, sind eigentlich nur vom Glauben an das Wahlsystem und dessen illusorischen Wirkung abgefallen. Sie haben den Glauben an den Wirkmechanismus durch das Wissen von der eigentlichen Funktionalität der Wahlen ersetzt, selbst wenn diese Erkenntnis durch die Erfahrung der Wirkungslosigkeit des Kreuzens eines Wahlscheines für zukünftige Entwicklungen bestimmt wird.
Trotzdem macht es Sinn wählen zu gehen, dabei sollte sich aber ein jeder Wähler, eine jede Wählerin bewusst sein, dass sich an den grundsätzlichen Widersprüchen in der Gesellschaft durch Stimmabgabe nichts ändern wird. Letztlich ist es aber Möglich, innerhalb des Systems mittels Wahlen marginalen Einfluss zu nehmen und zumindest das Wahlsystem selbst zu entzaubern, ihm seinem Mythos als Veränderungen generierendes Mittel allgemeiner Einflussnahme zu nehmen. Sinn macht es in jedem Fall, seine eigenen grundsätzlichen und objektiven Interessen in den Mittelpunkt zu stellen und aus der Vergangenheit zu lernen. Letzteres bezieht sich im Zusammenhang mit Wahlen insbesondere auf die Versprechungen und Vorankündigungen während des Wahlkampfes und deren Umsetzung nach der Wahl. Das elementare Bedürfnis nach Leben, sollte auch im Falle von Wahlen ausschlaggebend sein, so sind für mich zum Beispiel Parteien, welche Auslandseinsätze der Bundeswehr und Kriege gegen andere Länder und Völker befürworten, nicht wählbar. Unter diesem Gesichtspunkt ist von den heute im Bundestag vertretenen Parteien eigentlich nur die Partei Die Linke wählbar. Auch ist die Stellung der Parteien zur Arbeit allgemein und der Verwertung der Arbeitskraft durch das Kapital im Besonderen wichtig. Hierbei sind Kriterien zu berücksichtigen, welche den Verkauf der Arbeitskraft regeln, wie z. B. der Zwang zu prekärer Beschäftigung, die Stellung zum Handel mit der Arbeitskraft durch dritte, also zur Leiharbeit und nicht zu vergessen wie sich zu einem Mindestlohn, in Existenz sichernder Höhe bekannt wird.
Ja es macht Sinn wählen zu gehen, nur sollten sich keine Illusionen über die Wirksamkeit von Ritualen gemacht werden, außer das sie taugen Menschen gegen ihre eigenen Interessen einzunehmen, der Wahlaktes ist ein bestätigender und kein verändernder Vorgang, wobei die Freiheit des Menschen nicht in der Möglichkeit der Wahl besteht, sondern in der bewussten, sich den Konsequenzen bewussten Tat! 


Mittwoch, 11. September 2013

Ein Aufkleber wird zum Stein des Anstoßes, ...


Ein Aufkleber wird zum Stein des Anstoßes, zeugt von praktiziertem Politikverständnis der Landesregierung und ruft das Innenministerium auf den Plan, so einem Beitrag auf der Internetseite der MZ zu entnehmen. Kommentare gibt es einige, wobei festgestellt wird, dass dieser Aufkleber nicht neu ist und eigentlich nur weiterverbreitet wurde.
Dabei trifft der Aufkleber den Kern der Sache durchaus und zeigt wofür sachsen-anhaltinische Landespolitik steht.
„Ob es nun die Kulturlandschaft mit ihren Theatern, die Kinder- und Jugendarbeit oder das Bildungswesen betrifft, die jetzige Landesregierung steht für kulturellen Kahlschlag und wirtschaftliche Entwicklung vorschiedender Einfältigkeit. Jüngste Erwägungen bestimmte Sektionen an den Universitäten zu schließen, unterstreichen dieses nur! Ach ja und wie war das noch mit der ´Freiheit der Meinung, Kunst und Wissenschaft`? (Artikel 5, des Grundgesetzes)“*
Letztlich handelt es sich mit Weiterverbreitung des Aufklebers auch um eine Form des Widerstandes gegen die Politik der Landesregierung. Zu Fragen bleibt auch und nicht nur in diesem Zusammenhang, was das ansonsten allgemeine Gejammer über Fachkräftemangel soll, wenn Voraussetzungen für diese in sozialen und kulturellen Bereichen immer weiter zerstört werden. Jüngstes Beispiel sind die an die Öffentlichkeit geratenen Sparambitionen der Landesregierung im Falle der Universitäten.
Sind sich die Akteure nicht bewusst, dass gerade mit solchen Maßnahmen das Bildungsniveau im Land erheblich nach unten gedrückt, der Anreiz sich in Sachsen-Anhalt niederzulassen minimiert wird?      
Das die Kürzungen die Humanwissenschaften, wie vermeldet, betreffen sollen, zeugt durchaus von Kontinuität in der Politik der Landesregierung. Gegen dieses Vorhaben gibt es dann auch eine Stellungnahme vom Studierendenrat der Otto-von-Guericke-Universität.

Freitag, 6. September 2013

Der anständige Bürger – eine Sichtweise –

Nun gab es im Mittelalter eine Ständeordnung und ein Stand waren die Bürger. Bürger wiederum waren Menschen, welche über Handels- oder Produktionskapital verfügten, also anfänglich Handwerker (Meister) und Kaufleute. Diese bildeten in den Städten zwar eine Minderheit, hatten aber das Sagen, wobei verschiedene Abhängigkeiten zum Adelsstand gegeben waren. Mittels bürgerlicher Revolutionen emanzipierte sich das Bürgertum nach und nach, bis es letztlich seine ökonomische Macht durch die Übernahme der politischen Macht ergänzte.
Die größte, erfolgreichste und konsequenteste bürgerliche Revolution war die französische, welche nicht mit einem Kompromiss endete, sondern mit der radikalen Machtübernahme des Bürgertums. Mit der französischen Revolution wurde zwar die alte Ständeordnung aufgehoben, aber die eigentlichen Machtverhältnisse verklärt und verschleiert. Dieses geschah vor allem dadurch, dass die meisten Menschen auf Grund formaler Bürgerrechte nun als Bürger bezeichnet wurden.
In Folge weiterer gesellschaftlicher Umbrüche, traten die eigentlichen Gegensätze in der Gesellschaft klarer hervor und entpuppten sich als Klassengegensätze. Zum Ende des neunzehnten, Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts standen sich in den Metropolen der Welt eigentlich nur noch zwei, sich gegenseitig bedingende Klassen gegenüber, die Bourgeoisie (Bürgertum) und das Proletariat (die Landlosen, Freien und damit Lohnabhängigen). Und wenn dieses heute oft anders dargestellt wird, das Proletariat negiert und die Bevölkerung das bürgerliche Attribut angeheftet bekommt, hat sich daran nichts geändert. Die Herrschenden herrschen weiter und die Beherrschten lassen sich all zu bereitwillig einreden, dass sie ebenfalls herrschen, sei es nur mittels eines ausgeklügelten und die eigentlichen Herrschaftsverhältnisse nicht bedrohenden, Wahlzirkus. Damit das alles funktioniert, die herrschende Klasse weiter herrschen kann und das möglichst ungestört, braucht es den anständigen Bürger, selbst wenn dieser eigentlich Prolet ist. Gebraucht wird der funktionierende Mensch, nicht der opponierende, infrage stellende.    

Der anständige Bürger – eine Sichtweise –

Der Bürger,
anständig er ist,
wenn Folgsamkeit wird nicht vermisst,
wenn er marschiert,
wie es gewünscht,
und kapiert,
das wie es ist,
es ist,
weil es nicht anders ist,
und nicht sein kann!

Mittwoch, 4. September 2013

Saudis und Rebellen tragen die Verantwortung für Giftgaseinsatz in Syrien

Nun wurden die Kriegstrommeln kräftig geschlagen, einen Inversion sollte es sein, gegen einen souveränen Staat, in welchen die Kriegstreiber seit Jahren Freischärler einschleusen, welche von den Meinungsmachemedien als Rebellen bezeichnet werden. Einen Grund für die Inversion wurde auch gefunden, der Einsatz von Giftgas gegen die syrische Bevölkerung sorgte für Aufregung und Schwung beim schlagen der Kriegstrommeln. Und obwohl Syrien von feindlichen Truppen umzingelt ist und USA und NATO an den Grenzen zum Einmarsch bereit stehen, dauerten die Vorbereitungen dann doch zu lange, um die anfänglich verbreitet Hysterie ausnutzen zu können. Dazu kam noch, dass ein Hauptverbündeter der USA, die Kriegstreiber in Großbritannien, kein grünes Licht vom Unterhaus bekamen und so die Schar der Kämpfer schwand. Letztlich blieb es bei den USA und nun schwindet selbst der Kriegsgrund, denn wie zu erfahren, bekennen sich syrische Rebellen zum Giftgaseinsatz.
Letzteres scheint die zum Krieg treibenden Kräfte in den USA aber nicht davon abzuhalten, weiter gegen Syrien aufzumarschieren und die Führung eines Krieges weiterhin anzustreben.  

Montag, 2. September 2013

69,7% lehnen alle Kandidaten zur Landratswahl ab, oder sehen für sich keinen Sinn in dieser Wahl!


30,3 % der Wahlberechtigten im Harzkreis haben ihre Stimme abgegeben und wie üblich können die Konservativen am ehesten von einer niedrigen Wahlbeteiligung profitieren. Der Kandidat der CDU hat die Nase vorn, gefolgt vom Kandidaten der SPD, beides Verwaltungsmenschen, welche im besonderem auch für das Hartz – Elend im Harzkreis mitverantwortlich sind. Letztlich wurden aber auch diese Kandidaten von der Mehrheit der Wähler abgelehnt. Von einem Sieg kann nicht geredet werden, auch wenn eine Stichwahl noch ins Haus steht. Unter Umständen wird bei dieser die Wahlbeteiligung sogar höher liegen, da am selben Tag auch der Bundestag zu wählen ist und zu dieser Wahl im allgemeinem mehr Wähler gehen.
Jeder andere Zirkus wäre mit einer solchen Resonanz schon Pleite, der Wahlzirkus scheint hingegen erst so richtig aufzuleben!
Ach ja und da gab es ja gestern Abend noch ein TV-Duell, welches den Berichten nach zwar keinen Sieger hatte, dafür wohl genügend Sprechblasen aufeinander platzen ließ. Nun kann über das Duelle und ähnlichen Formen politischer Auseinandersetzung diskutiert werden, nur sollte dieses nicht dazu verleiten, sich durch publizierte Oberflächlichkeit von den eigentlichen Problemen ablenken zu lassen. Letztlich ist es die Frage, für was beide Politiker stehen, bei allen zur Schau gestellten Unterschieden, sind sie politisch doch ein Herz und eine Seele! Anders ausgedrückt, sie haben demselben Interessen zu dienen! Grundsätzlich wird sich durch einen Wechseln von Merkel zu Steinbrück im Bundeskanzleramt nicht viel ändern, da beide, trotz bekundeter und konstruierter Unterschiede, für dieselbe Politik stehen. Ohnehin gilt es nicht eine Bundeskanzlerin oder einen Bundeskanzler zu wählen, sondern den Bundestag.

Sonntag, 1. September 2013

Sprechende Häuser in Quedlinburg, die Aegidiikirche


„Wenn die Häuser sprechen lernen“ ist es Menschen Werk, wie die Häuser selbst ein Produkt menschlicher Tat sind, gelegentlich mit Spuren vieler Generationen, welche Häuser immer ihren Bedürfnissen angepasst haben. Die MZ berichtet über ein solches Vorhaben in Quedlinburg, die ersten Texte sind gesprochen zu finden, allein ich suchte im Internet, mein Handy taugt „nur“ zum telefonieren.
Warum suchte ich im Internet, weil darüber berichtet wurde? Nein, sondern weil ich hören wollte, was aus einem Text geworden ist, welchen ich zur Aegidiikirche in Quedlinburg geschrieben hatte. Ich wurde fündig und musste feststellen, dass der gesprochene Text nicht in jedem Punkt dem Original entsprach. Am Ende endet der Text abrupt, war wahrscheinlich für den zur Verfügung stehenden Speicherplatz etwas zu lang. Sicher hätte er auch besser gelesen werden können. Schade auch, dass es nur ein allgemeines Bild von Quedlinburg hinter dem Text gibt. Dem Zweck, sich mittels moderner Technik mit Gebäuden in Quedlinburg zu beschäftigen, wäre mit einer Bilderfolge vom Objekt sicher besser gedient. Eine qualifizierte Führung sollten solche Aktionen allerdings nicht ersetzen. Übrigens wäre ich auch bereit gewesen, den Text noch einmal zu überarbeiten und auf eine entsprechende Länge zu „stutzen“. Hier nun der ursprüngliche Text:  
„Sprechende Häuser

Hallo und danke, für das Interesse an meinem Sein.

Ich bin die Aegidiikirche, die nördlichste der Quedlinburger Stadtkirchen und blicke auf eine lange Geschichte zurück.
Wie alt ich genau bin, … kann ich nicht sagen, ich erinnere mich nicht und wie es der Menschen Art ist, glauben sie dem geschrieben Wort mehr, als dem gesprochenen. Und so wurde ich im Jahre 1179 erstmalig in einer Urkunde erwähnt. Nichts desto trotz gab es mich zu diesem Zeitpunkt schon und das Gebiet, in welchem ich mich befinde, ist eines der ältesten Siedlungsgebiete auf dem Gebiet der heutigen Altstadt. Hier lebten schon Menschen, als Heinrich I. oft in Quedlinburg weilte und wahrscheinlich schon wesentlich früher.
Wie viele Kirchen meines Alters, habe auch ich klein angefangen. Genau erinnern kann ich mich daran allerdings nicht mehr, es ist einfach zu lange her und wer hat schon genaue Erinnerungen aus seiner frühen Kindheit, wenn diese nicht jemand anders bewahrt hat? So war ich vielleicht einmal eine kleine Kapelle, welche sich zu einem Dorfkirchlein mauserte, aber lange noch nicht über die heutige Größe verfügte.
Heute bin ich eine spätgotische Hallenkirche mit frühgotischem Chor, einem frühgotischem südlichem Querhaus, frühgotischem Westwerk, barocken Rundbögen, sowie einem barocken Tonnengewölbe. Die Grundlage meiner Dachkonstruktion ist übrigens einer der größten Ständerbauten Quedlinburgs, aus der Zeit um 1467.
Eine dreischiffige Basilika war ich, als ich im dreizehnten Jahrhundert ein sehr mächtiges Westwerk erhielt, welches heute weitestgehend noch erhalten ist. Dieses Westwerk war für mich damals viel zu groß, ähnlich wie bei meiner Schwester der Marktkirche.
Und doch unterscheidet uns einiges, nicht nur dass ich bis Ende des 13 Jahrhunderts noch vor den Toren der Stadt Quedlinburg stand.
Mein Westwerk bot den Menschen der hiesigen Siedlung auch Schutz vor Übergriffen. Das kann heute noch gut erkannt werden, wenn mein Westwerk von außen und innen in Augenschein genommen wird. Der Grundriss meiner Türme ist übrigens größer als der der Türme der Marktkirche, aber auch die Turmwände sind dicker. Die Obergeschosse des Westwerkes konnten einst gut gesichert werden. So führt von der zweiten in die dritte Etage nur eine Wendeltreppe, welche sich komplett in der südlichen Außenwand befindet. Wie in der ersten Turmetage, finden sich auch in der zweiten Turmetage frühgotische Kreuzgewölbe.
Ja, ich bin eine interessante Kirche, in welcher viele Generationen über Jahrhunderte ihre Spuren hinterlassen haben. Wobei nicht nur meine bauliche Hülle von so manchem Wandel im praktischen und geistigen Leben der Menschen in den verschiedensten Zeiten zeugt, sondern auch die Einrichtung.
So findet sich seit 1700 in mir der älteste Flügelaltar der Stadt Quedlinburg, er wurde um 1430/40 für die Marktkirche geschaffen und kam hierher als diese einen neuen barocken Hochaltar erhielt. Das Viertel, in dem ich zu finden bin und welches nicht unbedingt auf den üblichen Touristenwegen liegt, war früher ein armes Viertel. Dieses führte dazu, dass die Menschen sorgsam mit meiner Einrichtung umgingen, diese pflegten und erhielten. So finden sich neben einer reichgeschnitzten, von einer Moses-Figur getragenen, Barockkanzel aus der Zeit um 1600, ein Kirchengestühl, welches von den verschiedensten Besuchern bestaunt, im Jahre 1632 schon stand und 1712 durch Priechen ergänzt wurde.

Donnerstag, 29. August 2013

Wahlen


Wer die Wahl hat, hat die Qual, oder was ist es doch für eine Qual, mit der Wahl?
Da sich nun aber immer weniger Menschen quälen möchten, bleiben oberflächlich betrachtet immer mehr den Wahlurnen fern.
Aus diesem Grund findet sich am 28.08.13 in der MZ ein etwas anderer Wahlaufruf. Die Kreiswahlleiterin meldet sich und stellt fest, dass „jede Stimme zählt“! Dabei werden doch die Nichtwähler im Allgemeinen beiseite geschoben und selbst wenn sie mehr als 50% der Wahlberechtigten ausmachen, wird der Sieger als ein mehrheitlich gewählter dargestellt.
Vielleicht auch ein Grund, warum immer mehr Menschen den Wahlurnen fernbleiben und ihre Stimme nicht als abgegeben zählen lassen. Andererseits werden viele Menschen festgestellt haben, dass es egal ist wie sie stimmen, verändert haben sie dadurch noch nie etwas! Nach der Wahl ist nicht nur vor der Wahl, sondern auch egal, was Veränderungen betrifft, den in der Regel ändert sich nichts, unter Umständen gibt es einige kosmetische Veränderungen, mehr aber nicht. Wahlen sind eben nicht dafür gemacht, gesellschaftliche Verhältnisse zu verändern, sondern diese zu bestätigen und letzteres ist der eigentliche Grund, warum plädiert wird, dass möglichst viele Menschen an die Wahlurnen treten und irgendeine mit Erfolgsaussichten angebotene Bettelsuppe wählen.
Dabei verdienen es die Kandidaten durchaus an ihren Taten gemessen zu werden und nicht an ihren Versprechungen, leider werden gerade die Versprechungen gewählt und da braucht es nicht zu wundern, wenn die Endtäuschung am Ende groß ist.
Und wem soll man noch Glauben schenken? Eine berechtigte Frage, nur Glaube ist nicht Wissen und dem Prinzip Hoffnung folgend, kann dem ganzen Ritual nur Enttäuschung folgen. Letzteres ist auch dem Umstand geschuldet, dass Politiker Interessen zu vertreten haben, in der Regel die Interessen derer, welche sie zu Politiker machen und das sind nicht die Wähler. Die sind sich oft nicht einmal ihrer eigenen objektiven Interessen bewusst, sondern lassen sich leider all zu gern ihre Interessen einreden.
Ja Wahlen, sie sind ein Ritual zur Bestätigung der bestehenden politischen Verhältnisse, welche mit Wahlverweigerung aber genauso oberflächlich in Frage gestellt werden, wie gelegentlich vermeint wird, diese mittels Wahl ändern zu können. Und selbst wenn es gesellschaftliche Veränderungen in der Vergangenheit gegeben hat, so sind diese mittels des geschaffenen Wahlsystems maximal bestätigt worden, aber nicht gezeugt und realisiert.
Und so gehen Menschen wählen, um ihre Interessenvertreter zu bestimmen, da aber immer mehr Menschen feststellen, dass ihre Interessen schlecht bis gar nicht von den gewählten Vertretern vertreten werden, gehen sie mangels Alternative nicht wählen, oder wählen das vermeidlich kleinere Übel. Glaube heißt auch Vertrauen, welches auf Grund von Erfahrungen mit Politik und Politikern verloren gegangen ist und durch Wissen über die Folgen der Politik ersetzt wurde. Dabei haben sich in den letzten Jahren innerhalb der Parteienlandschaft die verschiedensten Alternativen angeboten, wobei die Meisten sich bei Zeiten verschlissen haben, in dem sie gezeigt, das neue Besen zwar gut kehren mögen, aber auch nur den Dreck, welcher bei den alten durch die Borsten gerutscht ist. Am zu kehrenden Boden hat sich genauso wie am Kehrgut hingegen nichts geändert.

Mittwoch, 28. August 2013

Gegen Syrien werden die Kriegstrommeln immer heftiger geschlagen …


Nun werden die Kriegstrommeln für einen Krieg gegen Syrien immer intensiver geschlagen und die USA haben ihre Truppen schon ums Land herum postiert. Die NATO soll marschieren und den letzten laizistischen Staat in dieser Region wegbomben, ähnlich wie es in Libyen der Fall gewesen ist. Gründe wurden schon viele konstruiert, der Jüngste ist ein vermeidlicher Giftgasangriff auf die Bevölkerung. Untersucht wurde dieser bis jetzt noch nicht, die UN hat wohl gerade mit der Untersuchung begonnen, doch bevor Ergebnisse vorliegen, sollen Truppen marschieren, könnte ja sein, dass die Ergebnisse nicht den Vorstellungen der Kriegstreiber entsprechen.
Dabei ist es noch nicht einmal lange her, als ein Massaker den Grund für eine Intervention in Syrien liefern sollte, doch für die Kriegstreiber zu schnell, erwies sich, dass ihre „Rebellen“ und nicht die anfänglich beschuldigte syrische Regierung, verantwortlich zu machen waren.
Im Zusammenhang mit dem Massaker von Hula, fand sich im Freidenker 3/12 ein interessanter Artikel, mit der Überschrift „Syrien – das falsche Spiel des Westens“, in welchen sich der Autor mit den Vorbereitungen eines Krieges gegen Syrien auseinandersetzt. Dieser Beitrag hat an Aktualität nicht verloren und verweist auf eine entsprechende Kontinuität US-amerikanischer Kriegspolitik, welche mittels NATO Konflikte schürt und Kriege führt.
Die weitestgehend gleich geschalteten Regierungsmedien stoßen ins Horn der Kriegstreiber und verbreiten Kriegs begründende Propaganda. In der Jungen Welt hingegen wird sich klar gegen einen Krieg ausgesprochen und in letzter Zeit gab es zum Thema viele interessante Beiträge, welche ein anderes, ein realistisches Bild von den Vorgängen in und um Syrien zeigen. Interessante Informationen sind auch auf dieser Seite im Netz zu finden, überhaupt bietet das Internet Möglichkeiten sich abseits der gleichgeschalteten Medien zu informieren.